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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Zeitverschwendung ohne Ankündigung

Wozu macht man eigentlich Pläne, wenn die Zeit, die man dafür verwendet, sich letztlich als verschwendet erweist, weil sie an der Unzuverlässigkeit und Wankelmütigkeit der Menschen scheitern? Es wird auch noch Verständnis dafür erwartet, wenn abgesprochene Verabredungen aufgrund von kleinlichen Befindlichkeiten abgesagt werden - ein Verständnis, auf das man im umgekehrten Falle kaum zu hoffen wagen dürfte. In dem Moment der Absage war diese nicht einmal schlimm, der Ärger, die Wut, der Zorn kommen jetzt nach und nach auf. Kann man nicht erwarten, dass sich alle Beteiligten vorher überlegen, ob sie an etwas teilnehmen wollen oder nicht? Ist ein wenig Planungssicherheit zu viel verlangt, wenn sonst schon wenig Feedback zurück kommt? Sind klare Aussagen so schwer zu tätigen, dass man sie mühsam erbetteln muss?
Der Ärger, er bleibt wohl noch eine Weile. Doch er macht jetzt schon langsam dem Trotz Platz. Wozu soll man selbst sich anstrengen, wenn andere Menschen das auch nicht tun? Warum soll man auf deren Wünsche und Gefühle Rücksicht nehmen, wenn die eigenen offensichtlich nicht wichtig sind? Wozu noch Mühe geben?
Leider wird der Trotz auch nicht lange anhalten und es folgt wohl bald schwächlich seufzend - die Resignation.

Dienstag, 8. November 2016

Ein Abend im Herbst

Man sitzt so an einem kalten, nassen Novembernachmittag auf der Couch unter der Decke und versucht sich ein wenig zu entspannen - und plötzlich ist es dunkel und der Tag ist vergangen und irgendwie hat man fast gar nichts geschafft. In seiner Nutzlosigkeit, Tristesse und Trübsinnigkeit kommt der November eigentlich nur noch dem Februar gleich, düstere Monate, in denen das Gefühl entstehen kann, dass es kein Licht und keine Wärme in der Welt mehr gibt.
Tage wie dieser können natürlich mal passieren, dürfen aber einfach nicht zur Gewohnheit werden. Es muss einen Weg aus der Antriebslosigkeit und dem Winterblues heraus geben, auch wenn der Kopf sich trüb und schwach anfühlt und kaum eine Möglichkeit sieht. Vielleicht wäre der erste Schritt schon den inzwischen angestammten Platz auf dem Sofa zu verlassen.
Wir werden sehen, wie es weiter geht.

Sonntag, 28. August 2016

Fluchtgedanken

Ich habe in diesem Moment das dringende Bedürfnis wegzulaufen. Die welt bemüht sich wieder einmal mir das Gefühl zu geben, sie habe nur allerlei Pflichttermine und -veranstaltungen für mich parat, die ich kaum guten Gewissens absagen oder verlegen kann. So wird dann der kurze Zeitraum von einigen Tagen, den ich gerne für meine eigene Zerstreuung und Erbauung genutzt hätte, immer weiter zugepflastert mit den Wünschen anderer. Und wieder einmal liegt es an mir "Nein" zu sagen und wieder einmal fällt mir das so schwer - so entsteht dann der Wunsch nach Flucht in mir, alle eigenen und fremden Verantwortlichkeiten hinter mir lassen und einfach das Glück an einem anderen Ort suchen und sei es nur für ein paar Tage.

Sonntag, 14. August 2016

Ohne Smartphone hast du kein Smartphone

Hallo Welt, da bin ich mal wieder.
Ich könnte nun behaupten, dass ich Sehnsucht nach diesem Blog verspürt hätte und es mich drängen würde mich den Weiten des Internets einmal mehr zu offenbaren - in Wirklichkeit ist mein Smartphone defekt und ich stelle nur fest, dass man offensichtlich sehr von diesem albernen kleinen Ding abhängig ist, selbst in Fragen von Zerstreuung und Freizeit.
Immer wieder erwische ich mich bei einem Griff nach meinem Telefon, auch wenn ich doch genau weiß, dass es nicht dort liegt, wo ich es unbewusst erahne. Ich möchte mit Leuten kommunizieren und bin genervt, dass ich dazu nicht einfach eine App nutzen kann. Selbst die Uhrzeit kann mir nicht mehr ohne weiteres überall und ständig angezeigt werden; eine Armbanduhr besitze ich schon lange nicht mehr.
Es bleibt nur noch hibbelig und leicht genervt abzuwarten, bis ein neues Mobiltelefon den Platz des alten, verschiedenen einnehmen wird. Ich zähle bereits die Stunden.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Kill it with fire!!

Menschen, die Wortwendungen absichtlich falsch sagen, wie zum Beispiel "Schanke dön", "Schitte Bön", "Herzlichen Glühstrumpf" oder auch "Stück mal ein Rück", weil sie es für lustig halten oder noch schlimmer mal gehalten haben und diesen Witz inzwischen so oft gemacht haben, dass er in ihren allgemeinen Sprachschatz übergegangen ist, so dass sie ganz unbewusst dummes Zeug reden...
Wer, außer mir, hat noch das Bedürfnis solche Kreaturen zu packen, zu schütteln, anzuschreien und ihnen ins Gesicht zu schlagen, bis sie aufhören die Ohren ihrer Mitmenschen mit derartigem Kauderwelsch zu foltern und beim Blut ihrer Kinder, vorhanden oder ungeboren, schwören es niemals wieder zu tun?

Dienstag, 22. März 2016

Hass...

Ist denn der Hass die einzige menschliche Empfindung, die uns alle vereint? Wenn man sich momentan und auch in vergangenen Zeiten auf der Welt umschaut, scheint er die Konstante zu sein, die uns vom Anfang bis zu unserem bitteren Ende begleitet.

Wir hassen einander, weil wir an unterschiedliche Dinge glauben.
Wir hassen einander, weil wir an unterschiedlichen Orten geboren wurden.
Wir hassen einander, weil wir uns in irgendwelchen Äußerlichkeiten unterscheiden.
Wir hassen einander, weil wir unterschiedlich viel besitzen.
Wir hassen einander, weil andere uns sagen, dass wir uns hassen müssen.
Wir hassen einander, weil wir Angst voreinander haben.

Und dieser ganze Hass wird zu einer Spirale, da wir uns gegenseitig aufschaukeln und wir der Meinung sind, es den anderen immer wieder heimzahlen zu müssen, wodurch wir uns nur noch mehr gegenseitig hassen.
Dies ist kein Problem einer Gruppe von Menschen, wir sind alle Teil dieses grässlichen Ganzen, denn auch wenn wir ihn nicht aktiv nach außen tragen oder ihn in unserem Inneren gären lassen, stehen wir doch nicht entschieden gegen den Hass auf und begegnen ihm stumpf und desinteressiert, desillusioniert. Dieser Gedanke, dass wir uns in Gruppen aufteilen oder aufteilen müssen, führt umso mehr dazu, dass wir uns abgrenzen, separieren, hassen.

„Wir hier haben Werte und sind gut, aber DIE...“ - „Wir hier leben nach dem richtigen Weg, aber DIE...“

Gerne schieben wir das Problem „den anderen“ zu, die von ihrem Hass getrieben sind, ohne zu erkennen, dass diese anderen eigentlich auch nur ein Teil des großen ganzen Problems der Menschheit ist, ebenso wie wir selbst.

Können wir nicht einfach damit aufhören? Wir betrachten uns immer als so hochentwickelt und intelligent und dennoch schaffen wir es nicht uns von dieser primitiven Abscheulichkeit zu befreien? Wie viel mehr könnten wir als Menschheit erreichen, wenn wir nicht dieser wilde Mob hasserfüllter Barbaren wären, die sich um Religionen und andere Albernheiten streiten, sondern uns darauf besinnen würden, dass wir gemeinsam handeln müssen? Welche großartigen Taten und Chancen haben wir durch unser beschränktes kleines Bild dieser Welt verpasst?

Ich verzweifle an unserer Spezies und ihrem ständig gleichen Handlungsschema. Kann es eine Lösung dafür geben?

Dienstag, 29. Dezember 2015

Maske in den Schrank

Weihnachten ist vorbei und es ist an der Zeit sich von den Feiertagen zu erholen. Irgendwann drückt jede Maske und man muss sie ablegen, besonders wenn man sie drei Tage am Stück getragen hat. Freundlich-höflicher Gleichmut, unterdrückte Antworten auf die üblichen kleinen Sticheleien, verschlossene Augen und Ohren vor unterschwelligen familiären Zwistigkeiten – das alles wird mit der Zeit anstrengend. Man versucht einen wackeligen Frieden zu bewahren, obwohl man das Gefühl hat, dass niemand sonst daran ehrliches Interesse hat. Man hofft auf eine ruhige Zeit, ist dann aber gezwungen permanent Eskalationen vorzubeugen, bis die Ruhe zu Stress verkommt. Durchgeplante Fresssucht und Verwandtenbesuche, Lästereien über nicht Anwesende, Eifersucht zwischen Familienmitgliedern, die befürchten zu kurz zu kommen. Nach dem ersten Tag bereits geht man sich auf die Nerven und begibt sich entweder in einen dämmrigen Halbschlaf um es aus zu sitzen oder explodiert irgendwann und versucht die Fassade vorgeschobenen Familienfriedens einzureißen. Denn vorgeschoben ist er, der Kalender sagt, dass man in dieser Zeit des Jahres gut und freundlich zueinander sein, Geschenke verteilen und sich lieben muss.
Also trägt man eine Maske. Lächelnd. Nickend. Gedanken ausschaltend. Innerlich schreiend. Und man sehnt sich nach Ruhe und Frieden, der jedoch erst nach Weihnachten, dem Fest der Liebe und Besinnlichkeit, gewährt wird.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Gedanken vor dem Schlafengehen

„Solange ein Mensch in unseren Erinnerungen weiterlebt, ist er nicht wirklich tot.“

Diesen Satz hörte ich das erste Mal mit etwa 10 Jahren und, entgegen seiner wohl tröstlichen Intention, er entsetzte mich und nahm meinem kindlichen Ich keinesfalls wie gewünscht die Angst vor dem Tod. Denn ich betrachtete die Sache nüchtern: Wie lange erinnert man sich schon an einen Verstorbenen, wer bewahrt diese Erinnerung und wann ist sie endgültig verschwunden? Freunde, Nachkommen, Familienmitglieder mögen die Person in diesem Zustand der gedanklichen Existenz bewahren, doch irgendwann gehen auch sie den Weg allen Irdischen. Ich rechnete mir aus, dass dieses Leben in der Erinnerung spätestens nach einer oder zwei Generationen ebenso beendet sein würde wie das körperliche. Dieser Hauch von Unsterblichkeit, den die Person, ich weiß nicht einmal mehr, wer es war, durch diesen Satz vermitteln wollte, wurde davon geweht durch meinen präpubertären Pragmatismus.
Damals erkannte ich, dass es nur verschwindend wenigen Menschen möglich ist, auf diese Art langfristiger weiter zu leben. Namen aus dem Geschichtsunterricht geisterten mir durch den Kopf, Personen, die vor Jahrhunderten gelebt und gestorben waren, deren Werk oder Einfluss aber bis heute nachwirkt. Künstler, Denker, Anführer – dies waren die Menschen der Ewigkeit für mich. Und voll Naivität und ohne einen wirklichen Begriff von Leben und Vergehen zu haben, dachte ich in stillen Momenten, dass auch ich auf diese Art ewig sein wollte. Dass man sich an mich erinnern sollte, auch wenn man mich nicht gekannt hatte. Die Vorstellung einfach vergessen zu werden, als hätte ich niemals existiert, war mir unerträglich und sorgte für einige schlaflose Nächte, in denen ich versuchte mir auszumalen, wie es wohl wäre, nicht mehr zu sein.
Inzwischen bin ich erwachsen und dieser kindliche Wunsch und Tatendrang sind erloschen gemeinsam mit der Angst davor vergessen zu werden – meistens. Irgendwo schlummert noch immer der Drang, die Begierde etwas Großes zu schaffen, doch müde und abgestumpft, wie ich bin, erkenne ich, dass dies nur verletzte Eitelkeit und Träumerei ist. Der Wille mag nach wie vor in verstümmelter Form da sein, doch habe ich inzwischen eine realistischere, nicht mehr kindlich verzerrte Sicht meiner unzureichenden Fähigkeiten.
Manche erkämpfen sich eben die Unsterblichkeit – doch die meisten von uns werden vom Lauf der Zeit hinweg gefegt.

Donnerstag, 12. November 2015

Vom Licht abgewendet...

Die dunkle Seite zieht mich derzeit mehr und mehr in ihren Bann. Man möge mich etwas ausholen und erklären lassen.
In einer der verschwinden wenigen sehenswerten Szenen der Star Wars Prequel-Trilogie erklärt Jedi-Meister Yoda: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ Nun kann man geteilter Meinung darüber sein, ob ein Zitat aus Star Wars sich als Grundlage für die Betrachtung des Charakters eines echten Menschen eignet, doch habe ich erkannt, dass ich derzeit auf dem Weg von der Furcht zur Wut bin.
Menschliche Gesellschaft ist mir unangenehm. Natürlich habe auch ich immer wieder das Bedürfnis danach, doch gerade in größeren Mengen, unbekannten Personen gegenüber oder in unangenehmen Situationen verspüre ich häufig eine Beklommenheit und den Drang mich zurück zu ziehen. Dies als Furcht zu bezeichnen wäre wohl durchaus korrekt. Ich mag es nicht von Fremden berührt zu werden (auch nicht im Gedränge, überfüllte Kaufhäuser und dergleichen sind mir ein Graus) oder von ihnen angesprochen und in ein Gespräch verwickelt zu werden. Diese ganze Sache hat sicherlich tiefe psychologische Gründe, auf die wir an dieser Stelle einfach hinweg gehen wollen.
In der letzten Zeit jedoch vollziehe ich mehr und mehr einen Wandel. Aus der Furcht vor der vermeintlich bedrohlichen Situation wird Wut.
Wut auf die Personen, die mir im Weg stehen.
Wut auf die Leute, die der Meinung sind mich ansprechen oder anrempeln zu müssen.
Wut auf diese überfüllte Welt, in der man keinen Stein aus dem Fenster werfen kann, ohne einen Menschen zu treffen.
Wut auf den unerträglichen Lärm, mit dem ich tagtäglich konfrontiert werde.
Und natürlich in einem nicht geringen Ausmaß auch Wut auf mich selbst, der ich wütend bin und keine Möglichkeit sehe gegen diese Probleme anzugehen.
Als nächstes dürfte dann der Hass kommen, welcher dann wohl meinen Weg auf die dunkle Seite der Macht abschließt. Glücklicherweise ist schwarz bereits meine bevorzugte Kleidungsfarbe, so dass ich mir zumindest die Kosten für eine neue Garderobe spare. Sparen ist auch bitter notwendig, denn bei dieser meiner neuen Profession werden noch einige teure Anschaffungen erforderlich sein. Solltet ihr also in naher Zukunft am Nachthimmel eine seltsame, mondähnliche Kugel erblicken, sorgt euch nicht zu sehr. Wenn mein Todesstern erst einmal fertig ist, kann ich wohl alle meine Probleme lösen.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Gibt es einen Sommerblues?

Ob es am Wetter liegt, wie mehrfach als Erklärung angeboten? Hoher Luftdruck, häufige Temperaturwechsel, Nieselregen und Wind – sie alle wurden als Auslöser für die Symptome Kopfschmerz und Müdigkeit genannt. Möglicherweise ist da etwas dran. Seit einigen Tagen geht es nun so und es ist zehrend. Selbst zeitiges Zubettgehen, ausreichendes Trinken und dergleichen ändern nichts an den unglaublichen Schwierigkeiten sich aufzuraffen, etwas zu schaffen, gegen den Schmerz anzugehen, die Trägheit beiseite zu schieben.

Damit einher kommen verstärkte soziale Abneigungen. Fremde Menschen fühlen sich beim ersten Kontakt direkt unangenehm und nervend an. Bekannte Menschen werden minutiös nach Fehlern durchleuchtet, damit es einen Grund gibt sich auch von ihnen fernzuhalten. Und auch vor der eigenen Person wird nicht halt gemacht, peinliche Situationen der Vergangenheit werden im Kopf hin und her bewegt, die Reaktionen anderer werden automatisch negativ ausgelegt und ganz allgemein stehen schlechte Eigenschaften im Vordergrund.

Aber ist doch auch wahr! Was soll man denn denken von Passanten, die den ganzen Gehweg blockieren, von Kassiererinnen, die sich auf lange Diskussionen mit ihren Kunden einlassen, von Nachbarn, die donnernd ihre Türen ins Schloss werfen? Man muss all diese Menschen doch hassen!
Wie soll man reagieren auf Freunde, die keine Zeit für einen haben, auf Bekannte, die unzuverlässig sind, auf Kollegen, die unablässig himmelschreienden Blödsinn von sich geben?
Wie bringt man das Gehirn zum Schweigen, das all diese Dinge denkt und bemerkt, das innerlich mit allerlei Menschen diskutiert, das sich selbst für so unglaublich unzulänglich und fehlerbehaftet hält?

Alles in allem steht aktuell mal wieder die Gewissheit nicht zu genügen im Mittelpunkt. Dagegen gibt es Mittel, zweifellos, jedoch muss man sich zu all diesen Mitteln erst einmal motivieren und sie nicht schon im Vorfeld zerdenken. Natürlich ist es möglich, Dinge zu tun, die ablenkend oder angenehm sind – aber womit beginnt man und was ist schon angenehm? Natürlich wäre es richtig, die eigenen Gedanken in andere, realistischere und weniger depressive Bahnen zu lenken – aber sie sind nun einmal sehr widerspenstig und kehren immer wieder zurück. Natürlich würde das Treffen von Menschen eine Wohltat sein, da es Zerstreuung und Ablenkung verspricht – aber wer hat schon Zeit und will sie mit einem griesgrämigen, mürrischen Typen verschwenden? Nun ja, alles dreht sich im Kreis.

Sicherlich wird dieser Zustand auch wieder vergehen. Er vergeht jedes Mal wieder, kehrt aber auch leider ebenso regelmäßig zurück. Bleibt nur zu hoffen, dass der Wetterwechsel bald kommt.

Samstag, 29. November 2014

Terminfindungsprobleme

Warum fällt es Menschen anscheinend so leicht mir abzusagen? Es häuft sich schon, wenn ich die letzten Monate betrachte. Liegt es an meinem Freundeskreis, habe ich einfach mehr Berührungspunkte mit chaotischen Leuten, bei denen man mit so etwas einfach rechnen muss?

Vielleicht... vermutlich liegt es aber wirklich an mir. Ich mache es meinen Freunden zu leicht mir abzusagen. Ich reagiere immer verständnisvoll und lasse Terminverschiebungen zu, ich kommuniziere jedes Mal, dass es kein Problem ist, ich zeige keinen Ärger oder Frustration, auch wenn ich es so empfinde. Dadurch entsteht natürlich bei den Menschen ein Gefühl, dass es nicht so schlimm ist, wenn man ein vereinbartes Treffen mit mir absagt, auch kurzfristig, oder einfach nicht erscheint, da ich damit offensichtlich umgehen kann. 

Wie kommt das nun bei mir wirklich an?
Ich fühle mich herab gesetzt. Es erweckt den Eindruck bei mir, dass ich keine besondere Priorität für diese Personen habe, da sie scheinbar leichtfertig mit mir und meiner Zeit umgehen. Meine Zeit ist, wie es aussieht, nicht so wichtig und es ist in Ordnung, wenn ich sitzen gelassen werde, da ich ja immer Verständnis habe.
Ich fühle mich verunsichert, da ich nicht so genau sagen kann, ob ein solcher Mensch nicht vielleicht nur eine Ausrede verwendet hat, um dem Treffen mit mir, das er als lästige Pflicht ansieht, zu entgehen, besonders dann, wenn kein alternativer Termin zustande kommt.
Es ist jedes Mal schwer für mich mit jemandem ein Treffen auszumachen. Jedes Mal ist es ein Kampf mit mir selbst, jedes Mal bin ich nervös, da ich einem anderen Menschen begegne und mir so vieles durch den Kopf geht, doch jedes Mal auf Neue zwinge ich mich dazu das ganze durchzuhalten und selbst keine Ausrede zu verwenden um der Situation auszuweichen. Dementsprechend fühlt sich so etwas immer wieder wie ein Schlag in die Magengrube an. Wozu der Aufwand, wozu die Nervosität, aber auch wozu die Vorfreude, wenn ich doch eigentlich schon vorher weiß, dass es nichts wird?
Es tut einfach weh, dieses Gefühl nicht wichtig genug zu sein, als dass man sich darum bemüht Termine mit mir einzuhalten.

Natürlich ist das unfair und stimmt so nicht. Sicherlich sind die Menschen, die dies tun, ein wenig gedankenlos oder eben zu sehr mit sich selbst beschäftigt, was ich ihnen nicht verdenken kann. Der eigentliche Fehler liegt aber eindeutig bei mir, da ich zu selten meinem Unmut über solche Absagen Luft mache. Wie sollen die anderen denn wissen, dass mich etwas verletzt, wenn ich es nicht kommuniziere? Und wie kommuniziere ich es?

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Das Schwarze Loch

Ein schwarzes Loch. Dieses Bild hat schon einiges für sich. Etwas Dunkles, Unergründliches, das alles in sich hineinzieht, ohne die Hoffnung, dass man sich jemals wieder daraus befreien könnte. Eine unüberwindbare Kraft, vor der auch der Stärkste nur kapitulieren kann, da jeder Kampf vergebens ist.

Das ist das vorherrschende Gefühl. Ein Sturz von einer gewissen Höhe hinab in die Dunkelheit, Gravitation, die an mir zerrt und mich zu zerreißen droht, auch wenn ich mich noch mit Händen und Zähnen am Rand des unendlichen Abgrundes festkralle. Aber die Kraft lässt nach, der Arm wird lahm, es ist soviel einfacher loszulassen und einfach nachzugeben.

Wow. Wenn ich das so lese, brauche ich wohl wirklich Hilfe. Faszinierend. Nur woher nehmen und nicht stehlen?

Gehen wir die Liste durch... das ist kein großer Akt, ist sie doch kurz genug. Und leider haben die Menschen auf der Liste aktuell genug eigene Probleme. Mancher wurde schon zu sehr von mir als Abfalleimer missbraucht, das kann ich nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Mancher hat lange unglaublich viel von mir eingesteckt und keine Kapazitäten mehr. Mancher steckt selbst momentan in unklaren und schweren Verhältnissen und braucht meine Kraftreste, so dass ich es umgekehrt nicht zumuten kann, dass noch meine Probleme geschultert werden.

Dazu kommt der unfaire Teil meines Kopfes. Wirklich interessiert an meinen Sorgen und Nöten ist kaum jemand. Warum auch, so spannend sind diese ja nicht. Dennoch tut es weh... wenn ich beginne etwas zu erzählen und mitten im Satz unterbrochen werde, weil irgendein anderes Thema gerade wichtiger ist... oder wenn ich beginne etwas zu erzählen und mein Gegenüber nach dem Laptop greift und sich bei Facebook einloggt... man kann hier keinen Vorwurf machen, denn, wie geschrieben, interessant ist es ja nicht, was ich da zu berichten habe, es trägt aber auch nicht gerade dazu bei, dass ich mit meinen Problemchen offener umgehe. Offenbar sind die anderen Menschen viel besser darin sich selbst zu schützen.

Eigentlich hätte die Reise in die Ferne es alles etwas erträglicher machen sollen, einmal rauskommen, etwas Abenteuerliches machen und die alltäglichen Sorgen hinter sich lassen. Stattdessen haben diese nach der Rückkehr mit nur noch mehr Kraft zugeschlagen und waren auch während des Urlaubs immer im Hintergrund präsent.

Nun ja. Bis Sonntag muss ich noch funktionieren, das wird wohl klappen. Funktionieren, durchhalten, lächeln, zuhören, hilfreich und nützlich sein. Danach möge dann der Kopf endlich platzen, damit er aufhört mit seinem Blödsinn!

Donnerstag, 20. März 2014

Story: Bekenntnisse eines Suizidalen

Guten Tag. Mein Name ist Jan und ich bin, wenn Sie dies lesen, soeben von einem Hochhaus gesprungen. Ich wurde nicht gestoßen, niemand hat mich gezwungen dies zu tun, ich habe aus freien Stücken und im (vielleicht nicht vollen) Besitz meiner geistigen Kräfte entschieden meinem Leben ein Ende zu machen. Es gibt viele Worte dafür: Selbstmord, Freitod, Selbsttötung... ich persönlich bevorzuge „Suizid“. Es wirkt gleich viel gebildeter, wenn das Wort, das man verwendet, aus dem Latein kommt und es verschleiert auf diese Weise auch noch wunderbar die gewalttätige Endgültigkeit der Handlung.

Ich nehme im Sturz Fahrt auf, ich spüre den Wind auf meiner Haut und sehe das oberste Stockwerk an mir vorbeirauschen. Interessant, dass ich Ihnen das noch immer mitteilen kann, was? Auch wenn der Weg nach unten der letzte Moment meines Lebens sein mag, so zieht er sich doch hin wie Kaugummi, Sekunden werden zu Minuten, Minuten zu Stunden und ich falle und falle. Ich kann unten den Grund sehen, der sich nähert, die Höhe des Gebäudes habe ich bewusst gewählt, ich wollte sicher gehen, dass nichts falsch läuft. Kurz schießt mir der Gedanke durch den Kopf, ob ich wohl bis unten die maximale Fallgeschwindigkeit erreichen werde. Erinnerungen an den Physikunterricht erscheinen vor meinem geistigen Auge, doch ich weiß nur noch, dass es mit der Masse des fallenden Gegenstandes und der zurückgelegten Entfernung zusammenhängt. Fallender Gegenstand. Das bin ich dann nun wohl auch. Ein physikalisches Experiment.

Ich hatte ein wenig den Film meines Lebens erwartet, der während des Sturzes abläuft. Ich bin nicht sonderlich enttäuscht, dass die Vorstellung ausbleibt. Hätte ich ein bemerkenswertes Leben voller filmwürdiger Highlights gehabt, wäre ich wohl nicht gesprungen, eine Wiederholung meines vielfachen Versagens ist nicht in meinem Interesse. So viele Fenster, so viele Stockwerke, die an mir vorbei sausen. Wer mag dahinter wohl leben, wie mag es diesen Menschen gehen? Ob einer von ihnen meinen Sturz bemerkt? Nun regt sich doch ein schlechtes Gewissen in mir, denn mir wird bewusst, dass jemand die Sauerei, die ich gleich da unten anrichten werde, entdecken und jemand sie auch entfernen muss, zwei Aufgaben, die sicherlich nicht viel Freude bereiten. Es ist ein selbstsüchtiger Schritt, den ich da gegangen bin, doch es gibt einige Schritte im Leben, die man nur vorwärts, aber niemals zurück gehen kann.

Der Boden kommt nun rasant näher, ich erkenne bereits die Pflastersteine, die gleich meinen Schädel zum Platzen bringen werden. Zumindest hoffe ich das, es erschien mir als die schnellste Lösung mit dem Kopf voran zu fallen, ein Aufprall und ein möglichst unmittelbares Ende. Doch ich merke, dass der Plan wohl nicht so ganz aufgeht, mein Körper fällt nicht etwa gerade sondern ist ins Schlingern geraten. Ich drehe mich bei meinem Sturz und kann nun nicht mehr sicher sagen, welcher Teil meines Körpers zuerst aufschlagen wird. Das habe ich so nicht gewollt, doch ich gehe davon aus, dass es egal ist, der Aufprall dürfte auf jeden Fall tödlich enden. Auf die eine oder die andere Weise.

Der Wind zerzaust mein Haar und ich spüre ein Frösteln, es ist kalt hier an der Luft. Aber die Kälte wird bald vergehen. Ich denke an meine Freunde und meine Familie, für die ich Abschiedsbriefe hinterlegt habe. Zwar war der Schritt halbwegs spontan, doch habe ich schon lange mit dem Gedanken gespielt, es war dann keine große Sache alles so in die Wege zu leiten, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wie werden sie wohl darauf reagieren, wie wird ihr Leben weitergehen? Bei den meisten wird sich wohl wenig ändern, ich kann mir denken, dass es sie nicht sonderlich trifft. Einige werden wohl eher wütend sein als traurig und mich hassen für das, was ich hier gerade tue. Und einige... ich sehe zwei Gesichter vor mir, aufgelöst in Tränen. Für sie wird das Leben nie mehr so sein, wie es war, ich tue ihnen sehr weh. Ich schlucke, es ist schwer, ich habe einen Kloß im Hals.

Ich versuche diese Gedanken zu vertreiben, doch sie haben sich festgesetzt. Kennen Sie das, wenn Sie krampfhaft versuchen nicht an etwas bestimmtes zu denken? Ziemlich sicher gelingt das nicht. Was mache ich hier, was fällt mir ein? Selbstbestimmung über sein eigenes Leben und seinen eigenen Tod ist ja schön und gut, aber ich mache hier mehr kaputt als nur meinen Körper. Ich liebe diese Menschen und will nicht dass es ihnen schlecht geht, ich hätte niemals springen sollen, ich... ich schlage auf. Der Aufprall drückt mir alle Luft aus dem Körper, es tut höllisch weh, auch wenn ich gehofft hatte, dass ich das nicht mehr spüre. Knochen bersten, mein Blut spritzt überall hin, Organe werden zerquetscht, die Schmerzen steigern sich ins Unermessliche. Und dann öffne ich die Augen.

Ich sehe nach unten, trete zügig einen Schritt von der Kante des Daches zurück. Ich zittere am ganzen Körper, während ich tief durchatme und versuche mich zu beruhigen. Ich weiß nicht, wie lange ich hier schon stand, wie jedes Mal habe ich mein Zeitgefühl verloren. „Ich werde auch heute nicht springen!“ Die Worte kommen erst sehr leise, ich muss mich räuspern, und wiederhole sie noch einmal, lauter, klarer, deutlicher. Während ich mich weiter vom Dach zurückziehe und mich der Treppe nach unten nähere, kann ich wieder besser atmen, spüre das Sonnenlicht auf der Haut und höre den Lärm der Stadt dort unter mir. Ich nicke dem Rand zu, meiner Hassliebe, und murmele „Bis morgen“. Vielleicht auch erst übermorgen oder nächste Woche. Wer weiß schon, was kommen wird?

Dienstag, 4. Februar 2014

Der Moment

Kennst du den Moment des Kontrollverlustes?
Es ist der Moment, in dem du schreien, weinen und um dich schlagen möchtest, weil dir sämtliche Zügel entglitten sind.

Kennst du den Moment der Kapitulation?
Es ist der Moment, in dem du keine Kraft mehr hast, nicht mehr kämpfen kannst und willst und nur noch aufgeben willst.

Kennst du den Moment, in dem du dir nur noch das Ende wünschst?
Es ist der Moment, in dem du das Unaussprechliche tun würdest, in dem du diesen Augenblick zu deinem letzten zu machen bereit bist, nur um endlich Frieden zu empfinden.

Du wirst es niemals tun, dein Verstand schützt dich davor...
… und doch will dieser Wunschgedanke nicht vergehen.

Du kennst die Techniken, die Gegenmaßnahmen, die dich aus der Dunkelheit ziehen sollen...
… und doch funktionieren sie anscheinend in diesem Moment nicht.

Du bist dir im Klaren darüber, dass du jemandem zum Reden brauchst, dass dies vernünftig wäre...
… und doch schämst du dich deiner Gedanken, deiner Stimmung zu sehr.

Du weißt, dass dieser Moment vergänglich ist, dass er bald vorbei sein wird, denn du hattest ihn schon häufiger...
… und doch fühlt es sich an, als zöge er sich bis in die Unendlichkeit.

Kennst du diesen Moment?

- Ja, ich kenne ihn. -

Samstag, 25. Januar 2014

Geläster

Menschen haben die, oftmals unangenehme, Angewohnheit über ihre Artgenossen zu reden, zu lästern und auch gerne mal in Abwesenheit der jeweiligen Person kein gutes Haar an derselben zu lassen. Das muss man nicht mögen, viel dagegen unternehmen kann man aber wohl auch nicht, das ganze scheint ganz normal und natürlich zu sein, wenn es auch bei einigen ein deutlich ausgeprägteres Verhalten ist, als bei anderen.

Nun kann es dem Betroffenen eigentlich vollkommen egal sein, wenn Personen, die ohnehin nicht oder nicht mehr Teil des eigenen Lebens sind, hinter dem Rücken seltsame Geschichten und Bösartigkeiten erzählen, zeigt so etwas doch eigentlich eher die Unzulänglichkeiten dessen, der diese Art von Lästereien betreibt. Ganz rational betrachtet kann man ja davon ausgehen, dass die Folgen für einen selbst eher überschaubar sind.

Freunde, die einem nahestehen, werden solchem Gerede ohnehin wenig Beachtung schenken.

Menschen, die das ganze hinterfragen, werden in der Lage sein sich auch die andere Seite anzuhören und werden den Betroffenen dann um eine Stellungnahme bitten, bei der man die Sache klarstellen kann.

Um all jene, die aufgrund von Geläster sich wortlos aus dem Kontaktkreis verabschieden, weil sie dieses stumpf akzeptieren, ist es eigentlich nicht schade.

Und doch...

Und doch ist es unangenehm zu hören, dass Menschen aus der Vergangenheit die ziemlich bösartigen Ansichten ihrer eigenen kleinen Welt über einen selbst verbreiten. Es gibt mehrere Gründe, aus denen dies unangenehm sein kann, angefangen bei der Tatsache, dass man es unangenehm findet, es unangenehm zu finden, obwohl man ja eigentlich aus den genannten rationalen Gedanken mit entspanntem Desinteresse reagieren sollte. Dazu kommt eine vielleicht unbewusste Angst, dass nahestehende Menschen eben doch die auf diese Art verbreitete Propaganda glauben könnten und dass man sie verlieren könnte. Harmoniebedürfnis, Zorn auf die Lästerer ohne Möglichkeit dem Abhilfe zu schaffen, gekränkter Stolz, Gerechtigkeitsempfinden und auch die enttäuschte Hoffnung gewisse Dinge endlich hinter sich gelassen zu haben... all das kommt wohl noch dazu und sorgt dann für schlaflose Nächte und zielloses Grübeln über die Welt und den eigenen Platz darin.

Letztlich bleibt aber nur, wie so oft, ein überlegter und logischer Umgang mit der Situation. Höflich, ruhig und gefasst reagieren, denn, wie geschrieben, es ist nun einmal vollkommen normal, dass Menschen lästern. Und wenn man es nicht übertreibt, kann es sogar Spaß machen.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wahnsinn des Alltags: Der Weihnachtsmarkt

Es hat durchaus seine Vorteile in der Innenstadt zu wohnen. Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltungseinrichtungen sind fußläufig erreichbar, die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist relativ gut und, da der Heimatort doch im Verhältnis nicht sonderlich groß ist, das Verkehrsaufkommen auf den Straßen hält sich in Grenzen. Doch hat alles Gute, Praktische in dieser Welt auch immer seine Schattenseiten. Eine dieser Schattenseiten offenbart sich einmal jährlich, wenn die Tage kürzer werden und die längste Nacht näher rückt. Sie nennt sich: Weihnachtsmarkt.

Die mittelgroße Stadt rühmt sich ihrer umso größeren Tradition der vorweihnachtlichen Fress-, Plunder- und Saufbuden, die sich mittlerweile auf so gut wie jeder freien Fläche der Innenstadt finden. Ergänzt werden diese sicherlich sehr festlichen Angebote durch Karussells, ein Riesenrad und Straßenmusikanten, die sich von der vorbei drängenden Menschenmasse ein wenig Kleingeld erhoffen, während sie mehr schlecht als recht in der Kälte stehend Weihnachtslieder frei interpretieren. Natürlich wittern auch die Einzelhändler und Gastronomen der Innenstadt das Geschäft und geben sich alle Mühe einen möglichst großen Anteil der besinnlich drängelnden Leute für ihre Angebote zu begeistern. So bietet sich dann dem Eingeborenen bereits an Werktagen, wenn das Personenaufkommen nicht so enorm ist, ein wahrer Spießrutenlauf um sein meist klar definiertes Ziel zu erreichen, wenn er sich aus dem Haus wagt. Verengte Wege durch die bereits Wochen vor Eröffnung aufgestellten Holzbuden, Slalom-Kurse um die weiter ins Sichtfeld verlegten Auslagen der Geschäfte und die vergebene Mühe nicht ständig in Körperkontakt mit völlig Fremden zu geraten, die immer wieder abrupt stehen bleiben, sich quer zur Gangrichtung bewegen und ganz allgemein schrecklich verwirrt scheinen, kennzeichnen den eigentlich harmlosen Gang um noch schnell ein Pfund Zucker aus dem Supermarkt zu holen.

Doch der wahre Schrecken wartet am Wochenende.

Kann man in der Woche in den meisten Fällen als Ortskundiger noch die schlimmsten Engpässe und Ansammlungen von Menschengezücht umgehen und vermeiden, wird dies zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend fast unmöglich. Selbst in kleinen, abgelegenen Straßen, die weit von den bunten und so abwechslungsreichen Angeboten des Weihnachtsmarktes entfernt liegen, tummeln sich kleine oder größere Gruppen von Personen, sei es, weil sie sich verirrt haben oder sei es, weil sie der Meinung sind, dass sie hier die Stimmung besser erleben können. So stellt sich dann dem unschuldigen Spaziergänger, der eigentlich nur etwas frische Luft atmen (was auch schwierig ist, sie scheint in einem Umkreis von hunderten Metern von Bratenfettdünsten und Zuckerhauch erfüllt zu sein) und sich durch etwas Ruhe entspannen wollte, eine ganze Horde entgegen, durch Glühwein alkoholisierte ältere Menschen, quengelnde Kinder, vom Weg abgekommene Touristen, die eine möglichst genau Wegbeschreibung zu der aktuell am weitesten entfernten Sehenswürdigkeit erfragen, Einheimische, die niemals auch nur einen Fuß in diese Straßen gesetzt haben außerhalb des Adventes und noch viele andere angenehme Zeitgenossen mehr. Wenn dann noch Personen in Löwen-, Waschbären- und Kuhkostümen des Weges kommen, ist der Punkt erreicht, an dem nur noch die Flucht in die eigenen vier Wände bleibt, aus denen man all diese seltsamen Kreaturen aussperren kann.

Sicherlich sind solche Ärgernisse absehbar, wenn man sich für eine Wohnung in der Innenstadt entscheidet. Es ertragen und den Jahreswechsel erwarten bleiben die beiden Instrumente, die einem nur bleiben. Und offenbar gibt es auch immer noch die Möglichkeit sich einigermaßen ungestört draußen zu bewegen: Der Spaziergang zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht auf den Sonntag war sehr entspannend.

Sonntag, 16. Juni 2013

Hoffnungsvolle Tage




Ich hatte auf einen erfreulichen und angenehmen Tag gehofft. Aber, wie uns die höchst bösartige, fantastische Welt eines bekannten Tabletop- und Rollenspieles lehrt, „Hoffnung ist der erste Schritt auf der Straße zur Enttäuschung“. Wie ist es dazu gekommen, dass meine Laune von leicht euphorisch und positiv auf wütend und frustriert umschwenken konnte? Wäre die arme, alte Frau, deren Koffer ich heute Morgen hilfsbereit am Bahnhof die Treppe herunter getragen habe, am Abend auf der Rückfahrt wieder erschienen, der Sinn hätte mir eher danach gestanden, ihr Gepäck auf die Schienen zu werfen. Ihr Wunsch nach einem schönen Sonntag hat sich jedenfalls nicht erfüllt. Doch meistens hilft es ja, die Gedanken einmal nieder zu schreiben und zu ordnen, somit sollen zunächst einmal jene Dinge, die für den Stimmungswechsel gesorgt haben, notiert werden:


1.       Die Laune meiner Begleitung. Sicherlich ist es sehr unfair von mir, bin ich doch normalerweise der mürrische und schlecht gelaunte, der ertragen und aufgeheitert werden muss, doch macht es diese Tatsache nicht unbedingt einfacher. Schlechte Stimmung ist ansteckend und kann einen Menschen schon runter ziehen, auch wenn man sich ausnahmsweise Mühe gibt, die Dinge positiv zu sehen. So wurde es dann auch immer anstrengender optimistisch an die Ereignisse heran zu gehen, bis dann irgendwann der „normale“, grummelnde Zustand erreicht war und sich wieder fest setzte.

2.       Der realistische Blick auf die Veranstaltung im Allgemeinen und das Projekt im Speziellen. Alle guten Hoffnungen nützen nichts, wenn sie sich nicht erfüllen. Letztlich kann man nur sagen, dass es schlecht organisiert war, dass der Begriff „repräsentativ“ ungenügend umgesetzt wurde und dass das Verhalten vieler Teilnehmer unterirdisch war. Wie üblich wurden die großen Reden im Vorfeld durch die Taten ad absurdum geführt, stattdessen hat sich die Masse keine oder kaum Mühe gegeben und nur auf freien Eintritt spekuliert.

3.       Das mangelhafte eigene Zeitmanagement. Mehr Zeit verbringen mit speziellen Menschen, das war eigentlich ein Teil der persönlichen Tagesplanung. Es kam nicht dazu, weil man sich an verschiedenen Orten der Veranstaltung aufhielt, weil ich damit beschäftigt war, den jämmerlichen Aufbau und die Ausstattung vor den Elementen zu schützen und mich zu langweilen, weil ich offensichtlich unnötigerweise eine gewisse Verantwortung für die Sache verspürte, die mich davon abhielt zu tun, wonach mir der Sinn stand. So blieb es dann bei einem „Hallo“ und einem „Auf Wiedersehen“.


Letztlich sind dies, wenn man das Ganze auf den Kern herunter bricht, die Gründe für die Missstimmung. Und letztlich sind sie, bis auf den ersten, der seinen Ursprung zu einem großen Teil auch im zweiten hatte, genau so eingetreten, wie es zu befürchten war. Im Grunde kann man sagen, dass die eigenen Erwartungen zu hoch gesetzt waren und dass zu viel Einsatz für eine von vorn herein verlorene Sache gezeigt wurde. Da diese Ereignisse nun der Vergangenheit angehören, hilft es auch wenig, sich weiter darüber zu ärgern, jedoch kann man vielleicht daraus etwas lernen, sind doch eigentlich alle diese Ursachen meine eigene Schuld, da ich mich von ihnen in meiner Stimmung beeinflussen ließ.

Welche Lehren ziehe ich nun also? Ich ordne sie den jeweiligen Problematiken zu.


1.       Die Erfahrung, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt, ist erhellend. Ich werde mich bemühen in Zukunft in meinen eigenen schlechten Stimmungen weniger abfärbend zu sein, als ich es in der Vergangenheit war. Das ist eine schwer umzusetzende Lektion, denn gerade in solchen Situationen ist es nicht leicht, sich so weit zu kontrollieren.

2.       Die Frage, die ich mir stellen muss, nachdem so langsam etwas Ruhe in meinem Kopf einkehrt: „Was habe ich denn erwartet?“ Letztlich war das Ergebnis, sicher nicht in allen Details, aber im Großen und Ganzen, genau so, wie es ein nüchtern denkender Geist vor der Veranstaltung vorhersehen konnte. Die Erwartungen zurückschrauben, Dinge, die wichtig sind, entweder auf die eigene Agenda schreiben oder sich möglichst ganz raus ziehen, die persönlichen Pläne im Zweifelsfall höher priorisieren, als die von anderen und die Veranstaltung nach der diesjährigen Bilanz im nächsten Jahr anders angehen… all das sind Lektionen, die aus dem Desaster gezogen werden können. Das ist es, was als Konsequenz aus dem realistischen Blick gezogen wird.

3.       Auch hier bleibt die Frage nach den eigenen Erwartungen, denn im Grunde genommen war es auf dieser Veranstaltung in all den Jahren kaum anders. Vermutlich besteht der Frustfaktor hier auch einfach darin, dass nun insgesamt die letzten  drei Treffen nach einem ähnlichen, kurzen und oberflächlichen Muster abliefen, was jedes Mal den Umständen geschuldet war. Man kann versuchen gegen zu steuern um die eigene Unzufriedenheit zu senken. Eine Abhilfe wäre es mehr reale Zeit miteinander zu verbringen, was bei den aktuellen Terminkalendern zwar schwer umsetzbar sein mag, aber dennoch in Angriff genommen werden muss. Tu es oder tu es nicht… und so weiter.

Alle diese Konklusionen aus dem Erlebten sind sicher nicht einfach um zu setzen, doch ist der erste Schritt, die Erkenntnis, wie es besser gehen kann, immerhin schon getan. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Immerhin ist es tatsächlich so, das Niederschreiben dieser Dinge und Gedanken hat für Ruhe und etwas mehr Ordnung in meinem Kopf gesorgt. Das ist doch schon etwas.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Hamstergedanken



Achtung: Der folgende Text ist aus einer Frustsituation heraus entstanden und sollte auch als eben das betrachtet werden: als Frustabbau!

Ein Hamster ist ein ziemlich unsoziales Wesen. Er verträgt sich nicht mit seinen Artgenossen und vertreibt sie, sobald er ihrer gewahr wird, mit allen Mitteln aus seinem Revier. Nur zur Paarung tolerieren sich diese Einzelgänger kurzzeitig, nachdem der Akt jedoch vollzogen ist, gehen alle Beteiligten wieder ihrer Wege. Im Grunde genommen beschränkt sich ihr soziales Leben auf Vögeln und das Meiden des Kontaktes zu anderen Hamstern. Ich glaube, wir können viel von Hamstern lernen.

Nach eigener Erfahrung funktioniert es anscheinend nicht, wenn man Menschen zu nahe an sich heran lässt. Das ist eine Lektion, die so langsam eigentlich verinnerlicht sein sollte, was das Gehirn aber nicht davon abhält es immer wieder zu versuchen. Letztlich wird Vertrauen wohl immer zur Selbstverständlichkeit und wird dann als solche benutzt. Sicherlich helfe ich gerne meinen Freunden und tue etwas für sie, wenn dies benötigt wird. Jedoch wird es an dem Punkt zu viel, an dem ich das Gefühl habe, dass ein „Wie geht’s?“ eigentlich nur gefragt wird um die Gegenfrage gestellt zu bekommen und mich mit all dem Negativen zu überhäufen, was sich angesammelt hat. 

Die meisten Beziehungen zu anderen Menschen haben wohl auf die eine oder andere Weise etwas Asymmetrisches an sich, was in den meisten Fällen auch nicht wirklich schlimm ist. Eine der beteiligten Personen investiert meist mehr in die Freundschaft als die andere, sie liegt ihr mehr am Herzen, sie ist mit mehr Elan bei der Sache oder hat einfach andere Vorstellungen von dem Verhältnis zu der anderen Person, als diese. Wenn von Zeit zu Zeit ein gewisser Ausgleich geschaffen wird, ist das wohl auch kein größeres Problem. Doch was ist nun, wenn dieser Ausgleich mehr und mehr verloren geht, wenn offenbar die oben beschriebene Selbstverständlichkeit die Oberhand gewinnt, wenn sich alle Beteiligten an diese Art der Zusammenarbeit gewönnen und darin fest fahren? 

Nähe bedeutet Schwäche, die zu Verletzungen führt. Klingt zynisch und verbittert, ist es möglicherweise auch. Doch es scheint immer genau darauf hinaus zu laufen: Wenn man einem anderen Menschen zu nahe ist, sich zu sehr in sein Leben involviert und den eigenen Schild senkt um diese Person auch an sich selbst teilhaben zu lassen, wird man früher oder später verletzt oder in Dinge herein gezogen, die man niemals wollte oder die einfach zu viel sind. Und da man diesem Menschen dann nahe steht, tut es natürlich noch sehr viel mehr weh, nimmt einen mehr mit und beschäftigt einen mehr, als es eigentlich gesund wäre.

Vermutlich liest sich das ganze deutlich dramatischer und anklagender, als es eigentlich ist. Es gibt schließlich auch genug Gegenbeispiele, Menschen, die anders sind, als die beschriebenen, bei denen man einfach weiß, dass die Freundschaft auf Gegenseitigkeit beruht, die sich ernstlich für ihr Gegenüber interessieren und die nicht nur nehmen bis nichts mehr übrig ist, sondern auch geben. Doch diese Art von Menschen ist selten. Letztlich ist dieser Text auch nur eine wirre Aneinanderreihung von Gedanken zu diesem Thema, die ohnehin nicht die richtigen Personen erreicht, da meines Wissens nur Leute dieses Blog lesen, die mich nicht in meinem Wunsch bestärken im nächsten Leben ein Hamster zu werden.

Doch welche Konsequenz lässt sich daraus ziehen? Ich stehe vor einem Dilemma, denn der Mensch ist ein soziales Tier. Ganz ohne den Kontakt zu anderen geht es nicht, auch das habe ich schon aus eigener Erfahrung festgestellt, das Hamsterdasein ist nichts für Menschen, auch wenn es durchaus erstrebenswert wäre. Aber offensichtlich funktioniert es auch nicht, wenn man sich zu sehr auf Menschen einlässt. Letztlich läuft es also wohl darauf hinaus das Verletzungsrisiko zu minimieren, was man ja ansonsten im Alltag, Haushalt, Sport oder Berufsleben, auch anstrebt. Die Devise ist: Abstand halten! Es muss eine klare Linie her, die nicht überschritten werden und über die eine Bekanntschaft nicht hinaus gehen darf.  Der Schild muss wieder aufgebaut und gestärkt werden, denn hinter ihm bin ich sicher. Ein guter Plan… doch ich zweifle noch an der Umsetzung.

Mal sehen, wie lange mein Gehirn braucht, bis es mich das nächste Mal über die Linie treibt. Hamster müsste man sein…