Liebe ist etwas Schönes, meistens zumindest. Wenn sie erwidert wird. Wenn man sie gemeinsam fühlt und erlebt und sich an ihr erfreut. Sie ist eigentlich sehr einfach und dabei oft auch schrecklich kompliziert und verwirrend.
Warum müssen wir sie noch schwieriger machen? Wozu brauchen wir Kategorien, Schubladen und kleine Schildchen? Warum verleugnen wir sie, versuchen sie zu ignorieren oder vor ihr davon zu laufen, weil sie uns unangenehm und unpassend erscheint? Kann man sie nicht einfach akzeptieren und mit ihr leben? Oder noch besser, kann man sie nicht einfach umarmen, sich ihr hingeben, sie aus tiefster Seele genießen?
Es ist ein positives Gefühl und dennoch machen wir so oft etwas Negatives daraus; Missgunst, Neid und Eifersucht, Hass, Hochmut, sie alle können aus der Liebe erwachsen, so seltsam es auch eigentlich klingt, wenn man darüber nachdenkt.
Wir haben ein Bild im Kopf von der Liebe und wie sie zu sein hat. Warum können nicht auch andere Bilder richtig sein, auch wenn sie es vielleicht nicht für jeden sind? Wieso blicken wir auf andere herab, nur weil ihre Art Liebe zu empfinden oder zu leben nicht der unseren entspricht?
Stehen wir doch einfach zu unseren Gefühlen; besonders, wenn es sich um etwas so großartiges wie Liebe ist. Ist es nicht völlig egal, wen oder gar wie viele Menschen jemand liebt? Solange alle Beteiligten einverstanden und glücklich sind, kann es doch nur etwas Gutes sein.
Also, entspannt euch, öffnet euren Geist, liebt, steht dazu, erfreut euch daran und gönnt auch anderen ihre Freude.
Gedanken, Geschichten, Texte, die meinem wirren Verstand entsprungen sind und die ich hier niederschreiben möchte. Und dabei vollkommen subjektiv, ohne roten Faden und den Anspruch auf Richtigkeit oder Sinn, dafür mit viel Gemecker und Bosheit.
Donnerstag, 11. Februar 2016
Mittwoch, 27. Januar 2016
Tassen fürs Rollenspiel
Eine talentierte Freundin, die schon einige sehr großartige Dinge hergestellt (und noch viele mehr...) hat, brachte mich vor ein paar Tagen durch diesen Post zu einer spontanen Eingebung. Seit beinahe fünf Jahren diene ich als Spielleiter einer Rollenspielrunde in der grimmen Dunkelheit des 41. Jahrtausends. Naturgemäß ist bei solchen Spielerunden der Kaffeekonsum sehr hoch, weshalb große, passende Kaffeebecher für alle Teilnehmer eine gute Idee sein dürften.
Also folgte ich ihrem Beispiel und begab mich, wenn auch widerwillig, in die örtliche schwedische Botschaft. Nach kurzer Suche wurde ich fündig und erstand 5 große weiße Tee- und Kaffeebecher zu einem annehmbaren Preis. Im benachbarten Bastelgeschäft ließ sich auch ein schwarzer, feiner Porzellanstift finden, wenn auch zu einem nicht mehr ganz so annehmbaren Preis.
Ich entschied mich die gespielten Charakere der Spieler als Vorbild zu nehmen. Jeder stammte aus einer anderen Organisation der Hintergrundwelt und hatte, durch Würfelglück, zu Beginn der Runde vor vielen Jahren eine "Weissagung" erhalten. Somit sollte als Motiv für die Tassen das Symbol der jeweiligen Organisation und darunter die Weissagung herhalten.
Freihandzeichnen ist nicht leicht. Glücklicherweise kann man auf den Tassen großartig mit dünnen Bleistiften eine Skizze aufbringen, an der man sich orientieren kann. Insgesamt nahmen die vier Tassen für die Spieler etwa eine Stunde Arbeit in Anspruch (inklusive Suchen der Motive, Vorzeichnung etc.) Nach dem Trocknen wanderten die guten Stücke noch in den Backofen und fertig war das Projekt - zumindest erst einmal, denn ich war mir noch nicht sicher, was ich aus der fünften Tasse machen sollte.
Auch hier half wieder eine Eingebung, es sollte ein grobes Bild des Imperators (einen solchen gibt es in der Hintergrundwelt) sein. Für diesen brauchte ich natürlich zusätzlich einen goldenen Stift.
Etwas unsicher war ich, ob meine künstlerischen Fertigkeiten ausreichen würden, doch das Ergebnis ist zufrieden stellend. Somit steht der nächsten Spielrunde nichts im Wege und ich kann durch meinen Kaffeebecher deutlich zeigen, wer das Sagen hat.
Also folgte ich ihrem Beispiel und begab mich, wenn auch widerwillig, in die örtliche schwedische Botschaft. Nach kurzer Suche wurde ich fündig und erstand 5 große weiße Tee- und Kaffeebecher zu einem annehmbaren Preis. Im benachbarten Bastelgeschäft ließ sich auch ein schwarzer, feiner Porzellanstift finden, wenn auch zu einem nicht mehr ganz so annehmbaren Preis.
Ich entschied mich die gespielten Charakere der Spieler als Vorbild zu nehmen. Jeder stammte aus einer anderen Organisation der Hintergrundwelt und hatte, durch Würfelglück, zu Beginn der Runde vor vielen Jahren eine "Weissagung" erhalten. Somit sollte als Motiv für die Tassen das Symbol der jeweiligen Organisation und darunter die Weissagung herhalten.
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| Der Becher der Techpriesterin |
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| Für den Chef, der Becher des Inquisitors. |
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| Soldaten leben auch (fast) nur von Kaffee, der Becher des Gardisten. |
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| Der Becher des Assasssinen. |
Auch hier half wieder eine Eingebung, es sollte ein grobes Bild des Imperators (einen solchen gibt es in der Hintergrundwelt) sein. Für diesen brauchte ich natürlich zusätzlich einen goldenen Stift.
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| Verneigt Euch vor dem Imperator! |
Etwas unsicher war ich, ob meine künstlerischen Fertigkeiten ausreichen würden, doch das Ergebnis ist zufrieden stellend. Somit steht der nächsten Spielrunde nichts im Wege und ich kann durch meinen Kaffeebecher deutlich zeigen, wer das Sagen hat.
Dienstag, 12. Januar 2016
Terminfindungsprobleme II
Wir befinden uns
wieder einmal an dem Punkt, an dem die Prioritäten gewisser Menschen
gegenüber meiner Person hinterfragt werden müssen. Es ist ein
leidiges Thema und ich verspüre wenig Lust darauf, erneut in Grübeln
und Selbstzweifel darüber auszubrechen. Diese Phase wünsche ich
hinter mir zu lassen.
Welcher Weg ist nun
der richtige, wenn man mehr und mehr merkt, dass jemand, den man
eigentlich schätzt, mit vielen Kleinigkeiten ein mangelndes oder
abebbendes Interesse und wenig Wertschätzung für die Zeit anderer
Menschen zum Ausdruck bringt? Welchen Weg soll man gehen, wenn man
des Redens und des Hinterherlaufens müde wird, da beides nur wenige
Früchte trug? Auf welchem Weg kann man seinen Stolz wahren und sich
am Ende des Tages noch im Spiegel betrachten, zumindest bildlich
gesprochen?
Ob er derjenige sein
wird, der all diese Punkte in sich vereinigt, vermag ich noch nicht
zu sagen; mein Weg jedenfalls wird mich schlicht von jenen Personen
fort führen. Nicht unendlich weit fort, es wird auf diesem Weg keine
Türen geben, die ich zuschlagen kann, weder für den dramatischen
Effekt noch für den Kontaktabbruch. Doch ich beschließe mich auch
nicht mehr allzu sehr zu bemühen, ein größeres Maß an Energie in
die Beziehung zu jenen Menschen zu stecken oder ihnen gar eine
gewisse Priorität vor anderen einzuräumen. Diese Anstrengungen und
Handlungen haben in der Vergangenheit eher zu Verärgerung
meinerseits als zu Bestätigung ihrerseits geführt, also können sie
auch unterbleiben.
Selbstschutz,
Selbstschutz. Unter diesem Motto wird mein weiteres Vorgehen stehen,
wieder einmal. Aktuell fühle ich mich auch gestärkt und emotional
uninvolviert genug, um dies problemlos so machen zu können.
Sicherlich wird sich dieser Zustand wieder ändern, aber man wird zu
diesem hoffentlich noch fernen Zeitpunkt auch eine Lösung finden.
Nun denn, ihr
Energieräuber, Lippenbekenner, Ausredenmeister, Selbstverliebten und
anderweitig Unzuverlässigen: Möge euch dies eine Warnung sein, denn
eine zweite Chance kann euch gewährt werden, darüber hinaus
beabsichtige ich aber keine Gefangenen zu machen. Man vergebe mir den
vulgären Ausdruck, doch mittlerweile fühle ich mich zu alt für
diesen Scheiß, der euer tägliches Spiel zu sein scheint.
Auch auf die Gefahr
hin am Ende etwas einsam dazustehen, mögen das große Aussortieren
beginnen!
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Innere Einflüsse
Dienstag, 29. Dezember 2015
Der Vorsatz
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es
wird wieder einmal Zeit abzurechnen, Revue passieren zu lassen und
sich selbst zu beurteilen. Aus aktuellem Anlass ist mir ein negativer
Sachverhalt des ausklingenden Jahres äußerst präsent aufgefallen:
Besonders die Freunde, die ich sehr schätze, sind weit weg oder ich
sehe sie aus anderen Gründen kaum. Aus diesem Grund und
wahrscheinlich noch anderen bin ich gerade... unzufrieden. Man
verbringt die meiste Zeit des Jahres mit der Interaktion mit
Kollegen, Bekannten, Familienmitgliedern und Freunden, für die man
kaum mehr als vielleicht flüchtige Sympathie empfindet, während man
sich nach der Gegenwart einiger weniger anderer sehnt, die zu oft
unerreichbar sind oder scheinen. Das mag wieder einmal mit dem Effekt
zu tun haben, dass man gerne das hätte, was man nicht hat oder haben
kann, dürfte aber in einigen Fällen auch einfach unglücklichen
Umständen geschuldet sein.
Räumliche Entfernung ist ein Grund.
Ein voller Terminkalender, andere Prioritäten, unbewusstes
Desinteresse der anderen Person können weitere sein. Was also tun?
Gute Vorsätze kann man schon fassen
fürs nächste Jahr. Entweder muss ich dem aktiver gegensteuern und
dafür sorgen, dass ich mehr Zeit mit den entsprechenden Menschen
verbringe - was aufgrund von Zeitmanagement auf allen Seiten schwer
machbar scheint. Oder ich muss meine Prioritäten verändern bzw. an
die dieser Menschen anpassen, also sie verringern - was aufgrund
emotionaler Bindung meinerseits schwer wird. Etwas muss ich aber tun,
diese häufige Unzufriedenheit ist unangenehm und Kommunikation über
elektronische Medien ist nur ein schwacher Ersatz für den echten
menschlichen Kontakt; inzwischen bin ich anscheinend alt genug, das
auch zu erkennen.
Nach einer mehr oder weniger
durchwachten Nacht des Nachdenkens stehen nun zumindest Tendenzen
fest. Veränderte Prioritäten sind vielleicht die vernünftige und
rationale Alternative, es ist jedoch offensichtlich, dass ich das
nicht durchhalten werde, denn es gibt schließlich Gründe, warum ich
an gewissen Menschen hänge.
Also muss die Lösung in der anderen
Richtung zu finden sein.
Ich werde mir also alle Mühe geben in
den kommenden 12 Monaten mehr Zeit mit den positiven Menschen in
meinem Leben zu verbringen. Die negativen Personen, die
Energiefresser, werde ich nach Kräften auf Abstand halten.
Vielleicht wird dieser Vorsatz Reisen zu den betreffenden Personen
beinhalten, vielleicht muss ich ihnen entgegen kommen, vielleicht
mehr einladen oder mit ihnen Veranstaltungen besuchen – die genauen
Details sind noch unklar, die Möglichkeiten zahlreich.
Ich nehme mir zudem vor am Ende des
Jahres 2016 Bilanz zu ziehen, was diesen Vorsatz betrifft; dies soll
als Ansporn, Druckmittel für mich selbst und Kontrollinstrument
dienen.
In diesem Sinne schon einen guten
Rutsch, man sieht, hört oder liest sich auf der nächsten Seite des
Kalenders.
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Äußere Einflüsse,
Gedanken,
Innere Einflüsse
Maske in den Schrank
Weihnachten ist vorbei und es ist an
der Zeit sich von den Feiertagen zu erholen. Irgendwann drückt jede
Maske und man muss sie ablegen, besonders wenn man sie drei Tage am
Stück getragen hat. Freundlich-höflicher Gleichmut, unterdrückte
Antworten auf die üblichen kleinen Sticheleien, verschlossene Augen
und Ohren vor unterschwelligen familiären Zwistigkeiten – das
alles wird mit der Zeit anstrengend. Man versucht einen wackeligen
Frieden zu bewahren, obwohl man das Gefühl hat, dass niemand sonst
daran ehrliches Interesse hat. Man hofft auf eine ruhige Zeit, ist
dann aber gezwungen permanent Eskalationen vorzubeugen, bis die Ruhe
zu Stress verkommt. Durchgeplante Fresssucht und Verwandtenbesuche,
Lästereien über nicht Anwesende, Eifersucht zwischen
Familienmitgliedern, die befürchten zu kurz zu kommen. Nach dem
ersten Tag bereits geht man sich auf die Nerven und begibt sich
entweder in einen dämmrigen Halbschlaf um es aus zu sitzen oder
explodiert irgendwann und versucht die Fassade vorgeschobenen
Familienfriedens einzureißen. Denn vorgeschoben ist er, der Kalender
sagt, dass man in dieser Zeit des Jahres gut und freundlich
zueinander sein, Geschenke verteilen und sich lieben muss.
Also trägt man eine Maske. Lächelnd.
Nickend. Gedanken ausschaltend. Innerlich schreiend. Und man sehnt
sich nach Ruhe und Frieden, der jedoch erst nach Weihnachten, dem
Fest der Liebe und Besinnlichkeit, gewährt wird.
Dienstag, 22. Dezember 2015
Snacks für Sternenkrieger
Natürlich kommt man dieser Tage an Star Wars nicht vorbei. Zur Vorbereitung gab es einen Filmmarathon der Originaltrilogie mit ein paar Freunden. Zur kulinarischen Erbauung steuerte ich einige Darth Vader Muffins bei, was zudem die Einweihung der entsprechenden Muffinformen darstellte. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Der Rührteig wurde mit etwas Kakao und gehackter Schokolade auf die dunkle Seite der Macht gebracht. So konnten wir dann ohne größere Ausfälle viele Stunden Filmgenuss in einer weit, weit entfernten Galaxis überstehen...
Der Rührteig wurde mit etwas Kakao und gehackter Schokolade auf die dunkle Seite der Macht gebracht. So konnten wir dann ohne größere Ausfälle viele Stunden Filmgenuss in einer weit, weit entfernten Galaxis überstehen...
Dienstag, 15. Dezember 2015
Gedanken vor dem Schlafengehen
„Solange ein Mensch in unseren
Erinnerungen weiterlebt, ist er nicht wirklich tot.“
Diesen Satz hörte ich das erste Mal
mit etwa 10 Jahren und, entgegen seiner wohl tröstlichen Intention,
er entsetzte mich und nahm meinem kindlichen Ich keinesfalls wie
gewünscht die Angst vor dem Tod. Denn ich betrachtete die Sache
nüchtern: Wie lange erinnert man sich schon an einen Verstorbenen,
wer bewahrt diese Erinnerung und wann ist sie endgültig
verschwunden? Freunde, Nachkommen, Familienmitglieder mögen die
Person in diesem Zustand der gedanklichen Existenz bewahren, doch
irgendwann gehen auch sie den Weg allen Irdischen. Ich rechnete mir
aus, dass dieses Leben in der Erinnerung spätestens nach einer oder
zwei Generationen ebenso beendet sein würde wie das körperliche.
Dieser Hauch von Unsterblichkeit, den die Person, ich weiß nicht
einmal mehr, wer es war, durch diesen Satz vermitteln wollte, wurde
davon geweht durch meinen präpubertären Pragmatismus.
Damals erkannte ich, dass es nur
verschwindend wenigen Menschen möglich ist, auf diese Art
langfristiger weiter zu leben. Namen aus dem Geschichtsunterricht
geisterten mir durch den Kopf, Personen, die vor Jahrhunderten gelebt
und gestorben waren, deren Werk oder Einfluss aber bis heute
nachwirkt. Künstler, Denker, Anführer – dies waren die Menschen
der Ewigkeit für mich. Und voll Naivität und ohne einen wirklichen
Begriff von Leben und Vergehen zu haben, dachte ich in stillen
Momenten, dass auch ich auf diese Art ewig sein wollte. Dass man sich
an mich erinnern sollte, auch wenn man mich nicht gekannt hatte. Die
Vorstellung einfach vergessen zu werden, als hätte ich niemals
existiert, war mir unerträglich und sorgte für einige schlaflose
Nächte, in denen ich versuchte mir auszumalen, wie es wohl wäre,
nicht mehr zu sein.
Inzwischen bin ich erwachsen und dieser
kindliche Wunsch und Tatendrang sind erloschen gemeinsam mit der
Angst davor vergessen zu werden – meistens. Irgendwo schlummert
noch immer der Drang, die Begierde etwas Großes zu schaffen, doch
müde und abgestumpft, wie ich bin, erkenne ich, dass dies nur
verletzte Eitelkeit und Träumerei ist. Der Wille mag nach wie vor in
verstümmelter Form da sein, doch habe ich inzwischen eine
realistischere, nicht mehr kindlich verzerrte Sicht meiner
unzureichenden Fähigkeiten.
Manche erkämpfen sich eben die
Unsterblichkeit – doch die meisten von uns werden vom Lauf der Zeit
hinweg gefegt.
Donnerstag, 12. November 2015
Vom Licht abgewendet...
Die dunkle Seite zieht mich derzeit
mehr und mehr in ihren Bann. Man möge mich etwas ausholen und
erklären lassen.
In einer der verschwinden wenigen
sehenswerten Szenen der Star Wars Prequel-Trilogie erklärt
Jedi-Meister Yoda: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht
führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“
Nun kann man geteilter Meinung darüber sein, ob ein Zitat aus Star
Wars sich als Grundlage für die Betrachtung des Charakters eines
echten Menschen eignet, doch habe ich erkannt, dass ich derzeit auf
dem Weg von der Furcht zur Wut bin.
Menschliche Gesellschaft ist mir
unangenehm. Natürlich habe auch ich immer wieder das Bedürfnis
danach, doch gerade in größeren Mengen, unbekannten Personen
gegenüber oder in unangenehmen Situationen verspüre ich häufig
eine Beklommenheit und den Drang mich zurück zu ziehen. Dies als
Furcht zu bezeichnen wäre wohl durchaus korrekt. Ich mag es nicht
von Fremden berührt zu werden (auch nicht im Gedränge, überfüllte
Kaufhäuser und dergleichen sind mir ein Graus) oder von ihnen
angesprochen und in ein Gespräch verwickelt zu werden. Diese ganze
Sache hat sicherlich tiefe psychologische Gründe, auf die wir an
dieser Stelle einfach hinweg gehen wollen.
In der letzten Zeit jedoch vollziehe
ich mehr und mehr einen Wandel. Aus der Furcht vor der vermeintlich
bedrohlichen Situation wird Wut.
Wut auf die Personen, die mir im Weg
stehen.
Wut auf die Leute, die der Meinung sind
mich ansprechen oder anrempeln zu müssen.
Wut auf diese überfüllte Welt, in der
man keinen Stein aus dem Fenster werfen kann, ohne einen Menschen zu
treffen.
Wut auf den unerträglichen Lärm, mit
dem ich tagtäglich konfrontiert werde.
Und natürlich in einem nicht geringen
Ausmaß auch Wut auf mich selbst, der ich wütend bin und keine
Möglichkeit sehe gegen diese Probleme anzugehen.
Als nächstes dürfte dann der Hass
kommen, welcher dann wohl meinen Weg auf die dunkle Seite der Macht
abschließt. Glücklicherweise ist schwarz bereits meine bevorzugte
Kleidungsfarbe, so dass ich mir zumindest die Kosten für eine neue
Garderobe spare. Sparen ist auch bitter notwendig, denn bei dieser
meiner neuen Profession werden noch einige teure Anschaffungen
erforderlich sein. Solltet ihr also in naher Zukunft am Nachthimmel
eine seltsame, mondähnliche Kugel erblicken, sorgt euch nicht zu
sehr. Wenn mein Todesstern erst einmal fertig ist, kann ich wohl alle
meine Probleme lösen.
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