Gedanken, Geschichten, Texte, die meinem wirren Verstand entsprungen sind und die ich hier niederschreiben möchte. Und dabei vollkommen subjektiv, ohne roten Faden und den Anspruch auf Richtigkeit oder Sinn, dafür mit viel Gemecker und Bosheit.
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Mittwoch, 5. Oktober 2016
Was ich nicht gesagt habe
Ich will dich nicht wollen! Den Satz habe ich heute gehört und er passt genau. Ich will es nicht - ich tue es dennoch. Ich weiß, dass es nicht richtig ist. Ich weiß, dass es zu nichts führt, weil ich allein bin mit meinem Wollen, meinem Gefühl. Deswegen sage ich es dir auch nicht, denn ich sehe die Zeichen, den Abstand, den du einnimmst. Gerade genug, damit ich es erkenne und die Aussichtslosigkeit meiner Wünsche, Träume, Gefühle zu realisieren. Leider verschwinden sie dadurch nicht, so einfach funktioniert die Welt nicht. Voller Vernunft sollte ich es akzeptieren und endlich darüber hinweg kommen. Aber es wird nicht besser. Ich denke dennoch immer wieder an dich. Ich komme nicht darüber hinweg. Ich habe es dir nie gesagt, wahrscheinlich aus Angst davor, dass ich recht habe, dass nur ich so empfinde. Aber vielleicht könnte ich endlich weiter machen, wenn es endlich ausgesprochen wäre, wenn ich es zumindest versucht hätte - soll ich es dir sagen?
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Sonntag, 28. August 2016
Fluchtgedanken
Ich habe in diesem Moment das dringende Bedürfnis wegzulaufen. Die welt bemüht sich wieder einmal mir das Gefühl zu geben, sie habe nur allerlei Pflichttermine und -veranstaltungen für mich parat, die ich kaum guten Gewissens absagen oder verlegen kann. So wird dann der kurze Zeitraum von einigen Tagen, den ich gerne für meine eigene Zerstreuung und Erbauung genutzt hätte, immer weiter zugepflastert mit den Wünschen anderer. Und wieder einmal liegt es an mir "Nein" zu sagen und wieder einmal fällt mir das so schwer - so entsteht dann der Wunsch nach Flucht in mir, alle eigenen und fremden Verantwortlichkeiten hinter mir lassen und einfach das Glück an einem anderen Ort suchen und sei es nur für ein paar Tage.
Donnerstag, 18. August 2016
Wie macht man es richtig?
Ist es in Ordnung, wenn man sich für eine Weile von einem Menschen, den man eigentlich sehr gern hat, zurückzieht, weil man merkt, dass er einen zur Zeit mehr Kraft und Energie kostet, als es zu verkraften wäre, weil man selbst nur sehr wenig davon hat?
Oder macht man sich damit des gleichen Egoismus schuldig, den man in der betreffenden Person und ihrer Fixierung auf sich selbst sieht?
Schwierige Fragen, man kann es wohl nur falsch machen.
Oder macht man sich damit des gleichen Egoismus schuldig, den man in der betreffenden Person und ihrer Fixierung auf sich selbst sieht?
Schwierige Fragen, man kann es wohl nur falsch machen.
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Mittwoch, 27. April 2016
Lange nichts geschrieben, was?
Ich blockiere mich momentan selbst
aufgrund der Großartigkeit der Werke anderer. Ich möchte schreiben,
zeichnen, malen, erschaffen, doch ich betrachte das, was größere
Geister als ich geleistet haben, und erkenne, dass meine Arbeiten
niemals an diese Qualität heran reichen werden. Ich lese die Bücher
meisterhafter Autoren und verzweifle vor der Gewalt und Tiefe ihrer
Gedanken und Worte. Ich sehe Bilder von wahren Künstlern und schäme
mich für die billigen Kritzeleien, die ich abliefern kann. Doch ist
das der richtige Ansatz, sollte mich der Vergleich mit Anderen
entmutigen, dazu bringen, es lieber gar nicht erst zu versuchen?
Wahrscheinlich werde ich niemals etwas
von wahrer Größe und Kunstfertigkeit erschaffen, doch das ist auch
gar nicht Sinn und Zweck der Übung. Ich möchte zum Ausdruck
bringen, was mich bewegt, was ich fühle, was ich denke und nicht in
Wettbewerb mit echten Künstlern treten. Wie könnte ich dies auch
ohnehin wagen? Ich muss mir bewusst machen, dass ich mich nicht mit
ihnen messen sollte, sondern ihre Werke als Inspiration und Ansporn
nehmen, als Quell der Freude, als etwas, das mein Herz bewegt und
mich zum Nachdenken bringt. Ich darf nicht auf all die Bücher und
Bilder wie auf Konkurrenten blicken, sondern vielmehr wie auf Freunde
und Lehrer. Ich muss die Dinge nicht auf die Art anderer Menschen angehen und erledigen; ich muss vielmehr meinen eigenen Stil finden, mit dem ich mich wohl fühle.
Dann wird auch die Blockade
verschwinden und ich kann mich wieder voller Tatendrang und Fieber in
den Schaffensprozess stürzen.
Dienstag, 16. Februar 2016
Weil es dir nicht wirklich schlecht geht...
Ein melancholischer Tag. Warum nur? Die
Sonne scheint, endlich, nach so vielen grauen und nassen Tagen. Die
letzte Zeit war gut und abwechslungsreich. Und dennoch ist es so.
Ich fühle mich allein und unbedeutend.
Ich vermisse enge Freunde, die in der Ferne sind. Ich sehne mich nach
positiver Bestätigung. Nach Bestätigung, um die ich nicht betteln
muss; die freiwillig und selbstständig gegeben wird. Ich wünsche
mir eine Person, die mir sagt „Ich mag dich“, „Du bist wichtig
für mich“ oder „Schön, dass wir uns kennen. Schön, dass es
dich gibt“
Ich weiß, dass derartige Aussagen oft
schwer herauszubringen sind. Ich selbst bemühe mich auch immer
wieder darum. Schlimm, dass man solche Probleme damit hat den
Menschen, die einem wichtig sind, dies auch auszudrücken und es
nicht immer hinter Sarkasmus und Sticheleien zu verstecken. Ein
Monster, das nur geliebt werden will. Ist es das? Sagt es niemand,
weil es den anderen auch so schwer fällt?
Ich weiß, dass die heutige
Stimmungslage die Realität nur unzureichend wiedergibt. Ich habe
Freunde, gute Freunde, Freunde, die mich mögen, dessen ist sich mein
Verstand sehr bewusst. Die emotionale Gehirnhälfte möchte aber
gerade in Selbstmitleid versinken. Woher kommt das? Schlafmangel?
Winterüberdruss? Der bitter-süße Traum der letzten Nacht?
Der verständige Teil meiner Selbst
hofft nun, dass diese Phase möglichst zügig vorüber geht und dass
ich niemandem mit ihr zur Last fallen werde. Ich sollte mich
verstecken, bis es vorbei ist.
Dienstag, 12. Januar 2016
Terminfindungsprobleme II
Wir befinden uns
wieder einmal an dem Punkt, an dem die Prioritäten gewisser Menschen
gegenüber meiner Person hinterfragt werden müssen. Es ist ein
leidiges Thema und ich verspüre wenig Lust darauf, erneut in Grübeln
und Selbstzweifel darüber auszubrechen. Diese Phase wünsche ich
hinter mir zu lassen.
Welcher Weg ist nun
der richtige, wenn man mehr und mehr merkt, dass jemand, den man
eigentlich schätzt, mit vielen Kleinigkeiten ein mangelndes oder
abebbendes Interesse und wenig Wertschätzung für die Zeit anderer
Menschen zum Ausdruck bringt? Welchen Weg soll man gehen, wenn man
des Redens und des Hinterherlaufens müde wird, da beides nur wenige
Früchte trug? Auf welchem Weg kann man seinen Stolz wahren und sich
am Ende des Tages noch im Spiegel betrachten, zumindest bildlich
gesprochen?
Ob er derjenige sein
wird, der all diese Punkte in sich vereinigt, vermag ich noch nicht
zu sagen; mein Weg jedenfalls wird mich schlicht von jenen Personen
fort führen. Nicht unendlich weit fort, es wird auf diesem Weg keine
Türen geben, die ich zuschlagen kann, weder für den dramatischen
Effekt noch für den Kontaktabbruch. Doch ich beschließe mich auch
nicht mehr allzu sehr zu bemühen, ein größeres Maß an Energie in
die Beziehung zu jenen Menschen zu stecken oder ihnen gar eine
gewisse Priorität vor anderen einzuräumen. Diese Anstrengungen und
Handlungen haben in der Vergangenheit eher zu Verärgerung
meinerseits als zu Bestätigung ihrerseits geführt, also können sie
auch unterbleiben.
Selbstschutz,
Selbstschutz. Unter diesem Motto wird mein weiteres Vorgehen stehen,
wieder einmal. Aktuell fühle ich mich auch gestärkt und emotional
uninvolviert genug, um dies problemlos so machen zu können.
Sicherlich wird sich dieser Zustand wieder ändern, aber man wird zu
diesem hoffentlich noch fernen Zeitpunkt auch eine Lösung finden.
Nun denn, ihr
Energieräuber, Lippenbekenner, Ausredenmeister, Selbstverliebten und
anderweitig Unzuverlässigen: Möge euch dies eine Warnung sein, denn
eine zweite Chance kann euch gewährt werden, darüber hinaus
beabsichtige ich aber keine Gefangenen zu machen. Man vergebe mir den
vulgären Ausdruck, doch mittlerweile fühle ich mich zu alt für
diesen Scheiß, der euer tägliches Spiel zu sein scheint.
Auch auf die Gefahr
hin am Ende etwas einsam dazustehen, mögen das große Aussortieren
beginnen!
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Dienstag, 29. Dezember 2015
Der Vorsatz
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es
wird wieder einmal Zeit abzurechnen, Revue passieren zu lassen und
sich selbst zu beurteilen. Aus aktuellem Anlass ist mir ein negativer
Sachverhalt des ausklingenden Jahres äußerst präsent aufgefallen:
Besonders die Freunde, die ich sehr schätze, sind weit weg oder ich
sehe sie aus anderen Gründen kaum. Aus diesem Grund und
wahrscheinlich noch anderen bin ich gerade... unzufrieden. Man
verbringt die meiste Zeit des Jahres mit der Interaktion mit
Kollegen, Bekannten, Familienmitgliedern und Freunden, für die man
kaum mehr als vielleicht flüchtige Sympathie empfindet, während man
sich nach der Gegenwart einiger weniger anderer sehnt, die zu oft
unerreichbar sind oder scheinen. Das mag wieder einmal mit dem Effekt
zu tun haben, dass man gerne das hätte, was man nicht hat oder haben
kann, dürfte aber in einigen Fällen auch einfach unglücklichen
Umständen geschuldet sein.
Räumliche Entfernung ist ein Grund.
Ein voller Terminkalender, andere Prioritäten, unbewusstes
Desinteresse der anderen Person können weitere sein. Was also tun?
Gute Vorsätze kann man schon fassen
fürs nächste Jahr. Entweder muss ich dem aktiver gegensteuern und
dafür sorgen, dass ich mehr Zeit mit den entsprechenden Menschen
verbringe - was aufgrund von Zeitmanagement auf allen Seiten schwer
machbar scheint. Oder ich muss meine Prioritäten verändern bzw. an
die dieser Menschen anpassen, also sie verringern - was aufgrund
emotionaler Bindung meinerseits schwer wird. Etwas muss ich aber tun,
diese häufige Unzufriedenheit ist unangenehm und Kommunikation über
elektronische Medien ist nur ein schwacher Ersatz für den echten
menschlichen Kontakt; inzwischen bin ich anscheinend alt genug, das
auch zu erkennen.
Nach einer mehr oder weniger
durchwachten Nacht des Nachdenkens stehen nun zumindest Tendenzen
fest. Veränderte Prioritäten sind vielleicht die vernünftige und
rationale Alternative, es ist jedoch offensichtlich, dass ich das
nicht durchhalten werde, denn es gibt schließlich Gründe, warum ich
an gewissen Menschen hänge.
Also muss die Lösung in der anderen
Richtung zu finden sein.
Ich werde mir also alle Mühe geben in
den kommenden 12 Monaten mehr Zeit mit den positiven Menschen in
meinem Leben zu verbringen. Die negativen Personen, die
Energiefresser, werde ich nach Kräften auf Abstand halten.
Vielleicht wird dieser Vorsatz Reisen zu den betreffenden Personen
beinhalten, vielleicht muss ich ihnen entgegen kommen, vielleicht
mehr einladen oder mit ihnen Veranstaltungen besuchen – die genauen
Details sind noch unklar, die Möglichkeiten zahlreich.
Ich nehme mir zudem vor am Ende des
Jahres 2016 Bilanz zu ziehen, was diesen Vorsatz betrifft; dies soll
als Ansporn, Druckmittel für mich selbst und Kontrollinstrument
dienen.
In diesem Sinne schon einen guten
Rutsch, man sieht, hört oder liest sich auf der nächsten Seite des
Kalenders.
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Innere Einflüsse
Maske in den Schrank
Weihnachten ist vorbei und es ist an
der Zeit sich von den Feiertagen zu erholen. Irgendwann drückt jede
Maske und man muss sie ablegen, besonders wenn man sie drei Tage am
Stück getragen hat. Freundlich-höflicher Gleichmut, unterdrückte
Antworten auf die üblichen kleinen Sticheleien, verschlossene Augen
und Ohren vor unterschwelligen familiären Zwistigkeiten – das
alles wird mit der Zeit anstrengend. Man versucht einen wackeligen
Frieden zu bewahren, obwohl man das Gefühl hat, dass niemand sonst
daran ehrliches Interesse hat. Man hofft auf eine ruhige Zeit, ist
dann aber gezwungen permanent Eskalationen vorzubeugen, bis die Ruhe
zu Stress verkommt. Durchgeplante Fresssucht und Verwandtenbesuche,
Lästereien über nicht Anwesende, Eifersucht zwischen
Familienmitgliedern, die befürchten zu kurz zu kommen. Nach dem
ersten Tag bereits geht man sich auf die Nerven und begibt sich
entweder in einen dämmrigen Halbschlaf um es aus zu sitzen oder
explodiert irgendwann und versucht die Fassade vorgeschobenen
Familienfriedens einzureißen. Denn vorgeschoben ist er, der Kalender
sagt, dass man in dieser Zeit des Jahres gut und freundlich
zueinander sein, Geschenke verteilen und sich lieben muss.
Also trägt man eine Maske. Lächelnd.
Nickend. Gedanken ausschaltend. Innerlich schreiend. Und man sehnt
sich nach Ruhe und Frieden, der jedoch erst nach Weihnachten, dem
Fest der Liebe und Besinnlichkeit, gewährt wird.
Dienstag, 15. Dezember 2015
Gedanken vor dem Schlafengehen
„Solange ein Mensch in unseren
Erinnerungen weiterlebt, ist er nicht wirklich tot.“
Diesen Satz hörte ich das erste Mal
mit etwa 10 Jahren und, entgegen seiner wohl tröstlichen Intention,
er entsetzte mich und nahm meinem kindlichen Ich keinesfalls wie
gewünscht die Angst vor dem Tod. Denn ich betrachtete die Sache
nüchtern: Wie lange erinnert man sich schon an einen Verstorbenen,
wer bewahrt diese Erinnerung und wann ist sie endgültig
verschwunden? Freunde, Nachkommen, Familienmitglieder mögen die
Person in diesem Zustand der gedanklichen Existenz bewahren, doch
irgendwann gehen auch sie den Weg allen Irdischen. Ich rechnete mir
aus, dass dieses Leben in der Erinnerung spätestens nach einer oder
zwei Generationen ebenso beendet sein würde wie das körperliche.
Dieser Hauch von Unsterblichkeit, den die Person, ich weiß nicht
einmal mehr, wer es war, durch diesen Satz vermitteln wollte, wurde
davon geweht durch meinen präpubertären Pragmatismus.
Damals erkannte ich, dass es nur
verschwindend wenigen Menschen möglich ist, auf diese Art
langfristiger weiter zu leben. Namen aus dem Geschichtsunterricht
geisterten mir durch den Kopf, Personen, die vor Jahrhunderten gelebt
und gestorben waren, deren Werk oder Einfluss aber bis heute
nachwirkt. Künstler, Denker, Anführer – dies waren die Menschen
der Ewigkeit für mich. Und voll Naivität und ohne einen wirklichen
Begriff von Leben und Vergehen zu haben, dachte ich in stillen
Momenten, dass auch ich auf diese Art ewig sein wollte. Dass man sich
an mich erinnern sollte, auch wenn man mich nicht gekannt hatte. Die
Vorstellung einfach vergessen zu werden, als hätte ich niemals
existiert, war mir unerträglich und sorgte für einige schlaflose
Nächte, in denen ich versuchte mir auszumalen, wie es wohl wäre,
nicht mehr zu sein.
Inzwischen bin ich erwachsen und dieser
kindliche Wunsch und Tatendrang sind erloschen gemeinsam mit der
Angst davor vergessen zu werden – meistens. Irgendwo schlummert
noch immer der Drang, die Begierde etwas Großes zu schaffen, doch
müde und abgestumpft, wie ich bin, erkenne ich, dass dies nur
verletzte Eitelkeit und Träumerei ist. Der Wille mag nach wie vor in
verstümmelter Form da sein, doch habe ich inzwischen eine
realistischere, nicht mehr kindlich verzerrte Sicht meiner
unzureichenden Fähigkeiten.
Manche erkämpfen sich eben die
Unsterblichkeit – doch die meisten von uns werden vom Lauf der Zeit
hinweg gefegt.
Dienstag, 13. Oktober 2015
Es muss weh tun
Der Mann im Radio singt "Love hurts". Das Lied ist schon alt, älter als ich. Auf eine mich selbst anekelnde Art und Weise - passt es aber. Liebe tut weh. Sie sticht, sie brennt, sie schlägt immer wieder zu.
Er singt auch " Love is just a lie", hier will ich ihm widersprechen. Sie ist wahrhaftig, echt und tief - wie sonst sollte sie uns wehtun können?
Das Lied ist schon lange verklungen und es dringt anderes, fröhlicheres Gedudel aus den Lautsprechern. Dennoch sind meine Gedanken bei der Liebe und den Schmerzen, die sie verursacht. Ich stelle fest, dass ich bereits vor diesem Jammerlied darüber nachdachte, wie ich damit umgehe, was ich tun soll.
Ich weiß keine Antworten auf die Fragen, nur dass sie fast genauso weh tun.
Er singt auch " Love is just a lie", hier will ich ihm widersprechen. Sie ist wahrhaftig, echt und tief - wie sonst sollte sie uns wehtun können?
Das Lied ist schon lange verklungen und es dringt anderes, fröhlicheres Gedudel aus den Lautsprechern. Dennoch sind meine Gedanken bei der Liebe und den Schmerzen, die sie verursacht. Ich stelle fest, dass ich bereits vor diesem Jammerlied darüber nachdachte, wie ich damit umgehe, was ich tun soll.
Ich weiß keine Antworten auf die Fragen, nur dass sie fast genauso weh tun.
Donnerstag, 10. September 2015
Wandel
Veränderung ist Teil des Lebens, im Großen wie im Kleinen. Wir verändern uns jeden Tag, werden älter, machen neue Erfahrungen, gute und schlechte. Neue Möglichkeiten, Erkenntnisse und Techniken tauchen auf und beeinflussen uns. Auch wenn wir es uns manchmal vorstellen oder wünschen, unser Weg ist kein gerader, er ist von Kurven geprägt, da wir immer wieder Hindernissen ausweichen oder Gelegenheiten am Straßenrand wahrnehmen müssen. All das gehört dazu, macht uns zu dem, was wir heute sind und beeinflusst das, was wir morgen sind. Diese beiden "Ichs" sind unterschiedlich. Ob wir es nun wollen oder nicht, es wird immer wieder Veränderungen geben, die uns auch manches Mal aus unserer Wohlfühlzone reißen werden. Manchmal führen diese zu positiven, manchmal zu negativen Folgen, oft genug ist das vorher nicht absehbar.
Und wie es einem jeden von uns ergeht, so findet das auch in der gesamten Gesellschaft statt. Sie ist nicht statisch, sondern ständig im Wandel, neue Ideen und Strömungen sorgen für Veränderungen. Einflüsse von außen werden übernommen und Herausforderungen müssen bewältigt werden. Was gestern noch seltsam erschien, ist heute schon normal und morgen längst überholt. Das ist der Lauf der Dinge und so war es schon immer. Gesellschaftformen entwickeln sich, Bevölkerungsstrukturen wandeln sich, Sprache passt sich an und die Sichtweise der Menschen wechselt fast täglich.
Das gefällt uns oft nicht. Insgeheim sind wir alle etwas spießig und ängstlich und wollen eigentlich keine Änderung des Status Quo, in dem wir uns einigermaßen eingerichtet haben. Auch wenn es uns vielleicht nicht so gut geht, wie es möglich wäre, wir scheuen doch oftmals das Ungewisse des Wandels, selbst wenn er für uns positiv ausfallen könnte. So verharren wir in unseren eigenen Belangen oftmals auf einem Punkt, ängstlich bedacht nicht aus unserer kleinen Welt auszubrechen.
Wie gehen wir nun jedoch mit den größeren Umwälzungen um, vor denen wir uns nicht einfach verstecken können? Letztlich reagieren auch hier viele mit Ablehnung. Sie sehen sich durch das Unbekannte bedroht und wollen es bekämpfen. Angst geht um, die teilweise sogar in Gewalt umschlägt. Sie wollen oder können nicht wahrhaben, dass unsere gemeinsame Welt immer wieder Anpassungen von ihnen abverlangt, dass die Gegebenheiten sich immer wieder ändern werden, dass ihr privater Mikrokosmos ihnen nur die Illusion von Stillstand geben kann.
Veränderungen sind nicht pauschal gut oder schlecht. Manche entpuppen sich als blöde Ideen, manche sind ein Segen für die ganze Menschheit. Auf die eine oder andere Art wird es sie jedoch immer geben, denn immer wieder müssen wir auf veränderte Bedingungen reagieren.
Vielleicht sollten wir uns etwas weniger auf unseren eigenen beschränkten Horizont versteifen und von Zeit zu Zeit lieber versuchen die Chancen in neuen Situationen zu sehen. Und möglicherweise erkennen wir dann auch, dass nicht alle Änderungen unserer Welt den Untergang des Abendlandes bedeuten.
Und wie es einem jeden von uns ergeht, so findet das auch in der gesamten Gesellschaft statt. Sie ist nicht statisch, sondern ständig im Wandel, neue Ideen und Strömungen sorgen für Veränderungen. Einflüsse von außen werden übernommen und Herausforderungen müssen bewältigt werden. Was gestern noch seltsam erschien, ist heute schon normal und morgen längst überholt. Das ist der Lauf der Dinge und so war es schon immer. Gesellschaftformen entwickeln sich, Bevölkerungsstrukturen wandeln sich, Sprache passt sich an und die Sichtweise der Menschen wechselt fast täglich.
Das gefällt uns oft nicht. Insgeheim sind wir alle etwas spießig und ängstlich und wollen eigentlich keine Änderung des Status Quo, in dem wir uns einigermaßen eingerichtet haben. Auch wenn es uns vielleicht nicht so gut geht, wie es möglich wäre, wir scheuen doch oftmals das Ungewisse des Wandels, selbst wenn er für uns positiv ausfallen könnte. So verharren wir in unseren eigenen Belangen oftmals auf einem Punkt, ängstlich bedacht nicht aus unserer kleinen Welt auszubrechen.
Wie gehen wir nun jedoch mit den größeren Umwälzungen um, vor denen wir uns nicht einfach verstecken können? Letztlich reagieren auch hier viele mit Ablehnung. Sie sehen sich durch das Unbekannte bedroht und wollen es bekämpfen. Angst geht um, die teilweise sogar in Gewalt umschlägt. Sie wollen oder können nicht wahrhaben, dass unsere gemeinsame Welt immer wieder Anpassungen von ihnen abverlangt, dass die Gegebenheiten sich immer wieder ändern werden, dass ihr privater Mikrokosmos ihnen nur die Illusion von Stillstand geben kann.
Veränderungen sind nicht pauschal gut oder schlecht. Manche entpuppen sich als blöde Ideen, manche sind ein Segen für die ganze Menschheit. Auf die eine oder andere Art wird es sie jedoch immer geben, denn immer wieder müssen wir auf veränderte Bedingungen reagieren.
Vielleicht sollten wir uns etwas weniger auf unseren eigenen beschränkten Horizont versteifen und von Zeit zu Zeit lieber versuchen die Chancen in neuen Situationen zu sehen. Und möglicherweise erkennen wir dann auch, dass nicht alle Änderungen unserer Welt den Untergang des Abendlandes bedeuten.
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Sonntag, 6. September 2015
Zu wenig Inspiration
Ich sitze hier und starre seit Minuten auf das weiße, unbenutzte Dokument, in das ich einen Text eintippen will. Wie das eben so ist, will sich keine vernünftige Inspiration einstellen und der Kopf mag sich nicht so recht auf diese ihm gestellte Aufgabe konzentrieren. Alles scheint gerade wichtiger zu sein und zu Abschweifungen einzuladen. Ich habe bereits dreimal den Inhalt des Kühlschranks kontrolliert, mehrmals nachdenklich aus dem Fenster geschaut um über mögliche Balkoneinrichtungen nachzudenken und wie oft ich mein Emailprogramm geöffnet habe in der Hoffnung eine neue Nachricht könnte mich ablenken, habe ich nicht gezählt.
Ein Nachbar hört bei geöffnetem Fenster Musik. Also musste ich aufstehen und ebenfalls aus dem Fenster lauschen um das Lied zu erkennen. Das war gerade von äußerster Wichtigkeit. Leider konnte ich den Titel nicht identifizieren, habe aber festgestellt, dass die unansehnlichen Sperrmüllberge im Hof anscheinend verschwunden sind. Was fange ich nur mit dieser überraschenden Information an?
Oh, mein Handy vibriert. Jemand wünscht meine Aufmerksamkeit. Ich KANN also leider gar keinen tiefsinnigen Text verfassen, da ich gerade sehr beschäftigt mit sozialen Verpflichtungen bin!
Wenn man diesen Beitrag nun als etwas billigen Versuch sehen mag, sich zumindest grob an (hauptsächlich mir selbst) gegebene Versprechen zu halten, liegt man möglicherweise gar nicht so falsch.
Ein Nachbar hört bei geöffnetem Fenster Musik. Also musste ich aufstehen und ebenfalls aus dem Fenster lauschen um das Lied zu erkennen. Das war gerade von äußerster Wichtigkeit. Leider konnte ich den Titel nicht identifizieren, habe aber festgestellt, dass die unansehnlichen Sperrmüllberge im Hof anscheinend verschwunden sind. Was fange ich nur mit dieser überraschenden Information an?
Oh, mein Handy vibriert. Jemand wünscht meine Aufmerksamkeit. Ich KANN also leider gar keinen tiefsinnigen Text verfassen, da ich gerade sehr beschäftigt mit sozialen Verpflichtungen bin!
Wenn man diesen Beitrag nun als etwas billigen Versuch sehen mag, sich zumindest grob an (hauptsächlich mir selbst) gegebene Versprechen zu halten, liegt man möglicherweise gar nicht so falsch.
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Dienstag, 25. August 2015
Für das Imperium!
In Reih und Glied angetreten sehen wir
hier die Sturmtruppen des Imperiums. Und so schnell wie ihre großen
Vorbilder von den Rebellen niedergestreckt werden, so schnell waren diese Versionen vertilgt.
Anlässlich einer Geburtstagsfeier
sollte ich Gebäck mit Motiv produzieren. Etwas derartiges hatte ich
noch nie gemacht – Herausforderung angenommen! Irgendwo in den
Tiefen des Internets stieß ich auf eine Anleitung um aus
Marshmallows Star Wars Stormtroopers zu machen. Einen
lebensmitteltauglichen Marker konnte ich leider kurzfristig nicht
mehr organisieren, daher musste ich ein wenig improvisieren.
Die Grundlage des ganzen sind einfache
Rührteigmuffins mit Schokoladensplittern im Inneren. Die
Marshmallows habe ich mittels eines Zahnstochers bemalt, als Farbe
diente ein sehr ergiebiges schwarzes Färbemittel für Buttercreme.
Dies gestaltete sich zunächst sehr mühsam, nach denm ersten Trupp entwickelte sich jedoch eine gewisse Routine. Aufgeklebt wurden die weißen fluffigen Kameraden dann mit weißer
Kuvertüre.
Es greift der Cheerleadereffekt, in der
Gruppe sehen sie sehr gut aus, wenn man jedoch den einzelnen Soldaten
betrachtet, erkennt man gewisse Unzulänglichkeiten. Auch war die
Farbe nicht ganz geeignet, da man mit der Zeit sehen konnte, dass sie
sich ein wenig über den restlichen Marshmallow verteilte. Beim
nächsten Mal, wenn es denn ein solches gibt, sollten zudem die
Muffins unter den Sturmtruppen etwas weniger langweilig sein.
Alles in allem bin ich jedoch mit dem
Ergebnis zufrieden, ebenso waren es die Gäste und, was das
wichtigste ist, das Geburtstagskind.
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Freitag, 21. August 2015
Nach dem Aufwachen
Sie hat mir gesagt, dass sie meine Gefühle erwidert. Welch eine Erleichterung.
Natürlich habe ich das nur geträumt... aber man muss sich auch über Kleinigkeiten freuen können!
Natürlich habe ich das nur geträumt... aber man muss sich auch über Kleinigkeiten freuen können!
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Sonntag, 16. August 2015
Sonntagvormittag
Ich genieße gerade den Sonntagmorgen und seine Ruhe. Ich bin seit drei Stunden wach und freue mich darüber, dass ich der einzige im Haushalt bin, der sich aus dem Bett bequemt hat. Niemand der plappert; kein Fernseher, der Lärm verbreitet; kein Besuch, der Unfug redet oder anderweitig laut ist - ich merke momentan, wie sehr ich so eine Ruhephase vermisst habe. Leider ist es mit ihr auch schon wieder vorbei.
Man muss sich auch an kleinen Dingen erfreuen können und man muss Lektionen daraus ziehen. Meine Lektion ist in diesem Fall, dass ich mich in der nahen Zukunft wieder mehr um Qualitätszeit allein bemühen muss um meine Energiereserven aufzufüllen.
Man muss sich auch an kleinen Dingen erfreuen können und man muss Lektionen daraus ziehen. Meine Lektion ist in diesem Fall, dass ich mich in der nahen Zukunft wieder mehr um Qualitätszeit allein bemühen muss um meine Energiereserven aufzufüllen.
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Montag, 10. August 2015
Nenn es beim Namen!
Kürzlich machte man mich darauf aufmerksam, dass es sich bei dem hier und hier beschriebenen Problem doch "wohl um eine Art von Liebe" handle. Nun ja... natürlich ist das so.
Es ist keine Verliebtheit, es ist nicht der Wunsch nach "mehr", einer Beziehung oder sexuellen Körperlichkeiten, doch in der Tat liebe ich die beschriebene Person.
Kaum jemand sonst steht mir so nahe und hat mein so tiefes Vertrauen.
Fast niemand kennt mich so nahe und persönlich und auch so schwach.
Ihre Anwesenheit wird mir nie zuviel, wie es bei (fast) jedem anderen Menschen früher oder später der Fall ist.
Ich denke oft an sie, freue mich über jede Minute mit ihr, vermisse sie, wenn sie weg ist.
Ich bin schrecklich genervt von einigen ihrer Eigenheiten, ich halte manche ihrer Ansichten für absurd und sehe ihr Verhalten bisweilen einfach nur als skurril an - was würde mir doch fehlen ohne diese Reibungspunkte?
Ab und zu spüre ich sogar den widerlichen Stachel der Eifersucht, auch wenn ich diesen meist schnell wieder ziehen kann.
Was kann es also anderes sein als Liebe? Und was kann nun dann das Problem sein?
Eigentlich nur die Unsicherheit und Angst vor der Antwort auf die Frage, ob es der betreffenden Person ähnlich geht...
Es ist keine Verliebtheit, es ist nicht der Wunsch nach "mehr", einer Beziehung oder sexuellen Körperlichkeiten, doch in der Tat liebe ich die beschriebene Person.
Kaum jemand sonst steht mir so nahe und hat mein so tiefes Vertrauen.
Fast niemand kennt mich so nahe und persönlich und auch so schwach.
Ihre Anwesenheit wird mir nie zuviel, wie es bei (fast) jedem anderen Menschen früher oder später der Fall ist.
Ich denke oft an sie, freue mich über jede Minute mit ihr, vermisse sie, wenn sie weg ist.
Ich bin schrecklich genervt von einigen ihrer Eigenheiten, ich halte manche ihrer Ansichten für absurd und sehe ihr Verhalten bisweilen einfach nur als skurril an - was würde mir doch fehlen ohne diese Reibungspunkte?
Ab und zu spüre ich sogar den widerlichen Stachel der Eifersucht, auch wenn ich diesen meist schnell wieder ziehen kann.
Was kann es also anderes sein als Liebe? Und was kann nun dann das Problem sein?
Eigentlich nur die Unsicherheit und Angst vor der Antwort auf die Frage, ob es der betreffenden Person ähnlich geht...
Freitag, 7. August 2015
Ein neuer Schuss
Wir befinden uns an Tag 2 nach der letzten Dosis. Vor ziemlich genau 48 Stunden habe ich "das Suchtmittel" zum Abschied umarmt und seiner Wege ziehen lassen. Eine hervorragende Möglichkeit um einmal die Abhängigkeitssymptome genauer zu analysieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
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Samstag, 25. Juli 2015
Ein unregelmäßiges Update
Nun ja, nun ja. Scheinbar war es doch nicht so einfach sich selbst in den Allerwertesten zu treten, einmal die Woche zumindest zwei oder drei Absätze zu tippen und hier zu posten. Der Ausreden gibt es viele: Keine Zeit, zu viel wichtigere Dinge, die zu erledigen waren, fehlende Ruhe und Inspiration, wenn doch mal die Zeit da war, Faulheit, Unzufriedenheit mit den im Kopf umherschwirrenden Texten.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Mein erstes hochgeladenes Bild in diesem Blog. Ich bin so stolz.
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
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Donnerstag, 9. Juli 2015
Eine verlorene Schlacht
Du denkst den ganzen Tag über immer wieder an sie und bist ein wenig genervt.
Du ertappst dich dabei, immer wieder auf dein Handy zu schauen, falls sie dir geschrieben hat, und verdrehst die Augen über dein Verhalten.
Du hoffst bei jedem Vibrieren, Piepen oder Klingeln, dass sie es ist, die sich meldet und bist enttäuscht, wenn es wieder jemand anders ist.
Du willst nicht selbst den ersten Schritt machen, denn du willst nicht bedürftig erscheinen und außerdem gibt es ja auch keinen Grund für einen ersten Schritt.
Doch dann beginnst du auch noch von ihr zu träumen, nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal. Du weißt, du bist glücklich in diesen Träumen, glücklicher als im wachen Zustand und du weißt auch, dass du nicht mehr weiter weißt.
Du hast verloren, denn dein Unterbewusstsein mischt sich für die Gegenseite ein.
Dein Unterbewusstsein ist eine Hure!
Du ertappst dich dabei, immer wieder auf dein Handy zu schauen, falls sie dir geschrieben hat, und verdrehst die Augen über dein Verhalten.
Du hoffst bei jedem Vibrieren, Piepen oder Klingeln, dass sie es ist, die sich meldet und bist enttäuscht, wenn es wieder jemand anders ist.
Du willst nicht selbst den ersten Schritt machen, denn du willst nicht bedürftig erscheinen und außerdem gibt es ja auch keinen Grund für einen ersten Schritt.
Doch dann beginnst du auch noch von ihr zu träumen, nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal. Du weißt, du bist glücklich in diesen Träumen, glücklicher als im wachen Zustand und du weißt auch, dass du nicht mehr weiter weißt.
Du hast verloren, denn dein Unterbewusstsein mischt sich für die Gegenseite ein.
Dein Unterbewusstsein ist eine Hure!
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Donnerstag, 18. Juni 2015
Gibt es einen Sommerblues?
Ob es am Wetter liegt, wie mehrfach als
Erklärung angeboten? Hoher Luftdruck, häufige Temperaturwechsel,
Nieselregen und Wind – sie alle wurden als Auslöser für die
Symptome Kopfschmerz und Müdigkeit genannt. Möglicherweise ist da
etwas dran. Seit einigen Tagen geht es nun so und es ist zehrend.
Selbst zeitiges Zubettgehen, ausreichendes Trinken und dergleichen
ändern nichts an den unglaublichen Schwierigkeiten sich aufzuraffen,
etwas zu schaffen, gegen den Schmerz anzugehen, die Trägheit
beiseite zu schieben.
Damit einher kommen verstärkte soziale
Abneigungen. Fremde Menschen fühlen sich beim ersten Kontakt direkt
unangenehm und nervend an. Bekannte Menschen werden minutiös nach
Fehlern durchleuchtet, damit es einen Grund gibt sich auch von ihnen
fernzuhalten. Und auch vor der eigenen Person wird nicht halt
gemacht, peinliche Situationen der Vergangenheit werden im Kopf hin
und her bewegt, die Reaktionen anderer werden automatisch negativ
ausgelegt und ganz allgemein stehen schlechte Eigenschaften im
Vordergrund.
Aber ist doch auch wahr! Was soll man
denn denken von Passanten, die den ganzen Gehweg blockieren, von
Kassiererinnen, die sich auf lange Diskussionen mit ihren Kunden
einlassen, von Nachbarn, die donnernd ihre Türen ins Schloss werfen?
Man muss all diese Menschen doch hassen!
Wie soll man reagieren auf Freunde, die keine Zeit für einen haben, auf Bekannte, die unzuverlässig sind, auf Kollegen, die unablässig himmelschreienden Blödsinn von sich geben?
Wie soll man reagieren auf Freunde, die keine Zeit für einen haben, auf Bekannte, die unzuverlässig sind, auf Kollegen, die unablässig himmelschreienden Blödsinn von sich geben?
Wie bringt man das Gehirn zum
Schweigen, das all diese Dinge denkt und bemerkt, das innerlich mit
allerlei Menschen diskutiert, das sich selbst für so unglaublich
unzulänglich und fehlerbehaftet hält?
Alles in allem steht aktuell mal wieder
die Gewissheit nicht zu genügen im Mittelpunkt. Dagegen gibt es
Mittel, zweifellos, jedoch muss man sich zu all diesen Mitteln erst
einmal motivieren und sie nicht schon im Vorfeld zerdenken. Natürlich
ist es möglich, Dinge zu tun, die ablenkend oder angenehm sind –
aber womit beginnt man und was ist schon angenehm? Natürlich wäre
es richtig, die eigenen Gedanken in andere, realistischere und
weniger depressive Bahnen zu lenken – aber sie sind nun einmal sehr
widerspenstig und kehren immer wieder zurück. Natürlich würde das
Treffen von Menschen eine Wohltat sein, da es Zerstreuung und
Ablenkung verspricht – aber wer hat schon Zeit und will sie mit
einem griesgrämigen, mürrischen Typen verschwenden? Nun ja, alles
dreht sich im Kreis.
Sicherlich wird dieser Zustand auch
wieder vergehen. Er vergeht jedes Mal wieder, kehrt aber auch leider
ebenso regelmäßig zurück. Bleibt nur zu hoffen, dass der
Wetterwechsel bald kommt.
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