Gedanken, Geschichten, Texte, die meinem wirren Verstand entsprungen sind und die ich hier niederschreiben möchte. Und dabei vollkommen subjektiv, ohne roten Faden und den Anspruch auf Richtigkeit oder Sinn, dafür mit viel Gemecker und Bosheit.
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Mittwoch, 5. Oktober 2016
Was ich nicht gesagt habe
Ich will dich nicht wollen! Den Satz habe ich heute gehört und er passt genau. Ich will es nicht - ich tue es dennoch. Ich weiß, dass es nicht richtig ist. Ich weiß, dass es zu nichts führt, weil ich allein bin mit meinem Wollen, meinem Gefühl. Deswegen sage ich es dir auch nicht, denn ich sehe die Zeichen, den Abstand, den du einnimmst. Gerade genug, damit ich es erkenne und die Aussichtslosigkeit meiner Wünsche, Träume, Gefühle zu realisieren. Leider verschwinden sie dadurch nicht, so einfach funktioniert die Welt nicht. Voller Vernunft sollte ich es akzeptieren und endlich darüber hinweg kommen. Aber es wird nicht besser. Ich denke dennoch immer wieder an dich. Ich komme nicht darüber hinweg. Ich habe es dir nie gesagt, wahrscheinlich aus Angst davor, dass ich recht habe, dass nur ich so empfinde. Aber vielleicht könnte ich endlich weiter machen, wenn es endlich ausgesprochen wäre, wenn ich es zumindest versucht hätte - soll ich es dir sagen?
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Sonntag, 28. August 2016
Fluchtgedanken
Ich habe in diesem Moment das dringende Bedürfnis wegzulaufen. Die welt bemüht sich wieder einmal mir das Gefühl zu geben, sie habe nur allerlei Pflichttermine und -veranstaltungen für mich parat, die ich kaum guten Gewissens absagen oder verlegen kann. So wird dann der kurze Zeitraum von einigen Tagen, den ich gerne für meine eigene Zerstreuung und Erbauung genutzt hätte, immer weiter zugepflastert mit den Wünschen anderer. Und wieder einmal liegt es an mir "Nein" zu sagen und wieder einmal fällt mir das so schwer - so entsteht dann der Wunsch nach Flucht in mir, alle eigenen und fremden Verantwortlichkeiten hinter mir lassen und einfach das Glück an einem anderen Ort suchen und sei es nur für ein paar Tage.
Donnerstag, 18. August 2016
Wie macht man es richtig?
Ist es in Ordnung, wenn man sich für eine Weile von einem Menschen, den man eigentlich sehr gern hat, zurückzieht, weil man merkt, dass er einen zur Zeit mehr Kraft und Energie kostet, als es zu verkraften wäre, weil man selbst nur sehr wenig davon hat?
Oder macht man sich damit des gleichen Egoismus schuldig, den man in der betreffenden Person und ihrer Fixierung auf sich selbst sieht?
Schwierige Fragen, man kann es wohl nur falsch machen.
Oder macht man sich damit des gleichen Egoismus schuldig, den man in der betreffenden Person und ihrer Fixierung auf sich selbst sieht?
Schwierige Fragen, man kann es wohl nur falsch machen.
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Donnerstag, 30. Juni 2016
Kill it with fire!!
Menschen, die Wortwendungen absichtlich falsch sagen, wie zum Beispiel "Schanke dön", "Schitte Bön", "Herzlichen Glühstrumpf" oder auch "Stück mal ein Rück", weil sie es für lustig halten oder noch schlimmer mal gehalten haben und diesen Witz inzwischen so oft gemacht haben, dass er in ihren allgemeinen Sprachschatz übergegangen ist, so dass sie ganz unbewusst dummes Zeug reden...
Wer, außer mir, hat noch das Bedürfnis solche Kreaturen zu packen, zu schütteln, anzuschreien und ihnen ins Gesicht zu schlagen, bis sie aufhören die Ohren ihrer Mitmenschen mit derartigem Kauderwelsch zu foltern und beim Blut ihrer Kinder, vorhanden oder ungeboren, schwören es niemals wieder zu tun?
Wer, außer mir, hat noch das Bedürfnis solche Kreaturen zu packen, zu schütteln, anzuschreien und ihnen ins Gesicht zu schlagen, bis sie aufhören die Ohren ihrer Mitmenschen mit derartigem Kauderwelsch zu foltern und beim Blut ihrer Kinder, vorhanden oder ungeboren, schwören es niemals wieder zu tun?
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Dienstag, 12. Januar 2016
Terminfindungsprobleme II
Wir befinden uns
wieder einmal an dem Punkt, an dem die Prioritäten gewisser Menschen
gegenüber meiner Person hinterfragt werden müssen. Es ist ein
leidiges Thema und ich verspüre wenig Lust darauf, erneut in Grübeln
und Selbstzweifel darüber auszubrechen. Diese Phase wünsche ich
hinter mir zu lassen.
Welcher Weg ist nun
der richtige, wenn man mehr und mehr merkt, dass jemand, den man
eigentlich schätzt, mit vielen Kleinigkeiten ein mangelndes oder
abebbendes Interesse und wenig Wertschätzung für die Zeit anderer
Menschen zum Ausdruck bringt? Welchen Weg soll man gehen, wenn man
des Redens und des Hinterherlaufens müde wird, da beides nur wenige
Früchte trug? Auf welchem Weg kann man seinen Stolz wahren und sich
am Ende des Tages noch im Spiegel betrachten, zumindest bildlich
gesprochen?
Ob er derjenige sein
wird, der all diese Punkte in sich vereinigt, vermag ich noch nicht
zu sagen; mein Weg jedenfalls wird mich schlicht von jenen Personen
fort führen. Nicht unendlich weit fort, es wird auf diesem Weg keine
Türen geben, die ich zuschlagen kann, weder für den dramatischen
Effekt noch für den Kontaktabbruch. Doch ich beschließe mich auch
nicht mehr allzu sehr zu bemühen, ein größeres Maß an Energie in
die Beziehung zu jenen Menschen zu stecken oder ihnen gar eine
gewisse Priorität vor anderen einzuräumen. Diese Anstrengungen und
Handlungen haben in der Vergangenheit eher zu Verärgerung
meinerseits als zu Bestätigung ihrerseits geführt, also können sie
auch unterbleiben.
Selbstschutz,
Selbstschutz. Unter diesem Motto wird mein weiteres Vorgehen stehen,
wieder einmal. Aktuell fühle ich mich auch gestärkt und emotional
uninvolviert genug, um dies problemlos so machen zu können.
Sicherlich wird sich dieser Zustand wieder ändern, aber man wird zu
diesem hoffentlich noch fernen Zeitpunkt auch eine Lösung finden.
Nun denn, ihr
Energieräuber, Lippenbekenner, Ausredenmeister, Selbstverliebten und
anderweitig Unzuverlässigen: Möge euch dies eine Warnung sein, denn
eine zweite Chance kann euch gewährt werden, darüber hinaus
beabsichtige ich aber keine Gefangenen zu machen. Man vergebe mir den
vulgären Ausdruck, doch mittlerweile fühle ich mich zu alt für
diesen Scheiß, der euer tägliches Spiel zu sein scheint.
Auch auf die Gefahr
hin am Ende etwas einsam dazustehen, mögen das große Aussortieren
beginnen!
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Dienstag, 29. Dezember 2015
Der Vorsatz
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es
wird wieder einmal Zeit abzurechnen, Revue passieren zu lassen und
sich selbst zu beurteilen. Aus aktuellem Anlass ist mir ein negativer
Sachverhalt des ausklingenden Jahres äußerst präsent aufgefallen:
Besonders die Freunde, die ich sehr schätze, sind weit weg oder ich
sehe sie aus anderen Gründen kaum. Aus diesem Grund und
wahrscheinlich noch anderen bin ich gerade... unzufrieden. Man
verbringt die meiste Zeit des Jahres mit der Interaktion mit
Kollegen, Bekannten, Familienmitgliedern und Freunden, für die man
kaum mehr als vielleicht flüchtige Sympathie empfindet, während man
sich nach der Gegenwart einiger weniger anderer sehnt, die zu oft
unerreichbar sind oder scheinen. Das mag wieder einmal mit dem Effekt
zu tun haben, dass man gerne das hätte, was man nicht hat oder haben
kann, dürfte aber in einigen Fällen auch einfach unglücklichen
Umständen geschuldet sein.
Räumliche Entfernung ist ein Grund.
Ein voller Terminkalender, andere Prioritäten, unbewusstes
Desinteresse der anderen Person können weitere sein. Was also tun?
Gute Vorsätze kann man schon fassen
fürs nächste Jahr. Entweder muss ich dem aktiver gegensteuern und
dafür sorgen, dass ich mehr Zeit mit den entsprechenden Menschen
verbringe - was aufgrund von Zeitmanagement auf allen Seiten schwer
machbar scheint. Oder ich muss meine Prioritäten verändern bzw. an
die dieser Menschen anpassen, also sie verringern - was aufgrund
emotionaler Bindung meinerseits schwer wird. Etwas muss ich aber tun,
diese häufige Unzufriedenheit ist unangenehm und Kommunikation über
elektronische Medien ist nur ein schwacher Ersatz für den echten
menschlichen Kontakt; inzwischen bin ich anscheinend alt genug, das
auch zu erkennen.
Nach einer mehr oder weniger
durchwachten Nacht des Nachdenkens stehen nun zumindest Tendenzen
fest. Veränderte Prioritäten sind vielleicht die vernünftige und
rationale Alternative, es ist jedoch offensichtlich, dass ich das
nicht durchhalten werde, denn es gibt schließlich Gründe, warum ich
an gewissen Menschen hänge.
Also muss die Lösung in der anderen
Richtung zu finden sein.
Ich werde mir also alle Mühe geben in
den kommenden 12 Monaten mehr Zeit mit den positiven Menschen in
meinem Leben zu verbringen. Die negativen Personen, die
Energiefresser, werde ich nach Kräften auf Abstand halten.
Vielleicht wird dieser Vorsatz Reisen zu den betreffenden Personen
beinhalten, vielleicht muss ich ihnen entgegen kommen, vielleicht
mehr einladen oder mit ihnen Veranstaltungen besuchen – die genauen
Details sind noch unklar, die Möglichkeiten zahlreich.
Ich nehme mir zudem vor am Ende des
Jahres 2016 Bilanz zu ziehen, was diesen Vorsatz betrifft; dies soll
als Ansporn, Druckmittel für mich selbst und Kontrollinstrument
dienen.
In diesem Sinne schon einen guten
Rutsch, man sieht, hört oder liest sich auf der nächsten Seite des
Kalenders.
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Maske in den Schrank
Weihnachten ist vorbei und es ist an
der Zeit sich von den Feiertagen zu erholen. Irgendwann drückt jede
Maske und man muss sie ablegen, besonders wenn man sie drei Tage am
Stück getragen hat. Freundlich-höflicher Gleichmut, unterdrückte
Antworten auf die üblichen kleinen Sticheleien, verschlossene Augen
und Ohren vor unterschwelligen familiären Zwistigkeiten – das
alles wird mit der Zeit anstrengend. Man versucht einen wackeligen
Frieden zu bewahren, obwohl man das Gefühl hat, dass niemand sonst
daran ehrliches Interesse hat. Man hofft auf eine ruhige Zeit, ist
dann aber gezwungen permanent Eskalationen vorzubeugen, bis die Ruhe
zu Stress verkommt. Durchgeplante Fresssucht und Verwandtenbesuche,
Lästereien über nicht Anwesende, Eifersucht zwischen
Familienmitgliedern, die befürchten zu kurz zu kommen. Nach dem
ersten Tag bereits geht man sich auf die Nerven und begibt sich
entweder in einen dämmrigen Halbschlaf um es aus zu sitzen oder
explodiert irgendwann und versucht die Fassade vorgeschobenen
Familienfriedens einzureißen. Denn vorgeschoben ist er, der Kalender
sagt, dass man in dieser Zeit des Jahres gut und freundlich
zueinander sein, Geschenke verteilen und sich lieben muss.
Also trägt man eine Maske. Lächelnd.
Nickend. Gedanken ausschaltend. Innerlich schreiend. Und man sehnt
sich nach Ruhe und Frieden, der jedoch erst nach Weihnachten, dem
Fest der Liebe und Besinnlichkeit, gewährt wird.
Samstag, 12. September 2015
Das Ende einer unendlichen Geschichte
Wie bereits einmal erwähnt, wurde
meine Wohnung vor einigen Wochen mit Balkonen versehen. Die
Geschichte hinter diesen ist eine lange und komplizierte voller
Rückschläge und Wirrungen...
Schon bei der Unterzeichnung des
Mietvertrages schwärmte der Vermieter von seiner Idee das Hinterhaus
mit Balkonen auszustatten. Dieser Wunsch war wohl von einem der
Bewohner an ihn herangetragen worden und er war mit Feuer und Flamme
bei der Planung. „Nicht mehr in diesem Jahr“, der Einzugstermin
war im März, „aber nächstes Jahr geht das los“, so oder ähnlich
waren seine optimistischen Einschätzungen während des Gesprächs.
Das war 2012.
Jenes Jahr, der Weltuntergang und auch
das darauf folgende vergingen ereignislos in Bezug auf die Balkone.
Wenn man dem Vermieter über den Weg lief, erwähnte er immer wieder
gerne seinen glorreichen Plan, doch folgten diesen Worten keine
Taten. Lächeln und Nicken, das war immer die beste Antwort auf seine
Auslassungen.
Doch 2014 sollte alles anders werden.
Ein Schreiben an alle Mieter tauchte
auf, in dem nun konkrete Pläne erläutert wurden. Im ersten Schritt
sollte der Innenhof umgestaltet und Fundamente angelegt werden, im
zweiten sollten dann die Balkone gebaut werden. Mit einer Woche
Verspätung begannen die Baumaßnahmen. Tatsächlich schien das
Unmögliche plötzlich möglich zu werden, denn die Hofumgestaltung
und das Gießen der Balkonfundamente wurden nach einiger Zeit
abgeschlossen. Doch dann... nichts. Alle hielten die Luft an und
warteten darauf, dass eines Morgens Bauarbeiter die Wände erklimmen
würden, aber das Warten war vergebens. Im Herbst des vergangenen
Jahres, lange nach dem angegebenen Bautermin, erwähnte der Vermieter
bei einem zufälligen Treffen beiläufig, dass die Firma, die mit dem
Bau beauftragt war, „abgesprungen“ sei, eine etwas eigenwillige
Formulierung im Zusammenhang mit Balkonen. Er sei jedoch fieberhaft
auf der Suche nach einem neuen Angebot. Auf den Einwand, dass es dann
wohl erst im nächsten Jahr etwas werde, erwiderte er: „Die kann
man auch im Winter anbauen, die werden ja nur von außen an die
Fassade geschraubt, das ist ja nicht so schlimm. Die Türen baut man
dann eben später ein...“
Nun ja. Der Winter verstrich. Das
Frühjahr brach an, die Natur erwachte, alle waren glücklich und
genossen die wärmenden Strahlen der Sonne. Niemand sprach mehr von
oder dachte an die Balkone. Eines Tages am Ende des Wonnemonats Mai
begegnete mir wieder einmal der Vermieter. Im Vorbeigehen rief er:
„Ende des Monats! Ende des Monats kommen die Balkone!“ Ich
nickte, lächelte und ging schnell weg, das ganze wirkte inzwischen
ein wenig wie ein Running Gag. Da der Mai fast Geschichte war, ging
ich davon aus, dass er vom Juni sprach und wartete mit mäßigem
Interesse auch diesen Monat ab. Man wundert sich nicht mehr, dass
nichts geschah.
Im Juli jedoch sollten alle überrascht
werden. Wieder gab es ein Rundschreiben und einen konkreten Termin.
Und zum ersten Mal in dieser Geschichte wurde dieser auch eingehalten
– eine Horde Handwerker, allerlei Werkzeug, ein kompakter Kran und
eine ebenso kompakte Hebebühne strömten in unseren engen Hinterhof
und begannen mit der Arbeit. In wenigen Tagen waren die lang
angekündigten Balkone, eher unansehnliche Metallkonstruktionen, von
außen an der Fassade befestigt, wie es der Vermieter, ein wahrer
Prophet, einst angekündigt hatte.
Doch dies war nicht das Ende. Zwischen
Balkon und Wand klaffte jeweils ein etwa 20 Zentimeter breiter Spalt,
laut Erklärung „falls man da mal irgendwann in einigen Jahren die
Wände noch dämmen will“ (es graut mir ein wenig davor, dass dies
das nächste endlose Projekt im Haus wird), zudem gab es noch keine
Türen, wir mussten aus dem Fenster klettern um diese Erweiterungen
unserer Wohnungen nutzen zu können.
Auf Nachfrage beschwichtigten die
zuständigen Handwerker die ungeduldigen Mieter, zumindest was den
ersten Punkt anging, und kündigten an, dass sie zeitnah noch ein
Blech über den Abgrund setzen würden. Ein Versuch sie zeitlich
festzunageln führte immerhin zu der Aussage „Zwischen nächster
Woche und Ende August, denn dann gehen wir in Urlaub“.
Diese Leute tauchten zwar nicht in der
folgenden Woche auf (wir befanden uns inzwischen im August), doch
immerhin tat dies ein Mann, der mit dem Einbau von Fenstern seinen
Lebensunterhalt bestreitet. Dieser vermaß alles, was er brauchte, um
„zeitnah“ Balkontüren einzubauen – zudem prüfte er, an
welchen Stellen Heizkörper versetzt werden müssten, damit er
überhaupt arbeiten kann. Alle waren fast euphorisch, da sie hofften,
dass diese Odyssee nun vielleicht endlich ihren Abschluss finden
würde.
Doch wie das so ist, der Mensch lernt
nichts aus seiner Geschichte. Die Wochen verstrichen, ohne dass sich
einer der zuständigen Handwerker jemals wieder meldete. Sobald man
des Vermieters angesichtig wurde, wurde nachgehakt, doch er wusste
auch nicht mehr und kündigte nur an „da mal anzurufen“. Am Ende
des Monats betrat ein weiterer Akteur in diesem Stück die Bühne,
der Heizungsinstallateur. Auch er nahm sehr sorgsam Maß, da er in
einer unserer Räumlichkeiten eine Spezialanfertigung von Heizkörper
einbauen müsste – der Platz ließ nichts anderes zu. Doch auch an
dieser Front herrschte nach dem Termin nur noch Schweigen.
Vor einer Woche ging es dann plötzlich
Schlag auf Schlag. Die Bleche wurden angebaut, einen halben Tag lang
turnten die Handwerker auf den Balkonen herum, schoben die
Einrichtungen, die die Bewohner schon mal (eigentlich unerlaubt) dort
platziert hatten, beiseite und schlossen unter lautem Getöse und
Rumoren den Spalt zwischen Wand und Balkon. Eine Kleinigkeit zwar,
doch es ist wesentlich angenehmer auf dem Balkon zu sitzen, wenn man
nicht ständig beim Blick nach links bis hinunter auf den
gepflasterten Hof schauen kann.
Zwei Tage später war der Heizungsmann
da. Ein 1,95 m hoher Heizkörper soll nun im Winter verhindern, dass
wir im Schlaf erfrieren. Am selben Tag kündigte der Vermieter im
Vorbeigehen an, dass „nächste Woche dann die Türen kommen. Oder
übernächste Woche. Ich ruf' da nochmal an.“
Wie es aussieht, wird es dann die
„übernächste“. Übermorgen soll es losgehen und innerhalb von
drei Tagen erledigt sein. Man darf äußerst gespannt sein, welche
Hindernisse, halbfertigen Ergebnisse oder anderen Absonderlichkeiten
uns dabei noch erwarten. Vielleicht, aber nur vielleicht, endet an
der Stelle auch die lange Geschichte von der tollen Idee unseres
Vermieters und wir können uns alle glücklich und zufrieden dort
sonnen und Tomaten anpflanzen.
Diesen Text schrieb ich auf dem
Wohnzimmerbalkon sitzend und die Septembersonne des Jahres 2015
genießend. Die Mietpartei, die ursprünglich nach Balkonen gefragt
hatte, wohnt übrigens schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr im
Haus. Ich hoffe, dass sie in ihrer neuen Bleibe endlich gefunden hat,
worauf sie hier vergeblich wartete.
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Donnerstag, 10. September 2015
Wandel
Veränderung ist Teil des Lebens, im Großen wie im Kleinen. Wir verändern uns jeden Tag, werden älter, machen neue Erfahrungen, gute und schlechte. Neue Möglichkeiten, Erkenntnisse und Techniken tauchen auf und beeinflussen uns. Auch wenn wir es uns manchmal vorstellen oder wünschen, unser Weg ist kein gerader, er ist von Kurven geprägt, da wir immer wieder Hindernissen ausweichen oder Gelegenheiten am Straßenrand wahrnehmen müssen. All das gehört dazu, macht uns zu dem, was wir heute sind und beeinflusst das, was wir morgen sind. Diese beiden "Ichs" sind unterschiedlich. Ob wir es nun wollen oder nicht, es wird immer wieder Veränderungen geben, die uns auch manches Mal aus unserer Wohlfühlzone reißen werden. Manchmal führen diese zu positiven, manchmal zu negativen Folgen, oft genug ist das vorher nicht absehbar.
Und wie es einem jeden von uns ergeht, so findet das auch in der gesamten Gesellschaft statt. Sie ist nicht statisch, sondern ständig im Wandel, neue Ideen und Strömungen sorgen für Veränderungen. Einflüsse von außen werden übernommen und Herausforderungen müssen bewältigt werden. Was gestern noch seltsam erschien, ist heute schon normal und morgen längst überholt. Das ist der Lauf der Dinge und so war es schon immer. Gesellschaftformen entwickeln sich, Bevölkerungsstrukturen wandeln sich, Sprache passt sich an und die Sichtweise der Menschen wechselt fast täglich.
Das gefällt uns oft nicht. Insgeheim sind wir alle etwas spießig und ängstlich und wollen eigentlich keine Änderung des Status Quo, in dem wir uns einigermaßen eingerichtet haben. Auch wenn es uns vielleicht nicht so gut geht, wie es möglich wäre, wir scheuen doch oftmals das Ungewisse des Wandels, selbst wenn er für uns positiv ausfallen könnte. So verharren wir in unseren eigenen Belangen oftmals auf einem Punkt, ängstlich bedacht nicht aus unserer kleinen Welt auszubrechen.
Wie gehen wir nun jedoch mit den größeren Umwälzungen um, vor denen wir uns nicht einfach verstecken können? Letztlich reagieren auch hier viele mit Ablehnung. Sie sehen sich durch das Unbekannte bedroht und wollen es bekämpfen. Angst geht um, die teilweise sogar in Gewalt umschlägt. Sie wollen oder können nicht wahrhaben, dass unsere gemeinsame Welt immer wieder Anpassungen von ihnen abverlangt, dass die Gegebenheiten sich immer wieder ändern werden, dass ihr privater Mikrokosmos ihnen nur die Illusion von Stillstand geben kann.
Veränderungen sind nicht pauschal gut oder schlecht. Manche entpuppen sich als blöde Ideen, manche sind ein Segen für die ganze Menschheit. Auf die eine oder andere Art wird es sie jedoch immer geben, denn immer wieder müssen wir auf veränderte Bedingungen reagieren.
Vielleicht sollten wir uns etwas weniger auf unseren eigenen beschränkten Horizont versteifen und von Zeit zu Zeit lieber versuchen die Chancen in neuen Situationen zu sehen. Und möglicherweise erkennen wir dann auch, dass nicht alle Änderungen unserer Welt den Untergang des Abendlandes bedeuten.
Und wie es einem jeden von uns ergeht, so findet das auch in der gesamten Gesellschaft statt. Sie ist nicht statisch, sondern ständig im Wandel, neue Ideen und Strömungen sorgen für Veränderungen. Einflüsse von außen werden übernommen und Herausforderungen müssen bewältigt werden. Was gestern noch seltsam erschien, ist heute schon normal und morgen längst überholt. Das ist der Lauf der Dinge und so war es schon immer. Gesellschaftformen entwickeln sich, Bevölkerungsstrukturen wandeln sich, Sprache passt sich an und die Sichtweise der Menschen wechselt fast täglich.
Das gefällt uns oft nicht. Insgeheim sind wir alle etwas spießig und ängstlich und wollen eigentlich keine Änderung des Status Quo, in dem wir uns einigermaßen eingerichtet haben. Auch wenn es uns vielleicht nicht so gut geht, wie es möglich wäre, wir scheuen doch oftmals das Ungewisse des Wandels, selbst wenn er für uns positiv ausfallen könnte. So verharren wir in unseren eigenen Belangen oftmals auf einem Punkt, ängstlich bedacht nicht aus unserer kleinen Welt auszubrechen.
Wie gehen wir nun jedoch mit den größeren Umwälzungen um, vor denen wir uns nicht einfach verstecken können? Letztlich reagieren auch hier viele mit Ablehnung. Sie sehen sich durch das Unbekannte bedroht und wollen es bekämpfen. Angst geht um, die teilweise sogar in Gewalt umschlägt. Sie wollen oder können nicht wahrhaben, dass unsere gemeinsame Welt immer wieder Anpassungen von ihnen abverlangt, dass die Gegebenheiten sich immer wieder ändern werden, dass ihr privater Mikrokosmos ihnen nur die Illusion von Stillstand geben kann.
Veränderungen sind nicht pauschal gut oder schlecht. Manche entpuppen sich als blöde Ideen, manche sind ein Segen für die ganze Menschheit. Auf die eine oder andere Art wird es sie jedoch immer geben, denn immer wieder müssen wir auf veränderte Bedingungen reagieren.
Vielleicht sollten wir uns etwas weniger auf unseren eigenen beschränkten Horizont versteifen und von Zeit zu Zeit lieber versuchen die Chancen in neuen Situationen zu sehen. Und möglicherweise erkennen wir dann auch, dass nicht alle Änderungen unserer Welt den Untergang des Abendlandes bedeuten.
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Sonntag, 6. September 2015
Zu wenig Inspiration
Ich sitze hier und starre seit Minuten auf das weiße, unbenutzte Dokument, in das ich einen Text eintippen will. Wie das eben so ist, will sich keine vernünftige Inspiration einstellen und der Kopf mag sich nicht so recht auf diese ihm gestellte Aufgabe konzentrieren. Alles scheint gerade wichtiger zu sein und zu Abschweifungen einzuladen. Ich habe bereits dreimal den Inhalt des Kühlschranks kontrolliert, mehrmals nachdenklich aus dem Fenster geschaut um über mögliche Balkoneinrichtungen nachzudenken und wie oft ich mein Emailprogramm geöffnet habe in der Hoffnung eine neue Nachricht könnte mich ablenken, habe ich nicht gezählt.
Ein Nachbar hört bei geöffnetem Fenster Musik. Also musste ich aufstehen und ebenfalls aus dem Fenster lauschen um das Lied zu erkennen. Das war gerade von äußerster Wichtigkeit. Leider konnte ich den Titel nicht identifizieren, habe aber festgestellt, dass die unansehnlichen Sperrmüllberge im Hof anscheinend verschwunden sind. Was fange ich nur mit dieser überraschenden Information an?
Oh, mein Handy vibriert. Jemand wünscht meine Aufmerksamkeit. Ich KANN also leider gar keinen tiefsinnigen Text verfassen, da ich gerade sehr beschäftigt mit sozialen Verpflichtungen bin!
Wenn man diesen Beitrag nun als etwas billigen Versuch sehen mag, sich zumindest grob an (hauptsächlich mir selbst) gegebene Versprechen zu halten, liegt man möglicherweise gar nicht so falsch.
Ein Nachbar hört bei geöffnetem Fenster Musik. Also musste ich aufstehen und ebenfalls aus dem Fenster lauschen um das Lied zu erkennen. Das war gerade von äußerster Wichtigkeit. Leider konnte ich den Titel nicht identifizieren, habe aber festgestellt, dass die unansehnlichen Sperrmüllberge im Hof anscheinend verschwunden sind. Was fange ich nur mit dieser überraschenden Information an?
Oh, mein Handy vibriert. Jemand wünscht meine Aufmerksamkeit. Ich KANN also leider gar keinen tiefsinnigen Text verfassen, da ich gerade sehr beschäftigt mit sozialen Verpflichtungen bin!
Wenn man diesen Beitrag nun als etwas billigen Versuch sehen mag, sich zumindest grob an (hauptsächlich mir selbst) gegebene Versprechen zu halten, liegt man möglicherweise gar nicht so falsch.
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Dienstag, 25. August 2015
Für das Imperium!
In Reih und Glied angetreten sehen wir
hier die Sturmtruppen des Imperiums. Und so schnell wie ihre großen
Vorbilder von den Rebellen niedergestreckt werden, so schnell waren diese Versionen vertilgt.
Anlässlich einer Geburtstagsfeier
sollte ich Gebäck mit Motiv produzieren. Etwas derartiges hatte ich
noch nie gemacht – Herausforderung angenommen! Irgendwo in den
Tiefen des Internets stieß ich auf eine Anleitung um aus
Marshmallows Star Wars Stormtroopers zu machen. Einen
lebensmitteltauglichen Marker konnte ich leider kurzfristig nicht
mehr organisieren, daher musste ich ein wenig improvisieren.
Die Grundlage des ganzen sind einfache
Rührteigmuffins mit Schokoladensplittern im Inneren. Die
Marshmallows habe ich mittels eines Zahnstochers bemalt, als Farbe
diente ein sehr ergiebiges schwarzes Färbemittel für Buttercreme.
Dies gestaltete sich zunächst sehr mühsam, nach denm ersten Trupp entwickelte sich jedoch eine gewisse Routine. Aufgeklebt wurden die weißen fluffigen Kameraden dann mit weißer
Kuvertüre.
Es greift der Cheerleadereffekt, in der
Gruppe sehen sie sehr gut aus, wenn man jedoch den einzelnen Soldaten
betrachtet, erkennt man gewisse Unzulänglichkeiten. Auch war die
Farbe nicht ganz geeignet, da man mit der Zeit sehen konnte, dass sie
sich ein wenig über den restlichen Marshmallow verteilte. Beim
nächsten Mal, wenn es denn ein solches gibt, sollten zudem die
Muffins unter den Sturmtruppen etwas weniger langweilig sein.
Alles in allem bin ich jedoch mit dem
Ergebnis zufrieden, ebenso waren es die Gäste und, was das
wichtigste ist, das Geburtstagskind.
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Freitag, 7. August 2015
Ein neuer Schuss
Wir befinden uns an Tag 2 nach der letzten Dosis. Vor ziemlich genau 48 Stunden habe ich "das Suchtmittel" zum Abschied umarmt und seiner Wege ziehen lassen. Eine hervorragende Möglichkeit um einmal die Abhängigkeitssymptome genauer zu analysieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
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Samstag, 25. Juli 2015
Ein unregelmäßiges Update
Nun ja, nun ja. Scheinbar war es doch nicht so einfach sich selbst in den Allerwertesten zu treten, einmal die Woche zumindest zwei oder drei Absätze zu tippen und hier zu posten. Der Ausreden gibt es viele: Keine Zeit, zu viel wichtigere Dinge, die zu erledigen waren, fehlende Ruhe und Inspiration, wenn doch mal die Zeit da war, Faulheit, Unzufriedenheit mit den im Kopf umherschwirrenden Texten.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Mein erstes hochgeladenes Bild in diesem Blog. Ich bin so stolz.
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
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Donnerstag, 9. Juli 2015
Eine verlorene Schlacht
Du denkst den ganzen Tag über immer wieder an sie und bist ein wenig genervt.
Du ertappst dich dabei, immer wieder auf dein Handy zu schauen, falls sie dir geschrieben hat, und verdrehst die Augen über dein Verhalten.
Du hoffst bei jedem Vibrieren, Piepen oder Klingeln, dass sie es ist, die sich meldet und bist enttäuscht, wenn es wieder jemand anders ist.
Du willst nicht selbst den ersten Schritt machen, denn du willst nicht bedürftig erscheinen und außerdem gibt es ja auch keinen Grund für einen ersten Schritt.
Doch dann beginnst du auch noch von ihr zu träumen, nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal. Du weißt, du bist glücklich in diesen Träumen, glücklicher als im wachen Zustand und du weißt auch, dass du nicht mehr weiter weißt.
Du hast verloren, denn dein Unterbewusstsein mischt sich für die Gegenseite ein.
Dein Unterbewusstsein ist eine Hure!
Du ertappst dich dabei, immer wieder auf dein Handy zu schauen, falls sie dir geschrieben hat, und verdrehst die Augen über dein Verhalten.
Du hoffst bei jedem Vibrieren, Piepen oder Klingeln, dass sie es ist, die sich meldet und bist enttäuscht, wenn es wieder jemand anders ist.
Du willst nicht selbst den ersten Schritt machen, denn du willst nicht bedürftig erscheinen und außerdem gibt es ja auch keinen Grund für einen ersten Schritt.
Doch dann beginnst du auch noch von ihr zu träumen, nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal. Du weißt, du bist glücklich in diesen Träumen, glücklicher als im wachen Zustand und du weißt auch, dass du nicht mehr weiter weißt.
Du hast verloren, denn dein Unterbewusstsein mischt sich für die Gegenseite ein.
Dein Unterbewusstsein ist eine Hure!
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Donnerstag, 18. Juni 2015
Gibt es einen Sommerblues?
Ob es am Wetter liegt, wie mehrfach als
Erklärung angeboten? Hoher Luftdruck, häufige Temperaturwechsel,
Nieselregen und Wind – sie alle wurden als Auslöser für die
Symptome Kopfschmerz und Müdigkeit genannt. Möglicherweise ist da
etwas dran. Seit einigen Tagen geht es nun so und es ist zehrend.
Selbst zeitiges Zubettgehen, ausreichendes Trinken und dergleichen
ändern nichts an den unglaublichen Schwierigkeiten sich aufzuraffen,
etwas zu schaffen, gegen den Schmerz anzugehen, die Trägheit
beiseite zu schieben.
Damit einher kommen verstärkte soziale
Abneigungen. Fremde Menschen fühlen sich beim ersten Kontakt direkt
unangenehm und nervend an. Bekannte Menschen werden minutiös nach
Fehlern durchleuchtet, damit es einen Grund gibt sich auch von ihnen
fernzuhalten. Und auch vor der eigenen Person wird nicht halt
gemacht, peinliche Situationen der Vergangenheit werden im Kopf hin
und her bewegt, die Reaktionen anderer werden automatisch negativ
ausgelegt und ganz allgemein stehen schlechte Eigenschaften im
Vordergrund.
Aber ist doch auch wahr! Was soll man
denn denken von Passanten, die den ganzen Gehweg blockieren, von
Kassiererinnen, die sich auf lange Diskussionen mit ihren Kunden
einlassen, von Nachbarn, die donnernd ihre Türen ins Schloss werfen?
Man muss all diese Menschen doch hassen!
Wie soll man reagieren auf Freunde, die keine Zeit für einen haben, auf Bekannte, die unzuverlässig sind, auf Kollegen, die unablässig himmelschreienden Blödsinn von sich geben?
Wie soll man reagieren auf Freunde, die keine Zeit für einen haben, auf Bekannte, die unzuverlässig sind, auf Kollegen, die unablässig himmelschreienden Blödsinn von sich geben?
Wie bringt man das Gehirn zum
Schweigen, das all diese Dinge denkt und bemerkt, das innerlich mit
allerlei Menschen diskutiert, das sich selbst für so unglaublich
unzulänglich und fehlerbehaftet hält?
Alles in allem steht aktuell mal wieder
die Gewissheit nicht zu genügen im Mittelpunkt. Dagegen gibt es
Mittel, zweifellos, jedoch muss man sich zu all diesen Mitteln erst
einmal motivieren und sie nicht schon im Vorfeld zerdenken. Natürlich
ist es möglich, Dinge zu tun, die ablenkend oder angenehm sind –
aber womit beginnt man und was ist schon angenehm? Natürlich wäre
es richtig, die eigenen Gedanken in andere, realistischere und
weniger depressive Bahnen zu lenken – aber sie sind nun einmal sehr
widerspenstig und kehren immer wieder zurück. Natürlich würde das
Treffen von Menschen eine Wohltat sein, da es Zerstreuung und
Ablenkung verspricht – aber wer hat schon Zeit und will sie mit
einem griesgrämigen, mürrischen Typen verschwenden? Nun ja, alles
dreht sich im Kreis.
Sicherlich wird dieser Zustand auch
wieder vergehen. Er vergeht jedes Mal wieder, kehrt aber auch leider
ebenso regelmäßig zurück. Bleibt nur zu hoffen, dass der
Wetterwechsel bald kommt.
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Mittwoch, 20. Mai 2015
Quengelware
Soviel dann zum "Erwachsensein"...
Der Discounter um die Ecke hat in seinem Non-Food-Bereich seit etwa einer Woche diverse Sommerutensilien im Angebot. Neben Blumentöpfen und Picknickdecken befindet sich auch ein Regal mit Nerfguns, bunte Plastikpistolen, die kleine bunte Schaumstoffpfeile verschießen können... folgerichtig schleiche ich also seit etwa einer Woche schon bei jedem Einkauf um dieses Regal herum und hadere mit mir und meinem Schicksal.
"Du brauchst sowas doch eh nicht, was willst du damit?"
"Du bist erwachsen, das ist Kinderspielzeug!"
"Das ist ziemlich albern, lass die Finger davon!"
"Das Geld kannst du viel sinnvoller ausgeben!"
Eine Woche lang habe ich es geschafft dem Drang so ein Teil zu kaufen zu widerstehen - heute war dann die Selbstbeherrschung nach einem nervigen, anstrengenden Tag auf dem Nullpunkt angelangt. Damit ich mich nicht ganz so kindisch fühle, plane ich das Ding anzumalen. Das machen Erwachsene so, Nerfguns anmalen, damit sie cool aussehen. Und nur aus diesem Grund habe ich heute zugegriffen und sie mitgenommen, künstlerische Betätigung und kreative Entspannung!
Man muss sich nur lang genug einreden, dass eine Entscheidung rational gefällt wurde, dann glaubt man das irgendwann auch.
Man möge mich nun bitte entschuldigen, ich muss auf Dinge schießen.
Der Discounter um die Ecke hat in seinem Non-Food-Bereich seit etwa einer Woche diverse Sommerutensilien im Angebot. Neben Blumentöpfen und Picknickdecken befindet sich auch ein Regal mit Nerfguns, bunte Plastikpistolen, die kleine bunte Schaumstoffpfeile verschießen können... folgerichtig schleiche ich also seit etwa einer Woche schon bei jedem Einkauf um dieses Regal herum und hadere mit mir und meinem Schicksal.
"Du brauchst sowas doch eh nicht, was willst du damit?"
"Du bist erwachsen, das ist Kinderspielzeug!"
"Das ist ziemlich albern, lass die Finger davon!"
"Das Geld kannst du viel sinnvoller ausgeben!"
Eine Woche lang habe ich es geschafft dem Drang so ein Teil zu kaufen zu widerstehen - heute war dann die Selbstbeherrschung nach einem nervigen, anstrengenden Tag auf dem Nullpunkt angelangt. Damit ich mich nicht ganz so kindisch fühle, plane ich das Ding anzumalen. Das machen Erwachsene so, Nerfguns anmalen, damit sie cool aussehen. Und nur aus diesem Grund habe ich heute zugegriffen und sie mitgenommen, künstlerische Betätigung und kreative Entspannung!
Man muss sich nur lang genug einreden, dass eine Entscheidung rational gefällt wurde, dann glaubt man das irgendwann auch.
Man möge mich nun bitte entschuldigen, ich muss auf Dinge schießen.
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Montag, 20. April 2015
Die Droge "Mensch"
Sind manche Menschen mit Rauschmitteln
gleichzusetzen? Müsste man sie einfach nur fein zermahlen, in
Tütchen verpacken und könnte sie dann äußerst gewinnbringend
verkaufen?
Es gibt Personen, deren Wirkung sich
zumindest ähnlich anfühlt. Wenn sie in der Nähe sind, ist es wie
ein Rausch, man fühlt sich frei, hat Spaß und nimmt die ganze Welt
ganz anders wahr. Jedoch folgt kurz darauf der unweigerliche Absturz,
wenn sie wieder verschwinden. Passenderweise fühlen sich anscheinend
auch nur Menschen so an, deren Nähe man nur sehr selten genießen
darf – ob da ein Zusammenhang besteht?
Die erste Zeit nach der Zusammenkunft
bleibt das Hoch noch erhalten. Man grinst viel, denkt an die
vergangenen Momente und freut sich auf das nächste Mal. Dann lässt
die Wirkung langsam nach. Man beginnt die Tage und Wochen und Monate
zu zählen, bis man sich das nächste Mal sieht und ist geschockt,
wenn man merkt, dass man diese Zeit tatsächlich in Monaten berechnen
muss. Die Gedanken kreisen immer häufiger um das Rauschmittel, man
beginnt sich zu überlegen, ob es Alternativen gibt, um sich die Zeit
und Nähe zu holen, die man will, wenn man andere Verpflichtungen
vernachlässigt.
Irgendwann ist der Entzug so weit
fortgeschritten, dass man ungehalten ist, fahrig, dass die Welt ihre
Farbe und ihre Freude zu verlieren scheint. Man würde eine ganze
Menge tun, nur um einige Augenblicke der geschätzten Person für
sich beanspruchen zu können. Es tut beinahe körperlich weh von ihr
getrennt zu sein und zu wissen, dass dies vorerst so weiter gehen
wird.
Und dann ist der Entzug durch. Es ist
nicht so, dass die Person an Bedeutung verliert oder dass man sie
nicht mehr gern hat, dieser unbändige Drang nach ihrer Nähe löst
sich nur auf. Man kann normal mit der Situation umgehen, man hat kein
Problem mehr zu warten, man investiert nicht mehr einen Großteil der
eigenen Energie dort hinein. Aus eigener Erfahrung tritt dieser
Zeitpunkt etwa nach einem Monat des Abstandes ein, manchmal etwas
früher, manchmal etwas später.
Wie das aber so ist bei Drogen, es
kommt der Moment des Rückfalls, denn eigentlich will man ja gar
nicht clean sein – man trifft die Person wieder, freut sich, hat
eine schöne Zeit, genießt ihre Nähe... und das Spiel beginnt von
vorne.
Also: Vorsicht vor Freundschaften, sie sind nur der Einstieg!
Nachtrag: Scheinbar reicht schon ein kurzes Gespräch über Skype als "Schuss" um wieder "high" zu werden. Verdammte Sucht!
Nachtrag: Scheinbar reicht schon ein kurzes Gespräch über Skype als "Schuss" um wieder "high" zu werden. Verdammte Sucht!
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Sonntag, 5. April 2015
Pause vom Wahnsinn
Soziale Medien sind etwas feines. Man kann schnell mit seinen Freunden, Bekannten und Kollegen kommunizieren, hat Zugang auf allerlei Informationen und den neusten Klatsch und Tratsch und kann seinerseits solche Informationen zur Verfügung stellen. Angeregte, tiefsinnige Diskussionen über Gott und die Welt sind möglich.
Der geneigte Leser wird sicherlich wissen, dass diese Idealvorstellungen jedoch oftmals eher fromme Wünsche sind, die mit der Realität wenig gemein haben.
Ständige Erreichbarkeit, dümmliche Kommentare anderer Nutzer, jammervolle Existenzen, die ihr virtuelles Klagelied anstimmen, die üblichen Kommunikationsprobleme, wenn man Mimik und Gestik des Gegenübers nicht wahrnimmt,... man kann, muss aber nicht, diese Liste noch eine ganze Weile fortführen.
Darum ist ab und zu eine Pause sehr hilfreich. Eine festgesetzte Zeit, in der entsprechende Seiten nicht aufgerufen werden, in der entsprechende Apps ab- oder zumindest still gestellt sind und in der man sich zwingt diese Abstinenz auch rigoros durchzuhalten. Aus eigener Erfahrung ist zu berichten, dass bereits nach kurzer Zeit der Nachtschlaf wesentlich entspannter ist, der Nacken weniger schmerzt vom Kopfschütteln und der Kopf sich mehr auf bessere, konstruktive Aufgaben konzentrieren kann.
Woran merkt man, dass eine Pause nötig ist? Wenn der Wunsch in den PC oder das Handy zu beißen übermächtig wird, wenn Verzweiflung und Frustration zu stark werden, wenn man beginnt diese konstruierte Welt zu ernst zu nehmen und seinen Freunden Dinge, Aussagen oder Verhalten aus dieser Welt übel nimmt... dann ist der Augenblick gekommen sich mal wieder eine Weile auszuklinken.
Dementsprechend: Zurücklehnen, lächeln und abschalten!
Der geneigte Leser wird sicherlich wissen, dass diese Idealvorstellungen jedoch oftmals eher fromme Wünsche sind, die mit der Realität wenig gemein haben.
Ständige Erreichbarkeit, dümmliche Kommentare anderer Nutzer, jammervolle Existenzen, die ihr virtuelles Klagelied anstimmen, die üblichen Kommunikationsprobleme, wenn man Mimik und Gestik des Gegenübers nicht wahrnimmt,... man kann, muss aber nicht, diese Liste noch eine ganze Weile fortführen.
Darum ist ab und zu eine Pause sehr hilfreich. Eine festgesetzte Zeit, in der entsprechende Seiten nicht aufgerufen werden, in der entsprechende Apps ab- oder zumindest still gestellt sind und in der man sich zwingt diese Abstinenz auch rigoros durchzuhalten. Aus eigener Erfahrung ist zu berichten, dass bereits nach kurzer Zeit der Nachtschlaf wesentlich entspannter ist, der Nacken weniger schmerzt vom Kopfschütteln und der Kopf sich mehr auf bessere, konstruktive Aufgaben konzentrieren kann.
Woran merkt man, dass eine Pause nötig ist? Wenn der Wunsch in den PC oder das Handy zu beißen übermächtig wird, wenn Verzweiflung und Frustration zu stark werden, wenn man beginnt diese konstruierte Welt zu ernst zu nehmen und seinen Freunden Dinge, Aussagen oder Verhalten aus dieser Welt übel nimmt... dann ist der Augenblick gekommen sich mal wieder eine Weile auszuklinken.
Dementsprechend: Zurücklehnen, lächeln und abschalten!
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Dienstag, 31. März 2015
Kurzgeschichte: Vor dem Spiegel.
Die Vorgabe war: Eine Woche Zeit, Fantasygenre, die Stichworte "Liebe, Mord, Spiegel" und eine Länge von 5000 bis 10000 Zeichen. Es wurden 9361.
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Ich
erinnere mich, dass ich mich freute, als der Spiegel endlich
geliefert wurde. Groß war er, vier kräftige Männer trugen ihn,
jeder an einer Ecke, ich konnte ihnen die Anstrengung ansehen. Leicht
nervös versuchte ich sicherzustellen, dass sie das gute Stück nicht
beschädigten, sie versuchten sich ihren Ärger über meine
Anweisungen nicht anmerken zu lassen, doch ich sah es wohl. Es war
schon immer Teil meiner Position die Menschen zu durchschauen. Man
benötigt diese Fähigkeit als Patriarch eines Hohen Hauses in dieser
Stadt, sonst endet die eigene Herrschaft zwangsläufig sehr abrupt.
Als
der Spiegel endlich an Ort und Stelle war, betrachtete ich ihn
ausgiebig und suchte nach möglichen Transportschäden. Doch die
Träger hatten ganze Arbeit geleistet und sich sehr viel Mühe
gegeben, die glatte Oberfläche war makellos und auch der wuchtige
verschnörkelte Rahmen aus dunklem Holz wies keinerlei Kratzer auf.
Ich nickte ihnen zufrieden zu und ließ jedem von ihnen ein
Silberstück durch einen meiner Hausdiener aushändigen. Sie gaben
sich alle Mühe ihrem Dank Ausdruck zu verleihen und verschwanden
schleunigst, scheinbar machte sie die ungewohnte Umgebung nervös.
Vermutlich haben sie das Silber noch am selben Abend in einer der
zahllosen Kneipen der Unterschicht versoffen, aber das scherte mich
nicht. Ich hatte nur Augen für den Spiegel.
Der
Hexenmeister Janus, bei dem ich ihn erstanden hatte, hatte mir klare
Anweisungen für seine Benutzung mit auf den Weg gegeben.
„Stellt
Euch vor den Spiegel, schließt eure Augen und konzentriert euch für
einige Sekunden intensiv auf den Ort oder die Person, die ihr sehen
wollt. Öffnet sodann Eure Augen und Ihr werdet das gewünschte Bild
vor Euch sehen.“ Janus hatte bei diesen Worten seinen langen weißen
Bart gestreichelt. Ich weiß, dass ich mich sehr bemühen musste
meinen Abscheu gegenüber der Kreatur vor mir zu verbergen. Blass und
gebeugt hatte er in dem Raum gesessen, den er offenbar als sein
Studierzimmer ansah. Er wirkte unterernährt, sein Schädel war kahl
und voller seltsamer Flecken. Sein Bart, den er so voller Stolz
liebkoste, war dünn und strähnig, man konnte sein weißes Kinn
darunter hervor scheinen sehen. Von der Qualität seiner Kleidung und
den lächerlichen Einrichtungsgegenständen, die wohl seine Kunden in
die richtige Stimmung versetzen sollten, obwohl man deutlich sah, das
keiner davon echt war, will ich gar nicht erst anfangen. Janus hatte
mich nach seinen Worten angegrinst, die Zahnlücken in seinem Mund
passten zu seinem fauligen Atem. Ich hielt die Luft an.
„Aber
seid gewarnt, Herr“, er hob den Zeigefinger, als würde er zu einem
Schuljungen sprechen, „verwendet den Spiegel nur, wenn es wirklich
vonnöten ist, jede Benutzung birgt ein gewisses Risiko für den
ungeschulten Geist.“
Ich
hatte nur genickt und ihm mit spitzen Fingern den Beutel mit der
fürstlichen Summe überreicht, die wir für den Zauberspiegel
ausgehandelt hatten. Sein Grinsen war dabei noch etwas breiter und
gieriger geworden.
Und
nun stand er endlich vor mir und ich konnte ihn nach Belieben
verwenden. Wie ich schon erwähnte, das Durchschauen der Menschen ist
wichtig für den Erfolg meiner Position, mit diesem kleinen,
magischen Hilfsmittel jedoch würde ich in kürzester Zeit mein Haus
zum mächtigsten der gesamten Stadt machen. Kein Schritt meiner
Gegner würde mir verborgen bleiben. Jedes Auflehnen gegen meine
Macht wäre vergebens. All ihre Geheimnisse lagen offen vor mir. Ich
lächelte vergnügt und betrachtete mein Spiegelbild, das noch viel
vergnügter wirkte, als ich mich fühlte. Ich überlegte, auf welche
Weise ich meine neue Investition wohl testen sollte.
Die
Entscheidung kam schnell, ich wollte einen Blick in die Ratshalle
werfen. Ich schloss die Augen und stellte sie mir vor. Ich hatte
viele Stunden dort verbracht, somit war es kein Problem sie mir vor
mein geistiges Auge zu rufen. Nach einigen Sekunden öffnete ich
meine Augen wieder und betrachtete den Spiegel. Er sah seltsam
verschwommen aus, als wäre er schlecht gearbeitet oder von einem
öligen Film bedeckt. Dann verschwand mein Spiegelbild und ich sah
die mir so bekannte Ratshalle. Ich grinste. Es hatte funktioniert.
Die
Halle war zu dieser Zeit leer, die nächste Sitzung stand erst am
nächsten Morgen an. Ich stellte fest, dass ich mit einfachen
Gedanken das Bild bewegen konnte, so dass ich den Raum aus
verschiedenen Blickrichtungen betrachten konnte. Nachdem ich mich
kurz abgewandt hatte, war jedoch wieder nur mein eigenes Spiegelbild
in der glatten Oberfläche zu sehen.
In
den nächsten Tagen und Wochen benutzte ich ihn immer wieder, meinen
Zauberspiegel. Ich lernte, dass ich auch hören konnte, was
gesprochen wurde, wenn ich mich auf Menschen konzentrierte und sie
heimlich beobachtete. Die durch dieses magische Kleinod gewonnenen
Informationen brachten meine Geschäfte gewaltig in Schwung, kein
Geheimnis meiner Konkurrenz blieb mir verborgen und meine politischen
Gegner konnten keine Intrigen gegen mich spinnen, von denen ich nicht
nach kürzester Zeit gewusst hätte. Doch dann, auf dem Höhepunkt
meiner Macht und meiner Möglichkeiten, sah ich sie.
Ich
bespitzelte gerade einen meiner ärgsten Widersacher, als meine
Aufmerksamkeit von einer jungen Dame im Hintergrund der Szene
gefangen wurde. Sie war das liebreizendste Wesen, auf das meine Augen
jemals fielen und ich war ihr sofort verfallen. Im Nu war der
eigentliche Zweck meiner Sondierung vergessen und ihr Antlitz füllte
den gesamten Spiegel vor mir aus. Die nächsten Stunden verbrachte
ich damit ihr zuzuschauen, sie zu bewundern und alles über sie zu
erfahren.
Sie
schien eine Freundin der Tochter meines Feindes zu sein, jedenfalls
gingen die beiden Mädchen sehr freundschaftlich miteinander um. Ich
sah ihnen beim Essen zu, beim Spaziergang durch die Gärten und beim
Herumalbern über belanglose Themen. Ich vergaß darüber vollkommen
die Zeit.
In
den nächsten Tagen ging es bergab mit mir. Ich verpasste immer
wieder Ratssitzungen. Der Zauberspiegel, der mir eigentlich nur für
geschäftliche Zwecke dienen sollte, wurde von mir nur noch für die
Beobachtung meiner Angebeteten benutzt. Kaum hatte ich am Morgen das
Bett verlassen, begab ich mich zu meinem Fenster in die Welt und
dachte an ihr hübsches Gesicht. Den Rest des Tages verbrachte ich
zumeist mit ihr, wenn auch nur von ferne. Ich aß wenig,
vernachlässigte meine Geschäfte und mein Haus. Ich ließ meine
Freunde und Verbündeten durch Diener abwimmeln, auch wenn ihre
Anfragen immer dringlicher wurden. Ich nahm es kaum wahr, aber auch
meine Dienerschaft wurde kleiner, da ich mich mit Dingen wie
Lohnzahlungen nicht auseinander setzen wollte.
Dann
kam das Ende. Eines Tages sah ich sie mit einem jungen Mann auf einem
Spaziergang. Sie hatte sich bei ihm unter gehakt und lachte über
einen blödsinnigen Scherz, den er gemacht hatte. Mein Herz zerriss
fast bei diesem Anblick und meine Eifersucht wurde geweckt. Wie
konnte er es wagen meine Geliebte anzusprechen, zu berühren,
womöglich zu verführen? So sehr ich mir auch einreden wollte, dass
sie ihn sicherlich abweisen und mir treu bleiben würde, so sehr
sprachen auch alle Anzeichen dagegen. In der folgenden Zeit sah ich
ihn immer häufiger in ihrer Gegenwart. Sie verbrachten die
Nachmittage miteinander, einige Male besuchten sie gemeinsam ein
Theater. Meine Verzweiflung und meine Wut auf meinen Nebenbuhler
wuchs stetig an, doch was sollte ich tun? Ich konnte nur hilflos
zusehen, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Konnte sie nicht sehen,
dass er nur mit ihr spielte, dass er sie verletzen würde? Er war
nicht gut für sie.
Beim
letzten Mal, als ich die beiden durch den Spiegel beobachtete, gingen
sie am späten Abend durch die Gärten. Ich schrie gepeinigt auf, als
er sich herunter beugte und sie küsste, sie wehrte sich nicht, ließ
es zu. Hasserfüllt sah ich, wie er sie zu einer Bank führte und
seine Liebkosungen fortsetzte. Ich konnte doch nicht einfach nur
zusehen, ich musste handeln! Jeder hätte in dieser Situation
gehandelt, wenn er noch einigermaßen bei klarem Verstand gewesen
wäre. Seit Wochen zum ersten Male fiel mir auf, dass ich ja nur
Ereignisse beobachtete, die wahrhaftig gerade stattfanden. Ich konnte
eingreifen, ich musste mich nur von dem Spiegel losreißen.
Dies
gestaltete sich sehr schwierig. Ich musste meine gesamte verbliebene
Willenskraft einsetzen, um nur den Kopf zu drehen. Als das Bild der
beiden auf der Bank verschwunden war, blickte ich in mein Gesicht.
Ich hatte anscheinend etwas abgenommen. Eine Rasur würde mir gut
tun. Aber die kalte, klare, ein wenig fiebrige Entschlossenheit in
meinen weit aufgerissenen Augen machte mir Mut. Mit einer schnellen
Handbewegung stieß ich den Zauberspiegel um, der mich so lange
gefangen hatte. Ich würde nun aktiv werden und nicht länger der
Zuschauer sein. Er zersprang auf dem kalten harten Steinboden in
tausend Scherben. Ich grinste breit und griff mir die größte von
ihnen, achtete nicht auf das Blut, das mir dabei über die Hand lief,
als die scharfe Bruchkante in mein Fleisch schnitt. Den Weg in die
Gärten kannte ich, ich würde die beiden schon finden und mir dann
nehmen, was mir gehörte.
Im
Hinausgehen glaubte ich kurz das breite Grinsen und die Zahnlücken
des Hexenmeisters in einem der Spiegelfragmente am Boden zu sehen,
dann war es das liebliche Lächeln meiner Angebeteten; doch bei
näherer Betrachtung erkannte ich, dass es nur mein eigenes
Spiegelbild war.
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Montag, 30. März 2015
Die graue Wut
Ich bin wütend. Leider weiß ich nicht
genau, warum...
Es geht schon seit Wochen so. Kleinste
Kleinigkeiten ärgern mich. Das Verhalten meiner Mitmenschen lässt
mich innerlich schreien. Ereignisse und Situationen führen zur
gleichen Reaktion. Zusätzlich spüre ich Wut auf mich selbst, zum
Teil eben auch, weil ich diese Wut empfinde, ein Teufelskreis. Man
stelle sich an dieser Stelle mein betroffenes Kopfschütteln vor.
Des Nachts liege ich in meinem Bett,
starre an die Decke und diskutiere in meinem Kopf. Ob mit mir selbst
oder mit anderen Personen, es läuft immer darauf hinaus, dass ich
meine Fehler in vergangenen Situationen und Begegnungen erkenne und
wiederum wütend bin, dass ich so falsch gehandelt habe. Zudem regt
es mich auf, dass ich diese Gehirndiskussionen überhaupt führe, da
sie natürlich meinen Nachtschlaf negativ beeinflussen.
Dementsprechend bin ich am nächsten Tag aus Schlafmangel wiederum
schlecht gelaunt und/oder nicht so leistungsfähig, wie ich es gerne
wäre und... ja, auch hier ist wieder das selbstmitleidige
Kopfschütteln passend.
Wo fühlt man die Wut? Ich spüre sie
im Kopf, oben, an der Schädeldecke. Wenn sie da ist, ist es wie ein
leichter Druck, der nach außen drängt. Zudem spannt sich der Kiefer
an und der Brustkorb fühlt sich an, als wolle er sich wie eine Blume
öffnen, aufbrechen, als wolle das Herz jemanden anspringen und
beißen. Da diese Wut eine graue, hilflose ist (weil ich ihre
ursprüngliche Ursache nicht genau kenne, nur ihre Auslöser), kommt
noch eine Muskelanspannung in den Armen und Beinen dazu. Der
unterdrückte Impuls jemanden zu packen und zu schütteln und
anzuschreien. Kopfschütteln? Natürlich.
Was tut man nun dagegen? Positive
Erlebnisse entgegensetzen. Sich entweder den Gedanken stellen und sie
lösen oder sie durch weniger negative ersetzen. Bewegung und solche
Dinge. Soziale Kontakte. Das klingt doch alles sehr vernünftig und
einfach. Zusammenfassen kann man das vermutlich in langem,
befriedigenden, kräftezehrendem Sex. Damit müsste alles abgedeckt
sein... Freiwillige vor! Was soll jetzt das Kopfschütteln?!
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