Gedanken, Geschichten, Texte, die meinem wirren Verstand entsprungen sind und die ich hier niederschreiben möchte. Und dabei vollkommen subjektiv, ohne roten Faden und den Anspruch auf Richtigkeit oder Sinn, dafür mit viel Gemecker und Bosheit.
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Montag, 15. August 2016
Extrem-Butterbrot-Schmieren
Ich beobachte im Fernsehen, wie Menschen zu dramatischer Musik um die Wette harte Butter mit unterschiedlichen Techniken auf ein weiches Stück Brot zu schmieren versuchen. Neben der Tatsache, dass es beeindruckend ist, dass dieser Beitrag es tatsächlich an etwaigen Qualitätskontrollen, deren Existenz er mit seiner eigenen eigentlich widerlegt, in die Sendung geschafft hat, bleibt eigentlich nur eine Konsequenz: Abschalten.
Sonntag, 14. August 2016
Ohne Smartphone hast du kein Smartphone
Hallo Welt, da bin ich mal wieder.
Ich könnte nun behaupten, dass ich Sehnsucht nach diesem Blog verspürt hätte und es mich drängen würde mich den Weiten des Internets einmal mehr zu offenbaren - in Wirklichkeit ist mein Smartphone defekt und ich stelle nur fest, dass man offensichtlich sehr von diesem albernen kleinen Ding abhängig ist, selbst in Fragen von Zerstreuung und Freizeit.
Immer wieder erwische ich mich bei einem Griff nach meinem Telefon, auch wenn ich doch genau weiß, dass es nicht dort liegt, wo ich es unbewusst erahne. Ich möchte mit Leuten kommunizieren und bin genervt, dass ich dazu nicht einfach eine App nutzen kann. Selbst die Uhrzeit kann mir nicht mehr ohne weiteres überall und ständig angezeigt werden; eine Armbanduhr besitze ich schon lange nicht mehr.
Es bleibt nur noch hibbelig und leicht genervt abzuwarten, bis ein neues Mobiltelefon den Platz des alten, verschiedenen einnehmen wird. Ich zähle bereits die Stunden.
Ich könnte nun behaupten, dass ich Sehnsucht nach diesem Blog verspürt hätte und es mich drängen würde mich den Weiten des Internets einmal mehr zu offenbaren - in Wirklichkeit ist mein Smartphone defekt und ich stelle nur fest, dass man offensichtlich sehr von diesem albernen kleinen Ding abhängig ist, selbst in Fragen von Zerstreuung und Freizeit.
Immer wieder erwische ich mich bei einem Griff nach meinem Telefon, auch wenn ich doch genau weiß, dass es nicht dort liegt, wo ich es unbewusst erahne. Ich möchte mit Leuten kommunizieren und bin genervt, dass ich dazu nicht einfach eine App nutzen kann. Selbst die Uhrzeit kann mir nicht mehr ohne weiteres überall und ständig angezeigt werden; eine Armbanduhr besitze ich schon lange nicht mehr.
Es bleibt nur noch hibbelig und leicht genervt abzuwarten, bis ein neues Mobiltelefon den Platz des alten, verschiedenen einnehmen wird. Ich zähle bereits die Stunden.
Mittwoch, 27. April 2016
Wichtige Fandiskussionen
Vor kurzem hatte ich eine kurze Meinungsverschiedenheit mit einer Freundin über die Frage, ob denn wohl ein Stormtrooper oder BB 8 der coolere Star Wars Charakter sei.
Die Antwort scheint mir eindeutig zu sein...
Die Antwort scheint mir eindeutig zu sein...
Mittwoch, 27. Januar 2016
Tassen fürs Rollenspiel
Eine talentierte Freundin, die schon einige sehr großartige Dinge hergestellt (und noch viele mehr...) hat, brachte mich vor ein paar Tagen durch diesen Post zu einer spontanen Eingebung. Seit beinahe fünf Jahren diene ich als Spielleiter einer Rollenspielrunde in der grimmen Dunkelheit des 41. Jahrtausends. Naturgemäß ist bei solchen Spielerunden der Kaffeekonsum sehr hoch, weshalb große, passende Kaffeebecher für alle Teilnehmer eine gute Idee sein dürften.
Also folgte ich ihrem Beispiel und begab mich, wenn auch widerwillig, in die örtliche schwedische Botschaft. Nach kurzer Suche wurde ich fündig und erstand 5 große weiße Tee- und Kaffeebecher zu einem annehmbaren Preis. Im benachbarten Bastelgeschäft ließ sich auch ein schwarzer, feiner Porzellanstift finden, wenn auch zu einem nicht mehr ganz so annehmbaren Preis.
Ich entschied mich die gespielten Charakere der Spieler als Vorbild zu nehmen. Jeder stammte aus einer anderen Organisation der Hintergrundwelt und hatte, durch Würfelglück, zu Beginn der Runde vor vielen Jahren eine "Weissagung" erhalten. Somit sollte als Motiv für die Tassen das Symbol der jeweiligen Organisation und darunter die Weissagung herhalten.
Freihandzeichnen ist nicht leicht. Glücklicherweise kann man auf den Tassen großartig mit dünnen Bleistiften eine Skizze aufbringen, an der man sich orientieren kann. Insgesamt nahmen die vier Tassen für die Spieler etwa eine Stunde Arbeit in Anspruch (inklusive Suchen der Motive, Vorzeichnung etc.) Nach dem Trocknen wanderten die guten Stücke noch in den Backofen und fertig war das Projekt - zumindest erst einmal, denn ich war mir noch nicht sicher, was ich aus der fünften Tasse machen sollte.
Auch hier half wieder eine Eingebung, es sollte ein grobes Bild des Imperators (einen solchen gibt es in der Hintergrundwelt) sein. Für diesen brauchte ich natürlich zusätzlich einen goldenen Stift.
Etwas unsicher war ich, ob meine künstlerischen Fertigkeiten ausreichen würden, doch das Ergebnis ist zufrieden stellend. Somit steht der nächsten Spielrunde nichts im Wege und ich kann durch meinen Kaffeebecher deutlich zeigen, wer das Sagen hat.
Also folgte ich ihrem Beispiel und begab mich, wenn auch widerwillig, in die örtliche schwedische Botschaft. Nach kurzer Suche wurde ich fündig und erstand 5 große weiße Tee- und Kaffeebecher zu einem annehmbaren Preis. Im benachbarten Bastelgeschäft ließ sich auch ein schwarzer, feiner Porzellanstift finden, wenn auch zu einem nicht mehr ganz so annehmbaren Preis.
Ich entschied mich die gespielten Charakere der Spieler als Vorbild zu nehmen. Jeder stammte aus einer anderen Organisation der Hintergrundwelt und hatte, durch Würfelglück, zu Beginn der Runde vor vielen Jahren eine "Weissagung" erhalten. Somit sollte als Motiv für die Tassen das Symbol der jeweiligen Organisation und darunter die Weissagung herhalten.
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| Der Becher der Techpriesterin |
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| Für den Chef, der Becher des Inquisitors. |
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| Soldaten leben auch (fast) nur von Kaffee, der Becher des Gardisten. |
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| Der Becher des Assasssinen. |
Auch hier half wieder eine Eingebung, es sollte ein grobes Bild des Imperators (einen solchen gibt es in der Hintergrundwelt) sein. Für diesen brauchte ich natürlich zusätzlich einen goldenen Stift.
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| Verneigt Euch vor dem Imperator! |
Etwas unsicher war ich, ob meine künstlerischen Fertigkeiten ausreichen würden, doch das Ergebnis ist zufrieden stellend. Somit steht der nächsten Spielrunde nichts im Wege und ich kann durch meinen Kaffeebecher deutlich zeigen, wer das Sagen hat.
Dienstag, 12. Januar 2016
Terminfindungsprobleme II
Wir befinden uns
wieder einmal an dem Punkt, an dem die Prioritäten gewisser Menschen
gegenüber meiner Person hinterfragt werden müssen. Es ist ein
leidiges Thema und ich verspüre wenig Lust darauf, erneut in Grübeln
und Selbstzweifel darüber auszubrechen. Diese Phase wünsche ich
hinter mir zu lassen.
Welcher Weg ist nun
der richtige, wenn man mehr und mehr merkt, dass jemand, den man
eigentlich schätzt, mit vielen Kleinigkeiten ein mangelndes oder
abebbendes Interesse und wenig Wertschätzung für die Zeit anderer
Menschen zum Ausdruck bringt? Welchen Weg soll man gehen, wenn man
des Redens und des Hinterherlaufens müde wird, da beides nur wenige
Früchte trug? Auf welchem Weg kann man seinen Stolz wahren und sich
am Ende des Tages noch im Spiegel betrachten, zumindest bildlich
gesprochen?
Ob er derjenige sein
wird, der all diese Punkte in sich vereinigt, vermag ich noch nicht
zu sagen; mein Weg jedenfalls wird mich schlicht von jenen Personen
fort führen. Nicht unendlich weit fort, es wird auf diesem Weg keine
Türen geben, die ich zuschlagen kann, weder für den dramatischen
Effekt noch für den Kontaktabbruch. Doch ich beschließe mich auch
nicht mehr allzu sehr zu bemühen, ein größeres Maß an Energie in
die Beziehung zu jenen Menschen zu stecken oder ihnen gar eine
gewisse Priorität vor anderen einzuräumen. Diese Anstrengungen und
Handlungen haben in der Vergangenheit eher zu Verärgerung
meinerseits als zu Bestätigung ihrerseits geführt, also können sie
auch unterbleiben.
Selbstschutz,
Selbstschutz. Unter diesem Motto wird mein weiteres Vorgehen stehen,
wieder einmal. Aktuell fühle ich mich auch gestärkt und emotional
uninvolviert genug, um dies problemlos so machen zu können.
Sicherlich wird sich dieser Zustand wieder ändern, aber man wird zu
diesem hoffentlich noch fernen Zeitpunkt auch eine Lösung finden.
Nun denn, ihr
Energieräuber, Lippenbekenner, Ausredenmeister, Selbstverliebten und
anderweitig Unzuverlässigen: Möge euch dies eine Warnung sein, denn
eine zweite Chance kann euch gewährt werden, darüber hinaus
beabsichtige ich aber keine Gefangenen zu machen. Man vergebe mir den
vulgären Ausdruck, doch mittlerweile fühle ich mich zu alt für
diesen Scheiß, der euer tägliches Spiel zu sein scheint.
Auch auf die Gefahr
hin am Ende etwas einsam dazustehen, mögen das große Aussortieren
beginnen!
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Äußere Einflüsse,
Innere Einflüsse
Dienstag, 22. Dezember 2015
Snacks für Sternenkrieger
Natürlich kommt man dieser Tage an Star Wars nicht vorbei. Zur Vorbereitung gab es einen Filmmarathon der Originaltrilogie mit ein paar Freunden. Zur kulinarischen Erbauung steuerte ich einige Darth Vader Muffins bei, was zudem die Einweihung der entsprechenden Muffinformen darstellte. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Der Rührteig wurde mit etwas Kakao und gehackter Schokolade auf die dunkle Seite der Macht gebracht. So konnten wir dann ohne größere Ausfälle viele Stunden Filmgenuss in einer weit, weit entfernten Galaxis überstehen...
Der Rührteig wurde mit etwas Kakao und gehackter Schokolade auf die dunkle Seite der Macht gebracht. So konnten wir dann ohne größere Ausfälle viele Stunden Filmgenuss in einer weit, weit entfernten Galaxis überstehen...
Sonntag, 20. September 2015
Iä! Iä! Cthulhu Fhtagn!
Zusätzlich zu den Sturmtruppen des Imperiums habe ich mich für die Feier im August auch an eine größere Torte gewagt, die in diesem Fall den großen Cthulhu, bekannt aus den Werken von H.P. Lovecraft, darstellen soll. Auch das war eine Premiere, etwas derartiges hatte ich noch nie zuvor geschaffen.
Als Basis diente ein Rührteigkuchen in einer Springform gebacken. Da ich die doppelte Menge an Teig aus dem Rezept verwendet habe, ging das Ding ziemlich auf und brauchte auch deutlich länger als vorgesehen. Mithilfe eines kleinen Messers und eines Bindfadens (MacGyver lässt grüßen) halbierte ich den Kuchen horizontal und unfallfrei. Ich wollte ihn mit etwas füllen, damit er nicht zu trocken im Geschmack würde, hierfür bestrich ich die untere Hälfte mit geschmolzener Schokolade und Kirschkonfitüre. Nachdem ich ihn wieder zusammen gesetzt hatte, verwendete ich auch außen Schokolade und Konfitüre, damit die nächste Schicht hielt - Marzipan!!
Eine Marzipandecke bildete die Grundlage. Leider war sie doch etwas zu klein für den riesigen Kuchen, so dass sie an einigen Stellen einriss. Da das ganze Projekt ein sehr experimentelles war, versuchte ich nach dem Auflegen der Decke sie mithilfe von Lebensmittelfarbe, in Wasser mit etwas Puderzucker gelöst, einzufärben. Das klappte nur mittelgut, immerhin wirkte das Marzipan nach der Behandlung zumindest hellgrün.
Nun folgte der künstlerische Aspekt: Kopf, Flügel und Tentakel des großen Cthulhu mussten geformt werden. Auch hierzu hatte ich Marzipan besorgt, dass ich ebenfalls grün einfärbte, was vor der Weiterverfärbung besser klappte. Das Zeug war außerordentlich klebrig, ließ sich aber ganz gut formen und hielt auch perfekt auf der Marzipandecke. Die zuvor aufgetauchten Risse nutzte ich, so dass der Eindruck entstand, dass die Tentakel aus dem Kuchen hervorbrechen.
Es war ein Haufen Arbeit, sorgte aber für einige Begeisterung und schmeckte ganz gut. Für weitere Projekte in der Richtung nehme ich mit, dass die normale Teigmenge ausreicht, dass ein anderes "Klebemittel" als Schokolade und Konfitüre verwendet werden sollte und dass ich mich vielleicht mal an Fondant heranwagen sollte, da es vermutlich weniger klebt und leichter zu verarbeiten ist. Außerdem sollte ich, wenn es dann soweit ist, mutig mit dem Messer voranschreiten und das Anschneiden der Torte übernehmen, da sich niemand sonst traute, die Hand gegen den großen und mächtigen Cthulhu zu erheben, wahrscheinlich aus Angst um die geistige Gesundheit.
Ph'nglui Mglw'nafh Cthulhu R'lyeh wgah'nagl fhtagn.
Als Basis diente ein Rührteigkuchen in einer Springform gebacken. Da ich die doppelte Menge an Teig aus dem Rezept verwendet habe, ging das Ding ziemlich auf und brauchte auch deutlich länger als vorgesehen. Mithilfe eines kleinen Messers und eines Bindfadens (MacGyver lässt grüßen) halbierte ich den Kuchen horizontal und unfallfrei. Ich wollte ihn mit etwas füllen, damit er nicht zu trocken im Geschmack würde, hierfür bestrich ich die untere Hälfte mit geschmolzener Schokolade und Kirschkonfitüre. Nachdem ich ihn wieder zusammen gesetzt hatte, verwendete ich auch außen Schokolade und Konfitüre, damit die nächste Schicht hielt - Marzipan!!
Eine Marzipandecke bildete die Grundlage. Leider war sie doch etwas zu klein für den riesigen Kuchen, so dass sie an einigen Stellen einriss. Da das ganze Projekt ein sehr experimentelles war, versuchte ich nach dem Auflegen der Decke sie mithilfe von Lebensmittelfarbe, in Wasser mit etwas Puderzucker gelöst, einzufärben. Das klappte nur mittelgut, immerhin wirkte das Marzipan nach der Behandlung zumindest hellgrün.
Nun folgte der künstlerische Aspekt: Kopf, Flügel und Tentakel des großen Cthulhu mussten geformt werden. Auch hierzu hatte ich Marzipan besorgt, dass ich ebenfalls grün einfärbte, was vor der Weiterverfärbung besser klappte. Das Zeug war außerordentlich klebrig, ließ sich aber ganz gut formen und hielt auch perfekt auf der Marzipandecke. Die zuvor aufgetauchten Risse nutzte ich, so dass der Eindruck entstand, dass die Tentakel aus dem Kuchen hervorbrechen.
Es war ein Haufen Arbeit, sorgte aber für einige Begeisterung und schmeckte ganz gut. Für weitere Projekte in der Richtung nehme ich mit, dass die normale Teigmenge ausreicht, dass ein anderes "Klebemittel" als Schokolade und Konfitüre verwendet werden sollte und dass ich mich vielleicht mal an Fondant heranwagen sollte, da es vermutlich weniger klebt und leichter zu verarbeiten ist. Außerdem sollte ich, wenn es dann soweit ist, mutig mit dem Messer voranschreiten und das Anschneiden der Torte übernehmen, da sich niemand sonst traute, die Hand gegen den großen und mächtigen Cthulhu zu erheben, wahrscheinlich aus Angst um die geistige Gesundheit.
Ph'nglui Mglw'nafh Cthulhu R'lyeh wgah'nagl fhtagn.
Zeitliche Paradoxa
Wie zu erwarten geht die endlose Geschichte in ihre nächste Runde. Wir erinnern uns: Es wurde vor
etwa einer Woche angekündigt, dass Handwerker kommen würden, die
die noch fehlenden Türen für die Balkone im Haus einbauen sollten.
Die Aussage des Vermieters, der diese Dinge organisiert, lautete:
„Drei Tage. Montag, Dienstag und Mitwoch müssen die in Ihre
Wohnung, dann ist das ganze erledigt.“ Man seufzte, versuchte
einzurichten, dass zu den angekündigten Zeiten Menschen die Türen
öffnen konnten und hoffte insgeheim, dass die Angelegenheit dann
endlich beendet sein möge.
Hoffnung ist jedoch der erste Schritt
auf der Straße zur Enttäuschung.
Der Montag begann. Pünktlich wie die
Maurer, die sie waren, betraten die Handwerker um 8 die Wohnung und
machten sich an ihr staubiges Werk. Noch am selben Morgen teilt der
Vermieter, der auch durch das Haus geisterte, etwas kleinlaut mit,
dass das „doch nicht so schnell“ ginge, wie er es sich gewünscht
hatte – dass das eine Sache von Wünschen ist, war eine ganz neue
Information. Die Hausbewohner hatten eigentlich gehofft, dass er sich
mit den zuständigen Handwerkern bespricht und dass seine Aussagen
der letzten Woche auf diesen Absprachen basierten.
Nun ja. Am Montag, Dienstag und
Mittwoch wurde wie angekündigt fleißig gearbeitet. Am
Mittwochnachmittag wurde der Versuch gestartet aus dem Maurer
vielleicht ein paar brauchbarere Informationen zu erhalten. Er wirkte
einigermaßen entspannt, als er sagte: „Ich mache das morgen
fertig, ich will nicht nochmal am Freitag herkommen.“ Dabei
verstaute er sein Werkzeug in einem großen Eimer und machte sich
kurz darauf auf den Heimweg.
Interessanterweise scheint er des
Nachts eine Epiphanie, den Besuch von drei Geistern oder ein anderes
Erlebnis gehabt zu haben, das seine Einstellung grundlegend
veränderte: Am nächsten Morgen lautete seine neue Einschätzung:
„Ich bin froh, wenn ich heute die Hälfte schaffe, das muss ja
alles noch trocknen. Also, morgen bin ich auf jeden Fall nochmal da.“
Das Zähneknirschen der derart
abgefertigten Mieter dürfte noch zwei Straßen weiter zu hören
gewesen sein. Wieder musste das Öffnen der Türen mühsam
organisiert und Möbel verrückt werden.
Wie es eben so kommen musste, lauteten
die Abschiedsworte des Maurers am Freitagnachmittag: „Am Montag
mache ich dann den Rest, da sind Sie auch hier, oder?“ Zudem gab
der Vermieter zu bedenken, dass noch die Schwelle der neuen Tür
bearbeitet werden müsse, in naher Zukunft, und dass auch die Wände
rings um den neuen Durchbruch neu tapeziert und gestrichen würden,
im nächsten Frühjahr. Man kann also aktuell davon ausgehen, dass im
kommenden Sommer so langsam wieder Normalität eintreten wird, sofern
die Mieter nicht einfach einige der ausstehenden Aktionen in
Eigenregie durchführen.
Bei dieser ganzen leidigen
Angelegenheit drängen sich einfach mehrere Gedanken auf. Haben
Vermieter und Handwerker im Vorfeld tatsächlich über mehr
kommuniziert und hat der Vermieter sich dann den Zeitansatz
ausgedacht, den er weiter gemeldet hat, und auf das Beste gehofft?
Haben umgekehrt die Handwerker ihm gegenüber den Aufwand
untertrieben und ihn dann erst nach und nach mit den wahren
Gegebenheiten konfrontiert? Versuchen einfach alle Parteien die
Mieter in Sicherheit zu wiegen, indem sie schrittweise mit den
Informationen rausrücken? Fällt es den Handwerkern (und auch dem
Vermieter) vielleicht auch einfach sehr leicht die Hausbewohner
anzulügen, sind sie also schlicht ohne Skrupel und Anstand?
Oder liegt das Problem doch bei den
kleinen Geistern, die sich von den Geschehnissen verärgert zeigen
und veralbert fühlen? Möglicherweise haben diese Personen, die
immer wieder die Termine ändern und den Zeitansatz für die
Fertigstellung nach hinten schieben, einfach ein wesentlich tieferes
Verständnis von Zeit als der normale Mensch, der nur ihr lineares
Verstreichen wahrnehmen kann und Begriffe wie „zu spät“
verwendet. Könnten diese Handwerker nicht einfach erkennen, dass es
sich bei der eigentlichen Struktur der Zeit eher um... wibbly wobbly, time-y wimey... stuff... handelt? Halten wir uns also daran fest,
denn das bedeutet auch, dass die Leute, die da arbeiten, so etwas wie
einen Plan haben...
Samstag, 12. September 2015
Das Ende einer unendlichen Geschichte
Wie bereits einmal erwähnt, wurde
meine Wohnung vor einigen Wochen mit Balkonen versehen. Die
Geschichte hinter diesen ist eine lange und komplizierte voller
Rückschläge und Wirrungen...
Schon bei der Unterzeichnung des
Mietvertrages schwärmte der Vermieter von seiner Idee das Hinterhaus
mit Balkonen auszustatten. Dieser Wunsch war wohl von einem der
Bewohner an ihn herangetragen worden und er war mit Feuer und Flamme
bei der Planung. „Nicht mehr in diesem Jahr“, der Einzugstermin
war im März, „aber nächstes Jahr geht das los“, so oder ähnlich
waren seine optimistischen Einschätzungen während des Gesprächs.
Das war 2012.
Jenes Jahr, der Weltuntergang und auch
das darauf folgende vergingen ereignislos in Bezug auf die Balkone.
Wenn man dem Vermieter über den Weg lief, erwähnte er immer wieder
gerne seinen glorreichen Plan, doch folgten diesen Worten keine
Taten. Lächeln und Nicken, das war immer die beste Antwort auf seine
Auslassungen.
Doch 2014 sollte alles anders werden.
Ein Schreiben an alle Mieter tauchte
auf, in dem nun konkrete Pläne erläutert wurden. Im ersten Schritt
sollte der Innenhof umgestaltet und Fundamente angelegt werden, im
zweiten sollten dann die Balkone gebaut werden. Mit einer Woche
Verspätung begannen die Baumaßnahmen. Tatsächlich schien das
Unmögliche plötzlich möglich zu werden, denn die Hofumgestaltung
und das Gießen der Balkonfundamente wurden nach einiger Zeit
abgeschlossen. Doch dann... nichts. Alle hielten die Luft an und
warteten darauf, dass eines Morgens Bauarbeiter die Wände erklimmen
würden, aber das Warten war vergebens. Im Herbst des vergangenen
Jahres, lange nach dem angegebenen Bautermin, erwähnte der Vermieter
bei einem zufälligen Treffen beiläufig, dass die Firma, die mit dem
Bau beauftragt war, „abgesprungen“ sei, eine etwas eigenwillige
Formulierung im Zusammenhang mit Balkonen. Er sei jedoch fieberhaft
auf der Suche nach einem neuen Angebot. Auf den Einwand, dass es dann
wohl erst im nächsten Jahr etwas werde, erwiderte er: „Die kann
man auch im Winter anbauen, die werden ja nur von außen an die
Fassade geschraubt, das ist ja nicht so schlimm. Die Türen baut man
dann eben später ein...“
Nun ja. Der Winter verstrich. Das
Frühjahr brach an, die Natur erwachte, alle waren glücklich und
genossen die wärmenden Strahlen der Sonne. Niemand sprach mehr von
oder dachte an die Balkone. Eines Tages am Ende des Wonnemonats Mai
begegnete mir wieder einmal der Vermieter. Im Vorbeigehen rief er:
„Ende des Monats! Ende des Monats kommen die Balkone!“ Ich
nickte, lächelte und ging schnell weg, das ganze wirkte inzwischen
ein wenig wie ein Running Gag. Da der Mai fast Geschichte war, ging
ich davon aus, dass er vom Juni sprach und wartete mit mäßigem
Interesse auch diesen Monat ab. Man wundert sich nicht mehr, dass
nichts geschah.
Im Juli jedoch sollten alle überrascht
werden. Wieder gab es ein Rundschreiben und einen konkreten Termin.
Und zum ersten Mal in dieser Geschichte wurde dieser auch eingehalten
– eine Horde Handwerker, allerlei Werkzeug, ein kompakter Kran und
eine ebenso kompakte Hebebühne strömten in unseren engen Hinterhof
und begannen mit der Arbeit. In wenigen Tagen waren die lang
angekündigten Balkone, eher unansehnliche Metallkonstruktionen, von
außen an der Fassade befestigt, wie es der Vermieter, ein wahrer
Prophet, einst angekündigt hatte.
Doch dies war nicht das Ende. Zwischen
Balkon und Wand klaffte jeweils ein etwa 20 Zentimeter breiter Spalt,
laut Erklärung „falls man da mal irgendwann in einigen Jahren die
Wände noch dämmen will“ (es graut mir ein wenig davor, dass dies
das nächste endlose Projekt im Haus wird), zudem gab es noch keine
Türen, wir mussten aus dem Fenster klettern um diese Erweiterungen
unserer Wohnungen nutzen zu können.
Auf Nachfrage beschwichtigten die
zuständigen Handwerker die ungeduldigen Mieter, zumindest was den
ersten Punkt anging, und kündigten an, dass sie zeitnah noch ein
Blech über den Abgrund setzen würden. Ein Versuch sie zeitlich
festzunageln führte immerhin zu der Aussage „Zwischen nächster
Woche und Ende August, denn dann gehen wir in Urlaub“.
Diese Leute tauchten zwar nicht in der
folgenden Woche auf (wir befanden uns inzwischen im August), doch
immerhin tat dies ein Mann, der mit dem Einbau von Fenstern seinen
Lebensunterhalt bestreitet. Dieser vermaß alles, was er brauchte, um
„zeitnah“ Balkontüren einzubauen – zudem prüfte er, an
welchen Stellen Heizkörper versetzt werden müssten, damit er
überhaupt arbeiten kann. Alle waren fast euphorisch, da sie hofften,
dass diese Odyssee nun vielleicht endlich ihren Abschluss finden
würde.
Doch wie das so ist, der Mensch lernt
nichts aus seiner Geschichte. Die Wochen verstrichen, ohne dass sich
einer der zuständigen Handwerker jemals wieder meldete. Sobald man
des Vermieters angesichtig wurde, wurde nachgehakt, doch er wusste
auch nicht mehr und kündigte nur an „da mal anzurufen“. Am Ende
des Monats betrat ein weiterer Akteur in diesem Stück die Bühne,
der Heizungsinstallateur. Auch er nahm sehr sorgsam Maß, da er in
einer unserer Räumlichkeiten eine Spezialanfertigung von Heizkörper
einbauen müsste – der Platz ließ nichts anderes zu. Doch auch an
dieser Front herrschte nach dem Termin nur noch Schweigen.
Vor einer Woche ging es dann plötzlich
Schlag auf Schlag. Die Bleche wurden angebaut, einen halben Tag lang
turnten die Handwerker auf den Balkonen herum, schoben die
Einrichtungen, die die Bewohner schon mal (eigentlich unerlaubt) dort
platziert hatten, beiseite und schlossen unter lautem Getöse und
Rumoren den Spalt zwischen Wand und Balkon. Eine Kleinigkeit zwar,
doch es ist wesentlich angenehmer auf dem Balkon zu sitzen, wenn man
nicht ständig beim Blick nach links bis hinunter auf den
gepflasterten Hof schauen kann.
Zwei Tage später war der Heizungsmann
da. Ein 1,95 m hoher Heizkörper soll nun im Winter verhindern, dass
wir im Schlaf erfrieren. Am selben Tag kündigte der Vermieter im
Vorbeigehen an, dass „nächste Woche dann die Türen kommen. Oder
übernächste Woche. Ich ruf' da nochmal an.“
Wie es aussieht, wird es dann die
„übernächste“. Übermorgen soll es losgehen und innerhalb von
drei Tagen erledigt sein. Man darf äußerst gespannt sein, welche
Hindernisse, halbfertigen Ergebnisse oder anderen Absonderlichkeiten
uns dabei noch erwarten. Vielleicht, aber nur vielleicht, endet an
der Stelle auch die lange Geschichte von der tollen Idee unseres
Vermieters und wir können uns alle glücklich und zufrieden dort
sonnen und Tomaten anpflanzen.
Diesen Text schrieb ich auf dem
Wohnzimmerbalkon sitzend und die Septembersonne des Jahres 2015
genießend. Die Mietpartei, die ursprünglich nach Balkonen gefragt
hatte, wohnt übrigens schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr im
Haus. Ich hoffe, dass sie in ihrer neuen Bleibe endlich gefunden hat,
worauf sie hier vergeblich wartete.
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Sonntag, 16. August 2015
Waffen!! In bunt!!
Wie vor einiger Zeit berichtet, kam ich beim Einkaufen irgendwann an einer Nerfgun nicht mehr vorbei, ohne sie in den Einkaufswagen zu legen. Ich wollte das Ergebnis des Bemalens der Welt nicht vorenthalten, auch wenn ich es zwei Monate nach der Fertigstellung präsentiert wird.
Ich habe etwa drei Nachmittage an dem Ding gearbeitet. Mithilfe eines Tutorials war das Zerlegen ohne größere Probleme möglich, auch wenn direkt nach der ersten gelösten Schraube eine winzige Feder aus dem Schlitten herausspringen und sich im Wohnzimmer verstecken wollte. Schrauben und Einzelteile verschwanden für die Dauer des künstlerischen Prozesses in Plastikbeuteln.
Als erstes, nach dem ausgiebigen Abschleifen aller Einzelteile um die Plastikoberfläche von seltsamen Aufdrucken und Firmenlogos zu befreien und für die Farbe vorzubereiten, ging es an die frische Luft, die großen Bauteile wurden mit brauner Acrylfarbe aus der Sprühdose grundiert. Acryl habe ich danach dann noch in weiteren Schichten und verschiedenen Farben und Intensitäten aufgetragen. Mit Trommel und Schlitten bin ich doch recht zufrieden, das Trockenbürsten mit silberner Farbe auf schwarzem Grund hat gut funktioniert.
Am Ende kam dann noch die größte Herausforderung, das dumme Ding musste wieder zusammengesetzt werden. Natürlich musste ich es wieder auseinander schrauben, da ich ein Bauteil vergessen hatte, aber letztlich fand alles seinen Platz. Der erste Schuss nach dem Umstyling traf zielsicher den mittelgroßen und mittelmächtigen Cthulhu zwischen die Augen.
Fazit:
Es hat Spaß gemacht und wird bestimmt bei Gelegenheit wiederholt. Mit etwas Ruhe und Konzentration sind auch Zerlegen und Zusammensetzen des Spielzeugs ein wesentlich geringeres Problem, als ich befürchtete.
Für das nächste Mal nehme ich mit, dass einige Teile mehr Farbe benötigen, da sie auch beim fertigen Objekt noch immer in grellem Orange leuchten oder dieses noch durchschimmert. Hier wäre mehr Geduld hilfreich. Der fehlenden Geduld werfe ich auch vor, dass die Kanone keine Lackierung mehr erhalten hat. Vermutlich werden dadurch im Laufe der Zeit Abnutzungserscheinungen auftreten.
Insgesamt bin ich für den ersten Versuch aber zufrieden und betrachte die Probleme eher als lehrreiche Erfahrungen.
Ich habe etwa drei Nachmittage an dem Ding gearbeitet. Mithilfe eines Tutorials war das Zerlegen ohne größere Probleme möglich, auch wenn direkt nach der ersten gelösten Schraube eine winzige Feder aus dem Schlitten herausspringen und sich im Wohnzimmer verstecken wollte. Schrauben und Einzelteile verschwanden für die Dauer des künstlerischen Prozesses in Plastikbeuteln.
Als erstes, nach dem ausgiebigen Abschleifen aller Einzelteile um die Plastikoberfläche von seltsamen Aufdrucken und Firmenlogos zu befreien und für die Farbe vorzubereiten, ging es an die frische Luft, die großen Bauteile wurden mit brauner Acrylfarbe aus der Sprühdose grundiert. Acryl habe ich danach dann noch in weiteren Schichten und verschiedenen Farben und Intensitäten aufgetragen. Mit Trommel und Schlitten bin ich doch recht zufrieden, das Trockenbürsten mit silberner Farbe auf schwarzem Grund hat gut funktioniert.
Am Ende kam dann noch die größte Herausforderung, das dumme Ding musste wieder zusammengesetzt werden. Natürlich musste ich es wieder auseinander schrauben, da ich ein Bauteil vergessen hatte, aber letztlich fand alles seinen Platz. Der erste Schuss nach dem Umstyling traf zielsicher den mittelgroßen und mittelmächtigen Cthulhu zwischen die Augen.
Fazit:
Es hat Spaß gemacht und wird bestimmt bei Gelegenheit wiederholt. Mit etwas Ruhe und Konzentration sind auch Zerlegen und Zusammensetzen des Spielzeugs ein wesentlich geringeres Problem, als ich befürchtete.
Für das nächste Mal nehme ich mit, dass einige Teile mehr Farbe benötigen, da sie auch beim fertigen Objekt noch immer in grellem Orange leuchten oder dieses noch durchschimmert. Hier wäre mehr Geduld hilfreich. Der fehlenden Geduld werfe ich auch vor, dass die Kanone keine Lackierung mehr erhalten hat. Vermutlich werden dadurch im Laufe der Zeit Abnutzungserscheinungen auftreten.
Insgesamt bin ich für den ersten Versuch aber zufrieden und betrachte die Probleme eher als lehrreiche Erfahrungen.
Freitag, 7. August 2015
Ein neuer Schuss
Wir befinden uns an Tag 2 nach der letzten Dosis. Vor ziemlich genau 48 Stunden habe ich "das Suchtmittel" zum Abschied umarmt und seiner Wege ziehen lassen. Eine hervorragende Möglichkeit um einmal die Abhängigkeitssymptome genauer zu analysieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
Die betreffende Person war es, die nach einem Treffen fragte. Ich reagierte etwas reserviert und abweisend, da ich es zu dem Zeitpunkt bereits über einen Monat ohne sie ausgehalten hatte, und sicher noch nicht "clean" war, aber einen wesentlich geringeren eigenen Druck nach ihrer Zuwendung verspürte. Nach kurzem Hin und Her stimmte ich natürlich doch zu.
Ich merkte in der Zeit, die bis zum Treffen verging, dass ich mich nicht so recht darauf freuen konnte oder wollte. Ich wusste, es wäre zu kurz, ich wusste, es würde meine Wünsche nur teilweise befriedigen, ich wusste, wie es mir hinterher gehen würde. Auch die ersten zwei bis drei Stunden, die wir dann zusammen verbrachten, verhielt ich mich zurückhaltend, distanziert, versuchte meinen Abstand zu wahren, meine geistige und körperliche Gesundheit zu verteidigen.
Meine gesamte Abwehr und Mauer wurde dann jedoch mit einem Schlag eingerissen, vielmehr mit einer Umarmung und einem "ich habe dich vermisst", vier Worte und eine Geste, die mich aus heiterem Himmel trafen und mich wehrlos den Auswirkungen meiner Droge auslieferten. An der Stelle konnte ich die Umarmung dann nur erwidern und dem Satz zustimmen.
Natürlich war die darauf folgende Zeit sehr schön. Wir hatten viel Spaß, haben ein paar Dinge unternommen und die üblichen kleinen Spielchen zwischen uns gespielt. Es war wie immer, ganz instinktiv, es fühlte sich richtig an. Man kennt sich, man vertraut sich, man muss sich für den anderen nicht verstellen.
Dann kam der Abschied, der dieses Mal für einen wesentlich längeren Zeitraum sein wird. Ich wollte noch soviel sagen, in der Nacht davor lag ich lange wach und legte mir die ganzen Worte zurecht. Am nächsten Morgen waren sie zwar noch alle da, wollten jedoch nicht so recht über meine Lippen kommen. Ich nutzte auch die letzte Gelegenheit um nochmal 20 Minuten mehr Zeit für meine Droge rauszuschinden, dann war sie weg.
Für den Rest des Tages wirkte die Dosis noch nach, doch sie war zu niedrig. Schon gestern spürte ich, wie ich unleidlich wurde und überlegte, wie ich die Zeit bis zum nächsten Aufeinandertreffen doch noch kürzen könnte. Diese Pläne verleugneten natürlich komplett die Realität und waren reines Wunschdenken.
Heute, zwei Tage nach dem letzten Schuss, versuche ich krampfhaft wieder runterzukommen. Ein langer Weg des Entzuges liegt noch vor mir, mehr als zwei Monate werden es (zwangsweise). Natürlich ist es absehbar, dass danach das Spiel von vorne beginnt, denn es drängt mich ja eigentlich nicht danach, von dieser speziellen Droge herunterzukommen, man möge mir diese etwas unglückliche, zweideutige Wortwahl verzeihen. Doch vielleicht schaffe ich es mich während dieser Pause etwas zu beruhigen und weniger emotional an diese Bindung heranzugehen.
Man darf gespannt sein und vermutlich werde ich die weitere Entwicklung dieser Sucht dokumentieren.
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Samstag, 25. Juli 2015
Ein unregelmäßiges Update
Nun ja, nun ja. Scheinbar war es doch nicht so einfach sich selbst in den Allerwertesten zu treten, einmal die Woche zumindest zwei oder drei Absätze zu tippen und hier zu posten. Der Ausreden gibt es viele: Keine Zeit, zu viel wichtigere Dinge, die zu erledigen waren, fehlende Ruhe und Inspiration, wenn doch mal die Zeit da war, Faulheit, Unzufriedenheit mit den im Kopf umherschwirrenden Texten.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
Welche dieser Erklärungen nun am plausibelsten erscheint, mag der Leser für sich selbst beantworten. Vermutlich ist die Wahrheit, wie so oft im Leben, eine Mischung aus all diesen Faktoren und noch anderen, ungenannten.
Während draußen nun Sturm, finstere Wolken und Regen heranrollen und ich das dringende Bedürfnis verspüre, einem gewissen Geschwisterpaar, das gestern nach einem Blick auf ihre Smartphones mit überlegener Stimme verkündeten "Das regnet morgen nicht!", ein hämisches "Ich habs euch ja gesagt" entgegen zu schleudern, schaffe ich es doch tatsächlich, wenn auch völlig aus dem Rhythmus, ein paar Gedanken niederzuschreiben.
Doch worüber hätte ich mich in den letzten Wochen auf die Tastatur ergießen sollen (viel Spaß mit dieser Vorstellung)?
Mein erstes hochgeladenes Bild in diesem Blog. Ich bin so stolz.
Der Meister des "Schauen wir mal, kriegen wir schon hin", mein Vermieter, hat seinen mindestens drei Jahre alten Traum von Balkonen für unser Haus endlich erfüllt. Die Mietpartei, die sich diese damals gewünscht hatte, wohnt zwar schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr hier, aber sicherlich ist es für alle anderen auch ein großer Erfolg. In nur drei Tagen wurden sie an den Wänden befestigt und stehen nun den Hausbewohnern zur Verfügung - wenn es denn schon Türen gäbe und man nicht darauf angewiesen wäre aus dem Fenster zu klettern... und wenn nicht zwischen Balkon und Wand noch ein 30 Centimeter breiter Spalt wäre, der den Rückweg durch das Fenster erschwert... nun ja, aber ein Balkon! Der Pöbel möge jubilieren! Solange dieser aber noch in der aktuellen Form ohne Tür und mit Abgrund existiert, sollten sich dumme Betrunkene, dumme Kinder und dumme Haustiere mit dem Ausblick aus dem Fenster begnügen. Für die demnächst anstehende Geburtstagsfeier in unseren vier Wänden werde ich wohl noch entsprechende Warnschilder entwerfen...
Auch wenn ich beim Layout dieses Beitrages etwas geschummelt habe, ist dies doch schon der sechste Absatz. Da es niemanden gibt, der mir widersprechen würde, erkläre ich den vorliegenden Post somit für erfolgreich und im Rahmen des selbst auferlegten Qualitäts- und Quantitätsanspruchs befindlich.
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Donnerstag, 2. Juli 2015
Zielstrebiger Einkauf
Ich bin echt toll. Ich bin in die Stadt gegangen um Kleidung zu kaufen. Wie das dann meistens so ist, betrete ich ein Bekleidungsgeschäft, peile zielstrebig das Gesuchte an und stelle fest: "In meiner Größe gibt es fast nichts und das wenige, was es gibt, gefällt mir nicht." Zeitaufwand pro Laden: etwa 30 Sekunden. Frustriert gehe ich danach ins Buchgeschäft... Zeitaufwand hier: 15 Minuten... Statt einer Hose und Schuhen habe ich nun also zwei Bücher gekauft. Das habe ich wirklich gut gemacht, auch wenn ich meinen Körper mittelfristig dann wohl mit Buchseiten bedecken muss.
Mittwoch, 20. Mai 2015
Quengelware
Soviel dann zum "Erwachsensein"...
Der Discounter um die Ecke hat in seinem Non-Food-Bereich seit etwa einer Woche diverse Sommerutensilien im Angebot. Neben Blumentöpfen und Picknickdecken befindet sich auch ein Regal mit Nerfguns, bunte Plastikpistolen, die kleine bunte Schaumstoffpfeile verschießen können... folgerichtig schleiche ich also seit etwa einer Woche schon bei jedem Einkauf um dieses Regal herum und hadere mit mir und meinem Schicksal.
"Du brauchst sowas doch eh nicht, was willst du damit?"
"Du bist erwachsen, das ist Kinderspielzeug!"
"Das ist ziemlich albern, lass die Finger davon!"
"Das Geld kannst du viel sinnvoller ausgeben!"
Eine Woche lang habe ich es geschafft dem Drang so ein Teil zu kaufen zu widerstehen - heute war dann die Selbstbeherrschung nach einem nervigen, anstrengenden Tag auf dem Nullpunkt angelangt. Damit ich mich nicht ganz so kindisch fühle, plane ich das Ding anzumalen. Das machen Erwachsene so, Nerfguns anmalen, damit sie cool aussehen. Und nur aus diesem Grund habe ich heute zugegriffen und sie mitgenommen, künstlerische Betätigung und kreative Entspannung!
Man muss sich nur lang genug einreden, dass eine Entscheidung rational gefällt wurde, dann glaubt man das irgendwann auch.
Man möge mich nun bitte entschuldigen, ich muss auf Dinge schießen.
Der Discounter um die Ecke hat in seinem Non-Food-Bereich seit etwa einer Woche diverse Sommerutensilien im Angebot. Neben Blumentöpfen und Picknickdecken befindet sich auch ein Regal mit Nerfguns, bunte Plastikpistolen, die kleine bunte Schaumstoffpfeile verschießen können... folgerichtig schleiche ich also seit etwa einer Woche schon bei jedem Einkauf um dieses Regal herum und hadere mit mir und meinem Schicksal.
"Du brauchst sowas doch eh nicht, was willst du damit?"
"Du bist erwachsen, das ist Kinderspielzeug!"
"Das ist ziemlich albern, lass die Finger davon!"
"Das Geld kannst du viel sinnvoller ausgeben!"
Eine Woche lang habe ich es geschafft dem Drang so ein Teil zu kaufen zu widerstehen - heute war dann die Selbstbeherrschung nach einem nervigen, anstrengenden Tag auf dem Nullpunkt angelangt. Damit ich mich nicht ganz so kindisch fühle, plane ich das Ding anzumalen. Das machen Erwachsene so, Nerfguns anmalen, damit sie cool aussehen. Und nur aus diesem Grund habe ich heute zugegriffen und sie mitgenommen, künstlerische Betätigung und kreative Entspannung!
Man muss sich nur lang genug einreden, dass eine Entscheidung rational gefällt wurde, dann glaubt man das irgendwann auch.
Man möge mich nun bitte entschuldigen, ich muss auf Dinge schießen.
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Montag, 20. April 2015
Die Droge "Mensch"
Sind manche Menschen mit Rauschmitteln
gleichzusetzen? Müsste man sie einfach nur fein zermahlen, in
Tütchen verpacken und könnte sie dann äußerst gewinnbringend
verkaufen?
Es gibt Personen, deren Wirkung sich
zumindest ähnlich anfühlt. Wenn sie in der Nähe sind, ist es wie
ein Rausch, man fühlt sich frei, hat Spaß und nimmt die ganze Welt
ganz anders wahr. Jedoch folgt kurz darauf der unweigerliche Absturz,
wenn sie wieder verschwinden. Passenderweise fühlen sich anscheinend
auch nur Menschen so an, deren Nähe man nur sehr selten genießen
darf – ob da ein Zusammenhang besteht?
Die erste Zeit nach der Zusammenkunft
bleibt das Hoch noch erhalten. Man grinst viel, denkt an die
vergangenen Momente und freut sich auf das nächste Mal. Dann lässt
die Wirkung langsam nach. Man beginnt die Tage und Wochen und Monate
zu zählen, bis man sich das nächste Mal sieht und ist geschockt,
wenn man merkt, dass man diese Zeit tatsächlich in Monaten berechnen
muss. Die Gedanken kreisen immer häufiger um das Rauschmittel, man
beginnt sich zu überlegen, ob es Alternativen gibt, um sich die Zeit
und Nähe zu holen, die man will, wenn man andere Verpflichtungen
vernachlässigt.
Irgendwann ist der Entzug so weit
fortgeschritten, dass man ungehalten ist, fahrig, dass die Welt ihre
Farbe und ihre Freude zu verlieren scheint. Man würde eine ganze
Menge tun, nur um einige Augenblicke der geschätzten Person für
sich beanspruchen zu können. Es tut beinahe körperlich weh von ihr
getrennt zu sein und zu wissen, dass dies vorerst so weiter gehen
wird.
Und dann ist der Entzug durch. Es ist
nicht so, dass die Person an Bedeutung verliert oder dass man sie
nicht mehr gern hat, dieser unbändige Drang nach ihrer Nähe löst
sich nur auf. Man kann normal mit der Situation umgehen, man hat kein
Problem mehr zu warten, man investiert nicht mehr einen Großteil der
eigenen Energie dort hinein. Aus eigener Erfahrung tritt dieser
Zeitpunkt etwa nach einem Monat des Abstandes ein, manchmal etwas
früher, manchmal etwas später.
Wie das aber so ist bei Drogen, es
kommt der Moment des Rückfalls, denn eigentlich will man ja gar
nicht clean sein – man trifft die Person wieder, freut sich, hat
eine schöne Zeit, genießt ihre Nähe... und das Spiel beginnt von
vorne.
Also: Vorsicht vor Freundschaften, sie sind nur der Einstieg!
Nachtrag: Scheinbar reicht schon ein kurzes Gespräch über Skype als "Schuss" um wieder "high" zu werden. Verdammte Sucht!
Nachtrag: Scheinbar reicht schon ein kurzes Gespräch über Skype als "Schuss" um wieder "high" zu werden. Verdammte Sucht!
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Sonntag, 5. April 2015
Pause vom Wahnsinn
Soziale Medien sind etwas feines. Man kann schnell mit seinen Freunden, Bekannten und Kollegen kommunizieren, hat Zugang auf allerlei Informationen und den neusten Klatsch und Tratsch und kann seinerseits solche Informationen zur Verfügung stellen. Angeregte, tiefsinnige Diskussionen über Gott und die Welt sind möglich.
Der geneigte Leser wird sicherlich wissen, dass diese Idealvorstellungen jedoch oftmals eher fromme Wünsche sind, die mit der Realität wenig gemein haben.
Ständige Erreichbarkeit, dümmliche Kommentare anderer Nutzer, jammervolle Existenzen, die ihr virtuelles Klagelied anstimmen, die üblichen Kommunikationsprobleme, wenn man Mimik und Gestik des Gegenübers nicht wahrnimmt,... man kann, muss aber nicht, diese Liste noch eine ganze Weile fortführen.
Darum ist ab und zu eine Pause sehr hilfreich. Eine festgesetzte Zeit, in der entsprechende Seiten nicht aufgerufen werden, in der entsprechende Apps ab- oder zumindest still gestellt sind und in der man sich zwingt diese Abstinenz auch rigoros durchzuhalten. Aus eigener Erfahrung ist zu berichten, dass bereits nach kurzer Zeit der Nachtschlaf wesentlich entspannter ist, der Nacken weniger schmerzt vom Kopfschütteln und der Kopf sich mehr auf bessere, konstruktive Aufgaben konzentrieren kann.
Woran merkt man, dass eine Pause nötig ist? Wenn der Wunsch in den PC oder das Handy zu beißen übermächtig wird, wenn Verzweiflung und Frustration zu stark werden, wenn man beginnt diese konstruierte Welt zu ernst zu nehmen und seinen Freunden Dinge, Aussagen oder Verhalten aus dieser Welt übel nimmt... dann ist der Augenblick gekommen sich mal wieder eine Weile auszuklinken.
Dementsprechend: Zurücklehnen, lächeln und abschalten!
Der geneigte Leser wird sicherlich wissen, dass diese Idealvorstellungen jedoch oftmals eher fromme Wünsche sind, die mit der Realität wenig gemein haben.
Ständige Erreichbarkeit, dümmliche Kommentare anderer Nutzer, jammervolle Existenzen, die ihr virtuelles Klagelied anstimmen, die üblichen Kommunikationsprobleme, wenn man Mimik und Gestik des Gegenübers nicht wahrnimmt,... man kann, muss aber nicht, diese Liste noch eine ganze Weile fortführen.
Darum ist ab und zu eine Pause sehr hilfreich. Eine festgesetzte Zeit, in der entsprechende Seiten nicht aufgerufen werden, in der entsprechende Apps ab- oder zumindest still gestellt sind und in der man sich zwingt diese Abstinenz auch rigoros durchzuhalten. Aus eigener Erfahrung ist zu berichten, dass bereits nach kurzer Zeit der Nachtschlaf wesentlich entspannter ist, der Nacken weniger schmerzt vom Kopfschütteln und der Kopf sich mehr auf bessere, konstruktive Aufgaben konzentrieren kann.
Woran merkt man, dass eine Pause nötig ist? Wenn der Wunsch in den PC oder das Handy zu beißen übermächtig wird, wenn Verzweiflung und Frustration zu stark werden, wenn man beginnt diese konstruierte Welt zu ernst zu nehmen und seinen Freunden Dinge, Aussagen oder Verhalten aus dieser Welt übel nimmt... dann ist der Augenblick gekommen sich mal wieder eine Weile auszuklinken.
Dementsprechend: Zurücklehnen, lächeln und abschalten!
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Dienstag, 31. März 2015
Die Antwort...
... ist natürlich zweiundvierzig. Dies ist der 42. Beitrag in diesem Blog. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit... keit ... eit... eit... (Das Echo verhallt in dem riesigen leeren Raum).
Donnerstag, 26. Februar 2015
Die Falle der Faulheit
Mein neues Sofa frisst meine
Kreativität und meinen Elan. Ich fürchte, es ernährt sich davon, wird stärker, gefährlicher und irgendwann eine Bedrohung für den Rest der Menschheit.
Vor einigen Wochen kam es an und
dominiert seitdem mit seinen enormen Ausmaßen und seiner nicht zu
leugnenden Bequemheit (ist das überhaupt ein Wort? So weit ist es schon gekommen...) das Wohnzimmer. Vorerst weichen mussten dafür
Schreibtisch und Schreibtischstuhl, die in den nächsten Umbauphasen
sicherlich wieder einen Platz erhalten werden. Zunächst war das kein
Problem.
„Ich habe doch vorher auch oft mit
dem Laptop auf dem Sofa gesessen und geschrieben, warum sollte das
nun anders sein?“
Doch es ist anders. Man sitzt nicht auf
diesem Möbelstück der Trägheit, man liegt, lümmelt oder fläzt.
Sämtliche instinktiv darauf eingenommenen Langzeitpositionen sind
nicht förderlich für konzentrierte Arbeit oder gar komplexe
Denkprozesse, sondern regen nur Faulheit und Entspannung an.
All die kreativen Einfälle,
Geistesblitze und Ideen, die man über den Tag verteilt so ansammelt
und gerne zuhause umsetzen möchte, sie verschwinden ins Nichts,
werden aufgesaugt und von Lethargie und Stumpfsinn verdrängt, sobald
man Platz genommen hat. Im Nu ist es tiefste Nacht und man wundert
sich, wo die Zeit geblieben ist und warum man nichts geschafft hat,
während das teuflische Sitzmöbel unschuldig an seinem Platz steht,
als hätte es mit der ganzen Situation nichts zu tun und als wolle es sagen: "Ach, entspann dich. Leg doch vielleicht die Füße ein wenig hoch, das ist bestimmt noch angenehmer." Draußen vor
dem Fenster vergehen die Jahreszeiten, Kinder werden zu Erwachsenen,
Zivilisationen steigen auf und vergehen wieder... und ich frage mich,
was im Februar überhaupt passiert ist, was ich getan habe.
Um diesen Text zu schreiben, musste ich
mich zwingen den etwas unbequemeren Stuhl zu benutzen, hier war ich
nicht abgelenkt, mein Geist war nicht vernebelt von Verlockungen des
Müßigganges. Ich spüre bereits, wie das Sofa seine unsichtbaren
Klauen wieder nach mir ausstreckt und mich lockt, seine Polster und
Kissen wirken so einladend... jemand muss mich retten!!
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Dienstag, 11. November 2014
Hello, darkness, my old friend...
Dies ist eine Liebeserklärung an die
Dunkelheit der Nacht, meine liebste Tageszeit.
Wir Menschen verspüren eigentlich
instinktmäßig Furcht oder zumindest Unbehagen vor der Dunkelheit.
Dies hat vermutlich evolutionäre Gründe, das wird landläufig so
jedenfalls behauptet. Wenn die Sonne untergegangen ist, werden unsere
Augen, unsere wichtigste Orientierungshilfe, nahezu nutzlos, was
unser kleines, paranoides Primatenhirn in Panik versetzt, da es
Feinde nun nicht mehr so einfach wahrnehmen kann, bevor es
möglicherweise zu spät ist. Dies ist die einfache, laienhafte
Erklärung.
Und diese Angst wird auch in unserer
modernen Zivilisation fleißig weitergetragen. Wir warnen uns
gegenseitig davor nachts das Haus zu verlassen, denn böse Menschen
lauern im Dunkeln – natürlich kennen auch die bösen Menschen
diese Geschichten und werden vermutlich nicht nachts hinter Bäumen
auf ihre Opfer lauern, da ihnen bewusst sein sollte, dass diese Opfer
ängstlich in ihren Häusern hocken. Die wirklich bösen Menschen
begehen ihre Taten im hellen Licht, wo alle sie sehen können.
Straßenlaternen machen in modernen Metropolen die Nacht zum Tag,
Lampen in jedem Raum des Hauses sperren die Dunkelheit aus,
Scheinwerfer sorgen für Sicherheit an Autos und Grundbesitz.
Kindern wird früh eingeimpft, dass die
Finsternis gefährlich ist. Im zarten Alter von vier Jahren erzählte
mir meine Großmutter die liebevolle Mär vom kinderfressenden, alten
Schuster, der in ihrem dunklen Keller hauste. Wahrscheinlich sollte
diese Geschichte nur verhindern, dass ich die steile Kellertreppe
hinabstürzte, sie machte jedoch nachhaltigen Eindruck auf meine
formbare Seele. Erst mit etwa 25 Jahren habe ich das erste Mal den
großelterlichen Keller betreten und festgestellt, dass er weder so
„duster“ wie behauptet war, noch dass dort jemand Schuhe
reparierte oder anfertigte. Und dennoch ertappte ich mich auch nach
dieser Klarstellung der Verhältnisse immer mal wieder dabei, dass
ich beim Verlassen von Kellerräumen meinen Gang beschleunigte und es
vermied über die Schulter zu blicken um keine wertvolle Zeit zu
verschwenden beim Entkommen vor etwaigen Verfolgern.
Aber wie weit entfernt von dieser
urzeitlichen Angst ist doch die Wahrheit. Ein Spaziergang allein
durch die nächtliche Stadt ist so wunderbar geeignet um zur Ruhe zu
kommen und den Alltagsstress auf einfachste Weise loszuwerden. Wo
soll man beginnen?
Die Wahrnehmung ist eine andere als bei
Tageslicht. Auch wenn in unseren Städten überall Laternen die
Straßen erleuchten, ist doch die Dunkelheit allgegenwärtig. Der
Gesichtssinn nimmt quasi zwangsweise eine Auszeit und kann sich von
den Strapazen des Tages erholen.
Das gleiche gilt für das Gehör, denn
die Geräuschkulisse des Tages verschwindet fast vollständig. Wie
angenehm ist es für die geschundenen Ohren, die Stunden zuvor
Verkehrslärm, Musik, Handys und die Stimmen so vieler Menschen
ertragen mussten, streckenweise nur das Geräusch der eigenen
Schritte und das Surren der Laternen hören zu können. In unserer
niemals schweigenden Welt kommt dies der Stille wohl am nächsten.
Selbst Tast- und Geruchssinn werden auf
neue Art stimuliert. Aufgrund der eingeschränkten visuellen
Wahrnehmung fühlt sich der Bodengrund ganz anders und unbekannt an,
das richtige Schuhwerk vorausgesetzt, die kühlere Luft auf der Haut
erinnert an ein sanftes, beruhigendes Streicheln. Und die Nacht hat
ihren eigenen Geruch, der sich von dem des Tages unterscheidet,
feuchter, erdiger, aufregender.
Wie kann man es nicht lieben allein
durch die dunkle Nacht zu streifen und all diese veränderten
Sinneswahrnehmungen, die unendliche Weite der Sterne über sich und
die göttliche Stille um sich herum einfach nur auf sich wirken zu
lassen? Wenn dann noch der Mond alles in ein gespenstisches Licht
taucht, wenn der Alltag in den Hintergrund tritt, wenn man sich von
Einsamkeit und Finsternis durchdringen lässt, kann man endlich
Frieden und Ruhe empfinden.
Es gibt viele Menschen, die dies nicht
verstehen. Sie vermuten ein Problem, wenn jemand mitten in der Nacht
ohne ein konkretes Ziel und ohne Begleitung das Haus verlässt um
einige Stunden spazieren zu gehen. Wie weit entfernt sie doch von der
Wahrheit sind. Es gibt kaum einen Moment, in dem es mir besser geht.
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Sonntag, 26. Oktober 2014
LARP für alte Menschen
Vor vielen Jahren begann für mich die
Zeit des Liverollenspieles. Anfangs ein Hobby, das mich sehr
begeisterte und zu kreativen Höchstleistungen motivierte, ließ die
Begeisterung mit den Jahren nach. Man wird älter und hat vieles
schon gesehen, lernt die anderen Teilnehmer einzuschätzen und mit
ihnen umzugehen, die Faszination und der Reiz des Neuen schwinden.
Ebenso bleibt es nicht aus, dass weniger Veranstaltungen besucht
werden, der Terminkalender füllt sich und man muss mit der eigenen
Zeit mehr haushalten. Zudem wird man bequemer und lehnt schon mal
Spiele ab, die dem eigenen Komfortempfinden zuwiderlaufen – das
hätte es damals nicht gegeben. Ich fühle mich gerade uralt...
Und wie die Begeisterungsfähigkeit und
Zeit nimmt auch die Motivation ab. Man erwischt sich immer wieder,
besonders im Vorfeld einer stressigen Veranstaltung, bei der
gedanklichen Frage, warum man sich das überhaupt noch antut.
Kostümprobleme, logistische Herausforderungen, Schlafmangel,
unzureichende Ernährung, Kälte, Nässe, viele Menschen, mit denen
man freiwillig gar keine Zeit verbringen würde, unschöne
Situationen... all das wird mir bewusst, wenn der Wecker früh an
einem Samstagmorgen klingelt und mich auffordert mein Gepäck zu
richten und mich abfahrbereit zu machen.
Und doch stehe ich an jedem dieser
inzwischen seltenen Tage auf und bleibe nicht einfach liegen. Denn
auch in diesem Jahr gab es auf jeder Veranstaltung wieder mindestens
einen dieser Momente. Der Moment, für den es sich alles bezahlt
gemacht hat, der alles andere mehr als aufwiegt.
Der Moment, in dem sich alles
verselbstständigt und einfach nur noch passiert.
Der Moment, der mich emotional
mitreißt, sei es aus Freude, Trauer, Wut – oder einfach nur
aufgrund der schieren Epik der Situation.
Oder der Moment, in dem alles plötzlich
auf der Kippe steht, in dem ein einzelner Funke einen Feuersturm
auslösen könnte.
Das ist dann der Moment, den ich mir im
Nachhinein vor Augen führe und über den ich sagen kann: Deshalb
mache ich diesen ganzen Mist.
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